Jerusalem/Beirut, 31. Mai 2026
Die israelische Armee hat ihre Bodenoperation im Südlibanon in dieser Woche auf zusätzliche Gebiete ausgedehnt und dabei den Litani-Fluss überquert, obwohl seit dem 17. April offiziell eine Waffenruhe mit der pro-iranischen Hisbollah in Kraft ist.
Die israelischen Streitkräfte gaben am Freitag bekannt, dass sie ihre Bodenoffensive auf das Gebiet des Beaufort-Rückens und Wadi al-Saluki im Südlibanon ausgeweitet haben. Die Operation habe 'vor einigen Tagen' begonnen, erklärte die Armee. Ziel sei es, 'direkte Bedrohungen' für Orte im Norden Israels und die Stadt Metula zu beseitigen und die operative Kontrolle im Südlibanon zu stärken.
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bestätigte am Freitag, dass israelische Einheiten den Litani-Fluss überquert haben. Der Fluss verläuft rund 30 Kilometer nördlich der gemeinsamen Grenze. Die israelische Armee meldete zudem die Einnahme der Kreuzfahrerburg Beaufort Castle am Litani-Fluss.
Netanjahu bestätigt Überschreitung des Litani-Flusses
Ein Armeesprecher erklärte, die Offensive dehne eine 'vorgeschobene Verteidigungslinie' auf weitere Gebiete aus. Armeesprecher Avichay Adraee begründete das Vorgehen mit 'dem Bruch des Waffenstillstandsabkommens durch die Terrororganisation Hisbollah' und kündigte 'entschlossene Maßnahmen' an.
Am Samstag rief die israelische Armee die Bewohner von sieben Dörfern im Südlibanon zur sofortigen Evakuierung auf. Israel erklärte ein großes Gebiet im Südlibanon zum Kampfgebiet. Die Waffenruhe, die am 16. April zwischen Israel und dem Libanon vereinbart und am 17. April offiziell in Kraft getreten war, wurde nach Angaben beider Seiten nie eingehalten.