Supertaifun "Bavi" bedroht Guam und Nördliche Marianen mit Windgeschwindigkeiten bis 350 km/h
Hagåtña, 5. Juli 2026
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Kurzfassung
Der Supertaifun "Bavi" steuert mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 350 Kilometern pro Stunde auf die US-Außengebiete Guam und die Nördlichen Marianen zu. Der US-Wetterdienst NWS warnte vor "katastrophalen" Schäden rund um das Auge des Sturms, Notstand wurde ausgerufen.
Hagåtña, 5. Juli 2026
Der Supertaifun "Bavi" hat in der Nacht zum Montag (Ortszeit) die US-Außengebiete Guam und die Nördlichen Marianen im Pazifik erreicht und droht nach Einschätzung des US-Wetterdienstes NWS "katastrophale" Schäden anzurichten.
Am frühen Montagmorgen wurden auf den benachbarten Inseln Guam und den Nördlichen Marianen bereits starker Wind und heftiger Regen registriert. Der Wirbelsturm steuere direkt auf die Insel Rota zu, teilte der NWS mit. Wenige Stunden später sollte der Supertaifun auf Rota auf Land treffen. Die Behörden riefen den Notstand aus.
Der NWS bezeichnete den Wirbelsturm als "sehr gefährlich". Es sei mit "katastrophalen" Schäden rund um dessen Auge zu rechnen. Angesichts des herannahenden Supertaifuns "Bavi" hat der US-Wetterdienst NWS vor Zerstörungen in den US-Außengebieten im Pazifik gewarnt.
Windgeschwindigkeiten und Warnstufe
Nach Angaben des US-Taifun-Warnzentrums steuerte "Bavi" mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 350 Stundenkilometern auf die US-Außengebiete zu. Das Joint Typhoon Warning Center schätzt, dass sich die Winde auf bis zu 180 Meilen pro Stunde (etwa 290 km/h) verstärken könnten, während der Sturm über die Inseln hinwegzieht.
Insgesamt leben etwa 210.000 Menschen in den beiden US-Territorien. Rota mit seinen rund 1.500 Einwohnern ist die südlichste Insel der Nördlichen Marianen und liegt nordöstlich von Guam. Die Hauptstadt der Nördlichen Marianen ist Saipan.
Betroffene Inseln und Bevölkerung
Der NWS rechnete mit "erheblichen Überschwemmungen durch sintflutartige Regenfälle" und Überflutungen an den Küsten. Die Experten warnten außerdem vor rund zehn Meter hohen Wellen und "extrem gefährlichen" Bedingungen auf See. Sturzflutwarnungen gelten für Rota, Saipan, Tinian und Guam, einschließlich Dededo, dem bevölkerungsreichsten Dorf Guams.
Auf Guam und den Nördlichen Marianen trafen die Menschen am Sonntag letzte Vorbereitungen. Bewohner brachten sich in Evakuierungszentren in Sicherheit oder verrammelten ihre Häuser und Geschäfte. Lokale Regierungen öffneten Notunterkünfte, die sich dem Fassungsvermögen nähern, insbesondere für Bewohner tief gelegener Gebiete und solcher, die in Holz- und Blechhütten leben.
Vorbereitungen und Evakuierungen
Der lokale NWS-Meteorologe Landon Aydlett sprach kurz nach 1:30 Uhr am Montagmorgen (Ortszeit) vom zentralen Guam aus mit dem Sender NPR. Aydlett war zu diesem Zeitpunkt seit fast 24 Stunden wach, um den Supertaifun zu verfolgen. Er beschrieb die Wetterbedingungen auf allen vier bewohnten Inseln als sich stetig verschlechternd, mit sintflutartigem Regen und stärker werdenden Winden.
Aydlett erklärte dem Sender: "This is a powerhouse super typhoon and this is going to be a very grim outlook for any island that takes a direct hit and that still looks like it could be the island of Rota. ... It's going to be probably near catastrophic for the entire island." Er warnte zudem vor den Folgen für die Nachbarinseln: "We have a lot of vulnerable communities across northern Guam, people that live in more substandard building materials. ... From what I've heard from Saipan and Tinian, where many people still have no power two-and-a-half months after Sinlaku ravaged those islands, the shelters are packed and they had to turn people away."
