X startet Bankdienst X Money in den USA – mit bis zu sechs Prozent Zinsen und einer Metall-Debitkarte
●Aktualisiert · 25 neue Entwicklungen seit 28.07.2026
New York, 28. Juli 2026
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Kurzfassung
Die Onlineplattform X von Elon Musk hat in den USA den Bank- und Bezahldienst X Money für Premium-Abonnenten freigeschaltet. Nutzer erhalten eine Visa-Debitkarte, bis zu sechs Prozent Guthabenzinsen und eine Einlagensicherung über bis zu zehn Millionen Dollar.
Die Onlineplattform X des Tech-Unternehmers Elon Musk hat am Montag in den USA den Bank- und Bezahldienst X Money für zahlende Abonnenten der Stufen Premium und Premium+ gestartet und damit den bislang größten Schritt in Richtung einer WeChat-artigen "Everything App" vollzogen.
Was ist neu seit 28. Juli 2026
Update vom 28. Juli 2026: X Money ist seit Montag in den USA live – vier Jahre nach Elon Musks Übernahme des damaligen Kurznachrichtendiensts Twitter. Erstmals öffentlich verfügbar sind damit eine Visa-Debitkarte aus Metall, eine Guthabenverzinsung von bis zu sechs Prozent und ein Cash-Sweep-Programm, das laut X Einlagen über mehrere Partnerbanken verteilt. Den rund zehn Millionen Dollar Absicherung pro Nutzer steht eine Einlagensicherung von regulär 250.000 Dollar pro Einleger bei der Cross River Bank gegenüber.
Die Einlagenkonten liegen bei der Cross River Bank, einem FDIC-Mitgliedsinstitut in New Jersey; die reguläre Einlagensicherung greift bis 250.000 Dollar pro Einleger. Das geht aus den Unterlagen und der bisherigen Berichterstattung hervor.
Indem X Guthaben auf mehrere Banken verteilt, können laut dem Unternehmen sogar Einlagen von bis zu zehn Millionen Dollar je Nutzer abgesichert werden. Dieses Cash-Sweep-Programm bewirbt X prominent und will damit das Vertrauen in ein neues, unreguliert wirkendes Bankprodukt stärken.
So funktioniert das Konto
Darüber hinaus bewirbt X ein Cash-Sweep-Programm, das Guthaben über ein Netz von Partnerbanken streut und so mit bis zu 10 Millionen Dollar Absicherung wirbt. Cross River wickelt die Kundenbeziehung ab, das Geld wird aber intern bei mehreren Instituten geparkt.
Das eigentliche Akquise-Instrument ist der Zins. X Money wirbt mit einer Guthabenverzinsung von bis zu sechs Prozent – deutlich über dem aktuellen US-Leitzins, der laut Berichten aus April bei 3,5 bis 3,75 Prozent liegt. Branchenbeobachter fragen sich daher: Es sei unklar, mit welchen riskanten Investments, welcher aufdringlichen Datenmonetarisierung oder welchen sonstigen Kunstgriffen X Money oder die Partnerbank Cross River diese Rendite erwirtschaften wollten, wenn der Ziel-Leitzins bei 3,5 bis 3,75 Prozent liege.
Der Zins als Lockvogel
Zum Start erhalten Neukundinnen und Neukunden 15 Dollar aufs Konto. Dazu kommt eine virtuelle oder physische Visa-Debitkarte aus Metall – die "X Card" – mit Apple-Wallet- und Google-Pay-Unterstützung, 3 Prozent Cashback auf berechtigte Käufe, gebührenfreien Abhebungen und der Option, das eigene X-Handle auf die Karte zu drucken.
Vorausgegangen waren eine geschlossene Beta ab Mai 2025 und ein erweiterter Test ab März 2026. X Payments hält Money-Transmitter-Lizenzen in 41 Bundesstaaten plus Washington, D.C. – ein Novum für ein soziales Netzwerk, das zuvor ausschließlich für Kurznachrichten bekannt war.
Hintergrund: Musks Plan der Everything App
Elon Musk verfolgt seit der Übernahme des damaligen Kurznachrichtendiensts Twitter im Oktober 2022 das Ziel, X zu einer Plattform für möglichst viele Lebensbereiche auszubauen. Im Jahr 2023 betonte er während einer Betriebsversammlung gegenüber den Mitarbeitern, dass sämtliche Transaktionen mit Finanzbezug künftig über das eigene System abgewickelt werden sollen.
Die Funktion bildet ein zentrales Element im Plan von Eigentümer Elon Musk, die Plattform in eine umfassende Anwendung nach dem Konzept einer "Everything App" auszubauen. Vorbild ist der chinesische WeChat-Konzern, der Chatten, Bezahlen, Investieren und Behördengänge in einer App vereint.
