Zwei schwere Erdbeben erschüttern Venezuela – Trump bietet Hilfe an
Caracas, 25 Juni 2026
Daniel Torok / Wikimedia Commons / Public domain
Kurzfassung
Zwei Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 haben Venezuela innerhalb einer Minute erschüttert. Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez rief den Notstand aus, US-Präsident Donald Trump bot den USA schnelle Unterstützung an.
Caracas, 25 Juni 2026
Zwei schwere Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 haben Venezuela am Mittwochabend (Ortszeit) innerhalb einer Minute erschüttert, woraufhin Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez den Notstand ausrief und US-Präsident Donald Trump den USA schnelle Hilfe zusagte.
Epizentrum und Ausmaß der Erdstöße
Die Erdstöße trafen das Land am Abend gegen 18:04 Uhr Ortszeit. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS lag das Epizentrum des ersten Bebens 24 Kilometer östlich von San Felipe im Nordwesten Venezuelas in einer Tiefe von 21,9 Kilometern. Das zweite Beben ereignete sich in einer Tiefe von nur 10 Kilometern. Ersten Erkenntnissen zufolge sind mindestens 32 Menschen ums Leben gekommen und rund 700 weitere verletzt worden.
Die Beben brachten Häuser zum Einstürzen und lösten vielerorts Panik aus. Innenminister Diosdado Cabello bestätigte im staatlichen Fernsehen den Einsturz mehrerer Gebäude und Wohnhäuser und sprach von einer äußerst alarmierenden Situation. Im Hauptstadtbezirk Chacao konnten laut Bürgermeister Gustavo Duque allein aus einem Haus 18 Überlebende gerettet werden. Im Küstenbundesstaat Falcon gab es nach Angaben von Gouverneur Victor Clark 22 Verletzte, zudem würden 15 Erwachsene vermisst.
Die Erschütterungen des Bebens waren auch in Kolumbien zu spüren. Eine für Puerto Rico, die Jungferninseln, Aruba, Curaçao und Bonaire ausgegebene Tsunami-Warnung wurde wieder aufgehoben. Allein in den relativ nahen Städten Puerto Cabello und San Felipe leben nach USGS-Angaben zusammen etwas mehr als 400.000 Menschen. Die automatische Modellrechnung der US-Erdbebenwarte basierend auf der Stärke des Bebens und der Nähe einiger Städte legte eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit von mehr als Tausend Todesopfern nahe.
Ausrufung des Notstands
Präsidentin Rodriguez, die das Land seit dem Sturz von Präsident Nicolas Maduro durch die USA im Jänner führt, erklärte den Notstand. Sie sprach von einem „Vorfall mit schwerwiegenden Folgen“. Rodríguez erklärte, einige Bundesstaaten seien besonders betroffen, darunter La Guaira. In Krankenhäusern wie dem Hospital de Clinicas in Caracas wurde das Personal für die Nachtschicht verdoppelt, um die Verletzten zu versorgen. Der Schulunterricht wurde ausgesetzt, der Zugverkehr eingestellt.
Auch der internationale Flughafen der Hauptstadt Caracas stellte wegen Schäden den Betrieb ein. Um Explosionen durch Nachbeben zu verhindern, ordneten die Behörden an, die Gaszufuhr zu unterbrechen. Es habe bereits 20 Nachbeben gegeben. Die Beben ereigneten sich an einem gesetzlichen Feiertag zur Unabhängigkeit des Landes, weshalb sich viele Venezolaner in ihren Häusern aufhielten.
Internationale Hilfszusagen
US-Präsident Donald Trump schrieb auf Truth Social von einer „verheerenden Zahl an Todesopfern“. Er habe alle Behörden seiner Regierung angewiesen, sich auf schnelle Hilfe vorzubereiten, so Trump. Die USA seien „bereit, willens und in der Lage“, das südamerikanische Land zu unterstützen. „Wir werden für unsere neuen und großartigen Freunde da sein“, erklärte der US-Präsident. Das US-Außenministerium richtete nach eigenen Angaben einen Krisenstab ein, um in Absprache mit der venezolanischen Regierung Such- und Rettungsmannschaften sowie humanitäre und medizinische Hilfe zu schicken.