Aydlett rief die Bewohner dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen: "People need to hunker down wherever they are because it's just too dangerous to go out at this point. ... We aim for zero fatalities and my gosh, I hope that's how it turns out. It's going to be a rough night and a rough day."
Appelle der Behörden
Die Gouverneurin von Guam, Lou Leon Guerrero, hatte das Gebiet bereits am Sonntag in eine erhöhte Notfallbereitschaft versetzt. Sie wandte sich mit einer eindringlichen Bitte an die Bevölkerung: "We want you to all be making sure that you are prepared. ... Be safe in your homes and please do not travel the roads, stay out of the waters and be safe."
Nach Angaben des NWS könnten Dutzende Schulen und Krankenhäuser von dem Sturm betroffen sein. Auf Guam wurden bereits Stromausfälle gemeldet. Die Andersen Air Force Base auf Guam bat darum, dass nur notwendiges Personal das Gelände betreten solle. Einige Flüge wurden gestrichen, und die Hafenbehörde von Guam stellte ihren Betrieb ein.
Die Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung der USA waren bereits gestrichen worden. Am Sonntag bewegte sich der Supertaifun nach Angaben des Joint Information Center von Guam mit maximalen anhaltenden Windgeschwindigkeiten von 165 Meilen pro Stunde (etwa 265 km/h) nach Norden.
Vorgeschichte: Supertaifun "Sinlaku"
Das Joint Typhoon Warning Center stuft tropische Wirbelstürme mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von 150 Meilen pro Stunde oder mehr im westlichen Nordpazifik als Supertaifune ein. Der NWS hat Taifun-Warnungen für die Inseln Guam, Rota, Tinian und Saipan herausgegeben.
Die Region hatte bereits im April unter dem Supertaifun "Sinlaku" gelitten, der zu Stromausfällen für Zehntausende Menschen geführt hatte. Nach Aydletts Schilderungen haben viele Menschen auf Saipan und Tinian zweieinhalb Monate nach diesem Sturm noch immer keinen Strom, und die Notunterkünfte dort sind überfüllt und müssen Menschen abweisen.
Internationale Einordnung
Der Supertaifun "Bavi" wird voraussichtlich am Montagmorgen (Ortszeit) durch die Region ziehen und möglicherweise schwere oder katastrophale Schäden verursachen. Die Behörden und Wetterdienste beobachteten die Entwicklung des Sturms weiterhin mit höchster Aufmerksamkeit.
Dana Williams, Nachrichtenchefin von Isla Public Media, trug zu der Berichterstattung bei. Der Wirbelsturm hatte nach früheren Angaben der Behörden auf seinem Weg bereits für Überschwemmungen und Stromausfälle gesorgt, bevor er seinen voraussichtlichen Landfall auf Rota erreichte.
Fragen & Antworten
Was ist Supertaifun "Bavi" und welche Windstärke erreicht er?
"Bavi" ist ein tropischer Wirbelsturm, der vom Joint Typhoon Warning Center als Supertaifun eingestuft wurde, da seine anhaltenden Windgeschwindigkeiten 150 Meilen pro Stunde übersteigen. Das Warnzentrum schätzt, dass die Winde bis zu 180 Meilen pro Stunde (etwa 290 km/h) erreichen können, und die Behörden sprachen sogar von bis zu 350 Stundenkilometern.
Welche US-Außengebiete sind von "Bavi" betroffen?
Betroffen sind das US-Territorium Guam sowie die Nördlichen Marianen mit den Inseln Rota, Saipan und Tinian, in denen insgesamt rund 210.000 Menschen leben. Rota ist mit etwa 1.500 Einwohnern die südlichste und zugleich kleinste der genannten Inseln.
Welche Schäden werden erwartet und wie reagierten die Behörden?
Der NWS warnte vor "katastrophalen" Schäden rund um das Auge des Sturms, sintflutartigen Regenfällen, Küstenüberflutungen und rund zehn Meter hohen Wellen. Die Behörden riefen den Notstand aus, öffneten Notunterkünfte, strichen Flüge und stellten den Hafenbetrieb auf Guam ein.
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