Erdbeben Philippinen Stärke 7,8 – Mindestens drei Tote | nachrichten360
Erdbeben der Stärke 7,8 erschüttert Südphilippinen – mindestens drei Tote, Tsunami-Warnung aufgehoben
Manila, 08 Juni 2026
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Kurzfassung
Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,8 hat am Montagmorgen die Südküste der Philippinen erschüttert. Nach zunächst bestehenden Tsunami-Warnungen für mehrere Länder gaben die Behörden am selben Tag weitgehend Entwarnung; die philippinische Polizei meldet mindestens drei Tote und vier Verletzte.
Manila, 08 Juni 2026
Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,8 hat am Montagmorgen die südphilippinische Insel Mindanao erschüttert und in mehreren Ländern Tsunami-Warnungen ausgelöst, die wenige Stunden später wieder aufgehoben wurden.
Epizentrum und Stärke des Bebens
Das Beben ereignete sich nach Angaben des philippinischen Instituts für Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) um 7:37 Uhr Ortszeit vor der Küste der Provinz Sarangani auf der Insel Mindanao. Das Epizentrum lag südwestlich der Gemeinde Maasim. Das Deutsche GeoForschungsZentrum (GFZ) in Potsdam bezifferte die Stärke ebenfalls auf 7,8 und lokalisierte das Zentrum in einer Tiefe von zehn Kilometern. Die US-Erdbebenwarte USGS hatte den Wert zunächst mit 8,2 angegeben, später aber auf 7,8 korrigiert. Die philippinischen und indonesischen Behörden schätzten die Magnitude auf 7,0 beziehungsweise 7,7.
Das Beben fiel auf den ersten Schultag des neuen Schuljahres. Präsident Ferdinand Marcos Jr. ordnete umgehend die Aussetzung des Unterrichts in allen Schulstufen in den betroffenen Gebieten von Mindanao sowie den Stillstand vieler öffentlicher und privater Einrichtungen an. „Die Sicherheit unserer Kinder hat oberste Priorität“, erklärte Marcos.
Auswirkungen auf Mindanao
In General Santos City auf Mindanao waren die Erschütterungen besonders stark zu spüren. Der internationale Flughafen der Stadt wurde vorübergehend geschlossen. Auf in sozialen Medien verbreiteten Videos war zu sehen, wie mehrere Gebäude auf Mindanao teilweise oder vollständig einstürzten. In der Provinz Sarangani nahe dem Epizentrum fielen Strom- und Telekommunikationsverbindungen aus. Berichte über schwere Schäden an Schulen, Krankenhäusern, Einkaufszentren und Kirchen lagen vor, das genaue Ausmaß war zunächst unklar.
An einer Schule in der Provinz Davao del Sur stürzte nach Angaben der Schulleitung ein Gebäude ein. Schulleiterin Elene Marie Jane Gamboa erklärte, das Gebäude sei bereits bei einem Erdbeben im Jahr 2019 beschädigt worden und sei ohnehin für einen Abriss vorgesehen gewesen. „Zum Glück fand gerade unsere Flaggenzeremonie statt und alle waren draußen“, sagte sie. In mehreren Schulen und Behörden liefen Flaggenzeremonien, als die Erdstöße einsetzten.
Opfer und Schäden
Die philippinische Polizei meldete mindestens drei Tote und vier Verletzte. Der Katastrophenschutz sprach vorläufig von möglicherweise acht Toten, wies aber darauf hin, dass die Zahl noch überprüft werden müsse. Phivolcs-Direktor Teresito Bacolcol erklärte, das eingestürzte Schulgebäude sei zum Zeitpunkt des Bebens unbesetzt gewesen. Nach Angaben von USGS registrierten US-Geologen zahlreiche Nachbeben, von denen einige ebenfalls stark ausfielen.
Präsident Marcos wandte sich unmittelbar nach dem Beben an die Bevölkerung. „Begeben Sie sich jetzt in höher gelegene Gebiete. Warten Sie nicht. Das Leben der Menschen sei wichtiger als alles, was sie zurücklassen müssten“, sagte er. Er kündigte rasche Hilfsmaßnahmen an und sicherte den Menschen in Mindanao die Unterstützung der nationalen Regierung zu. Marcos betonte, er stehe in ständigem Kontakt mit den regionalen Behörden vor Ort.