Die US-Botschaft in Caracas rief amerikanische Staatsbürger auf, sichere Zufluchtsorte aufzusuchen. Auch Brasilien signalisierte Hilfsbereitschaft. Der Präsident der Dominikanischen Republik, Luis Abinader, erklärte spezialisierte Such- und Rettungsteams der Streitkräfte würden in der Früh nach Venezuela aufbrechen. Der Präsident von El Salvador, Nayib Bukele, schrieb ebenfalls auf der Plattform X, es stünden 300 Rettungskräfte und Sanitäter sowie 50 Tonnen Hilfsgüter bereit, um in die venezolanische Hauptstadt Caracas gebracht zu werden.
Weitere Meldungen
Die Erdbebenkatastrophe überschattet weitere internationale Entwicklungen. Bundeskanzler Friedrich Merz nimmt an diesem Donnerstag an der Ukraine-Wiederaufbau-Konferenz in Danzig teil. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird sich bei dem zweitägigen Treffen in der polnischen Ostseemetropole von Regierungschefin Julia Swyrydenko vertreten lassen. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk sicherte der Ukraine anhaltende Unterstützung zu und kündigte 200 Verträge für den Wiederaufbau im Milliardenwert an.
In Berlin wurde unterdessen eine fünf Meter hohe Bronzestele in Form eines Baumstamms im Tiergarten eingeweiht, die an die in der NS-Zeit verfolgten und ermordeten Zeugen Jehovas erinnert. Tausende kamen in Konzentrationslager, wo man sie mit einem „lila Winkel“ stigmatisierte. Mehr als 1700 Zeugen Jehovas wurden getötet. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner nannte das Mahnmal „eine Verbeugung vor den Opfern des Nationalsozialismus“. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer sagte bei der Einweihung, mit dem Mahnmal werde eine Lücke in der deutschen Erinnerungskultur geschlossen.
Hintergrund: Urteil in Moskau
In Russland verurteilte ein Gericht in Moskau den Oppositionspolitiker Maxim Kruglow schuldig, Unwahrheiten über die russische Armee verbreitet zu haben. Grundlage waren demnach zwei Beiträge in sozialen Medien aus dem Jahr 2022 zum Krieg in der Ukraine. Kruglow gehört der Oppositionspartei Jabloko an. Die Wahl des russischen Parlaments soll im September stattfinden.
Ebola-Fall in Frankreich und Hitzewelle
Währenddessen ist erstmals seit Beginn des aktuellen Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo das Virus nachweislich nach Europa eingeschleppt worden. Positiv getestet wurde ein Mann in Frankreich, der als Arzt einer Hilfsorganisation mit einem Linienflug aus Kinshasa in die französische Hauptstadt zurückkehrte. Direkt nach seiner Ankunft wurde er in ein Krankenhaus gebracht und dort isoliert. Der Zustand des Mannes sei stabil, hieß es. Im Kongo stieg die Zahl der bestätigten Ebola-Fälle kürzlich auf mehr als 1000, etwa 260 Erkrankte starben bisher – auch weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt.
Meteorologen rechnen bis zum Wochenende an manchen Orten der Bundesrepublik mit Temperaturen von bis zu 41 Grad Celsius. Damit könnte auch der bisherige deutsche Juni-Rekord übertroffen werden. Insgesamt sind von der gegenwärtigen Hitzewelle in Europa Hunderte Millionen Menschen betroffen. Die Regierungen müssten deshalb „Investitionen in klimaresiliente Gesundheitssysteme Priorität einräumen“, forderte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus.
Fragen & Antworten
Wie schwer waren die Erdbeben in Venezuela?
Zwei Beben der Stärke 7,2 und 7,5 erschütterten Venezuela innerhalb einer Minute. Das Epizentrum des ersten Bebens lag 24 Kilometer östlich von San Felipe in einer Tiefe von 21,9 Kilometern, das zweite in nur 10 Kilometern Tiefe.
Was hat US-Präsident Trump angekündigt?
Trump erklärte auf Truth Social, alle Behörden seiner Regierung seien angewiesen worden, sich auf schnelle Hilfe vorzubereiten. Er bezeichnete die USA als „bereit, willens und in der Lage“, Venezuela zu unterstützen, und kündigte einen Krisenstab des Außenministeriums an.
Wie ist der aktuelle Stand des Ebola-Ausbruchs?
Im Kongo stieg die Zahl der bestätigten Ebola-Fälle auf mehr als 1000, etwa 260 Menschen starben. Erstmals wurde das Virus vom Typ Bundibugyo, für den es weder Impfstoff noch spezielle Therapie gibt, bei einem Arzt aus Frankreich nach einer Rückkehr aus Kinshasa nachgewiesen.
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