Vier Jahre nach der Twitter-Übernahme hat Elon Musk das Versprechen eingelöst, das er von Anfang an gegeben hat: X bietet seit Montag seinen zahlenden US-Abonnentinnen und -Abonnenten der Premium- und Premium+-Stufen den Banking-Dienst X Money an – der bisher größte Schritt in Richtung jener WeChat-artigen "Everything App", von der Musk seit 2022 spricht.
Partnerbank Cross River
Cross River positioniert sich als "compliance-forward" und grenzt sich von reinen BaaS-Middleware-Plattformen ab, weil es direkte Beziehungen zu den Aufsehern unterhalte. Das Institut wickelt Kredite und Zahlungen für mehr als 80 Technologiepartner ab, und die Kundenliste liest sich wie ein Who's who der US-Fintech-Szene: In einer eigenen Aussendung vom März 2026 nennt Cross River unter anderem X, Upgrade, Upstart, Trustly, Stripe, Plaid, DailyPay, Coinbase, Checkout, Bill.com, Best Egg und Affirm als Partner.
Das Institut wurde in seiner Series D im März 2022 mit über drei Milliarden Dollar bewertet – 620 Millionen Dollar, angeführt von Andreessen Horowitz und Eldridge. Cross River ist zudem ein erfahrener Krisen-Partner: Als 2023 mit Silvergate, Silicon Valley Bank und Signature Bank drei Krypto-nahe Institute binnen einer Woche kollabierten, sprang Cross River ein: Stablecoin-Emittent Circle wechselte für die automatisierte Abwicklung von USDC zu der Bank.
Kritik und Risiken
Verbraucherschützer kritisieren Banking-as-a-Service-Modelle generell als "Rent-a-Bank" – als Konstruktion, bei der eine bundesstaatlich beaufsichtigte Bank ihre Lizenz verleiht, damit Fintechs Zinsobergrenzen und andere Regeln einzelner Bundesstaaten umgehen können. Genau dieses Modell nutzt X mit Cross River als Front-Bank.
Kritiker sehen mehrere Risiken: Berichte über Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger und sanktionierte Nutzer mit Premium-Accounts, einen möglichen Interessenkonflikt durch Musks Rolle beim Abbau der Aufsichtsbehörde CFPB sowie Zweifel an der Finanzierbarkeit der 6-Prozent-Verzinsung und an früheren FDIC-Verstößen des Bankpartners Cross River Bank.
Politische Reaktionen
Senatorin Elizabeth Warren, ranghöchste Demokratin im Bankenausschuss des US-Senats, formulierte sie in einem Brief an Musk vom 14. Warren begründet ihre Warnung mit X' bisherigem Umgang mit Sicherheit. Konkrete Folgen dieses Schreibens für X Money sind bisher nicht öffentlich bekannt.
Das unter anderem für seinen Satelliteninternet-Dienst Starlink bekannte Unternehmen verkaufte rund 555,6 Millionen Aktien zum Ausgabepreis von 135 Dollar – und nimmt damit 75 Milliarden Dollar ein. Diese Kapitalstärke soll laut X unter anderem die Skalierung des Finanzprodukts sichern, auch wenn Kritiker die 6-Prozent-Rendite weiter als unrealistisch einstufen.
ARCHIV – 13.03.2024, Brandenburg, Grünheide: Elon Musk verlässt das Tesla-Autowerk Berlin-Brandenburg. Mit X Money baut Musk sein Imperium über Autos und Raketen hinaus nun erstmals selbst zu einer Bank aus – eine Entwicklung, die in der Finanzaufsicht und in Washington mit wachsender Sorge beobachtet wird.
Fragen & Antworten
Was ist X Money?
X Money ist ein Bank- und Bezahldienst der Onlineplattform X, der seit 28. Juli 2026 in den USA für Abonnenten der Stufen Premium und Premium+ verfügbar ist. Er umfasst ein verzinstes Guthabenkonto bei der Cross River Bank und eine Metall-Debitkarte von Visa.
Wie ist das Geld der Nutzer abgesichert?
Die Einlagen liegen bei der Cross River Bank in New Jersey, deren reguläre FDIC-Einlagensicherung bis 250.000 Dollar pro Einleger greift. Über ein Cash-Sweep-Programm bewirbt X zudem eine Absicherung von bis zu zehn Millionen Dollar je Nutzer.
Welche Kritik gibt es an X Money?
Verbraucherschützer sehen in dem Bank-as-a-Service-Modell ein "Rent-a-Bank"-Konstrukt, und es werden Zweifel an der Finanzierbarkeit der ausgelobten sechs Prozent Guthabenzins genannt. Senatorin Elizabeth Warren hat Elon Musk in einem Brief auf Risiken beim bisherigen Umgang von X mit Sicherheit hingewiesen.
X Money startet: Musks Bankdienst mit 6% Zinsen und | nachrichten360