Tsunami-Warnungen im regionalen Vergleich
Die Erschütterungen waren auch im benachbarten Indonesien deutlich zu spüren, insbesondere auf der Insel Sulawesi. Indonesien und die Philippinen gaben zunächst Tsunami-Warnungen für ihre Küstenregionen heraus. Die indonesische Agentur für Meteorologie, Klimatologie und Geophysik (BMKG) registrierte an mehreren Messstationen in den östlichen Landesteilen kleine Tsunami-Wellen; der Meeresspiegel stieg aber nur leicht an. Japan warnte vor möglichen Tsunami-Wellen an Abschnitten seiner Pazifikküste. Auch in Taiwan, Guam, Papua-Neuguinea sowie mehreren Inselstaaten und Territorien im westlichen Pazifik waren kleinere Wellen möglich.
Phivolcs behielt seine Warnung für die Küstenregionen zunächst aufrecht, erklärte jedoch, zunächst seien keine ungewöhnlich hohen Wellen beobachtet worden. Kurz nach dem Beben verzeichnete die Behörde in sechs Gebieten Flutwellen mit einer Höhe von bis zu 1,4 Metern. Das US-Tsunami-Warnzentrum hatte zuvor vor bis zu drei Meter hohen Wellen in dem südostasiatischen Inselstaat gewarnt. „Auf Grundlage aller verfügbaren Daten werden gefährdete Tsunami-Wellen für einige Küstenabschnitte vorhergesagt“, erklärte die USGS.
Das US-Tsunami-Warnzentrum hob seine Warnung mehrere Stunden nach dem Beben wieder auf. Auch Indonesien zog seine Tsunami-Warnung zurück. Das Pazifische Tsunami-Warnzentrum (PTWC) erklärte, für Hawaii oder die Küste des amerikanischen Festlands bestehe keine Gefahr. Phivolcs kündigte an, die Lage noch mehrere Stunden weiter zu beobachten.
Augenzeugenberichte aus der Erdbebenregion
Augenzeugen schilderten die Heftigkeit der Erschütterungen. Die Provinzreporterin Noreen Ygonia sagte: „Ich dachte, es wäre mein Ende. Ich habe einfach angefangen zu beten. Es hat so heftig gebebt, dass ich mich kaum bewegen konnte.“ Eine Bewohnerin von Koronadal berichtete: „Wir haben nur noch geschrien, weil wir solche Angst hatten.“ Menschen liefen in Panik auf die Straßen, Gebäude stürzten ein.
Geologischer Hintergrund: Pazifischer Feuerring
Geologisch liegt das Epizentrum in einer der aktivsten Erdbebenzonen der Erde. Die Philippinen und Indonesien befinden sich am sogenannten Pazifischen Feuerring, einem hufeisenförmigen Gürtel aus tektonischen Verwerfungen rund um den Ozean, an dem mehrere Kontinentalplatten aufeinandertreffen. In dieser Zone kommt es häufig zu starken Erdbeben und Vulkanausbrüchen. Die Philippinen zählen zu den katastrophenanfälligsten Ländern der Welt; der Archipel wird zudem jedes Jahr von etwa 20 Taifunen und tropischen Stürmen heimgesucht.
Die genauen Folgen des Bebens blieben zunächst unübersichtlich. Die philippinische Katastrophenschutzbehörde erklärte, Berichte über mögliche Todesopfer und Verletzte würden noch überprüft. Die Aufräumarbeiten und die Schadensaufnahme in den betroffenen Küstengebieten dauerten an.
Die Nachricht wurde am 08.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet und ist der Nachrichtenagentur APA zuzuordnen.
Fragen & Antworten
Wo lag das Epizentrum des Erdbebens?
Das Epizentrum lag nach Angaben des GFZ Potsdam und der USGS vor der südphilippinischen Insel Mindanao, südwestlich der Stadt General Santos, beziehungsweise südwestlich der Gemeinde Maasim in der Provinz Sarangani.
Wie viele Tote und Verletzte werden gemeldet?
Die philippinische Polizei meldete mindestens drei Tote und vier Verletzte; der Katastrophenschutz sprach vorläufig von möglicherweise acht Toten, wies aber darauf hin, dass die Zahl noch überprüft werden müsse.
Warum wurden Tsunami-Warnungen für mehrere Länder herausgegeben?
Wegen der Stärke des Bebens und der Lage des Epizentrums vor der Küste Mindanaos gaben die Philippinen, Indonesien und Japan Warnungen für ihre Küstenregionen heraus; das US-Tsunami-Warnzentrum warnte vor Wellen von bis zu drei Metern. Die Warnungen wurden wenige Stunden später wieder aufgehoben.