Pogacar gewinnt zehnte Tour-Etappe am französischen Nationalfeiertag im Zentralmassiv
Le Lioran, 14. Juli 2026
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Kurzfassung
Der slowenische Weltmeister Tadej Pogacar hat die zehnte Etappe der 113. Tour de France am französischen Nationalfeiertag als Solist in Le Lioran gewonnen. Im Gesamtklassement baute er seinen Vorsprung vor dem Dänen Jonas Vingegaard auf 3:36 Minuten aus.
Titelverteidiger Tadej Pogacar hat die zehnte Etappe der 113. Tour de France am französischen Nationalfeiertag als Solist in Le Lioran gewonnen und seine Führung im Gesamtklassement ausgebaut.
Hintergrund: Pogacar setzt auf Attacke im Hochgebirge
"Titelverteidiger Tadej Pogacar hat die zehnte Etappe bei der Tour de France am Nationalfeiertag gewonnen", hieß es aus der dpa-Meldung. "In Le Lioran feierte der Slowene seinen dritten Etappensieg des Jahres und den 24. insgesamt." Der Sieg des 27-Jährigen aus dem UAE Team Emirates-XRG war das Ergebnis einer konsequenten Teamarbeit und eines entschlossenen Angriffs in den letzten Anstiegen des Zentralmassivs.
Die Etappe führte über 166,6 Kilometer von Aurillac nach Le Lioran, einem Wintersportort im Zentralmassiv, und galt als eine der schwereren Bergetappen dieser Rundfahrt. Insgesamt mussten die Fahrer rund 3.800 Höhenmeter und sieben kategorisierte Anstiege bewältigen. Am Ziel lag die Straße auf 1.240 Metern Höhe. Eine ursprünglich längere Strecke war wegen der anhaltenden Hitzewelle um etwa 30 Kilometer verkürzt worden. Für die Veranstalter war es das erste Mal in der Geschichte der Tour, dass eine Etappe wegen extremer Hitze gekürzt wurde.
Bereits am vorletzten Anstieg, rund 16 Kilometer vor dem Ziel, setzte sich Pogacar entscheidend ab. Wie die dpa schrieb: "Am vorletzten Anstieg einer harten Etappe ... lancierte der 27-Jährige 16 km vor dem Ziel den entscheidenden Angriff." Der Slowene überholte dabei den zuvor solo fahrenden Ecuadorianer Richard Carapaz vom Team EF Education-EasyPost und baute seinen Vorsprung auf den verbliebenen Kilometern kontinuierlich aus. "Schnappte sich Pogacar Richard Carapaz (EF Education - EasyPost) an der Spitze des Rennens", hieß es im Bericht weiter.
Etappenverlauf: Von Aurillac nach Le Lioran
Am Ende überquerte Pogacar mit einer Siegerzeit von 3:58:08 Stunden das Ziel und hatte im Ziel 32 Sekunden Vorsprung vor dem zweitplatzierten Remco Evenepoel aus Belgien. "Der Belgier", wie Evenepoel in der Meldung bezeichnet wurde, fährt in diesem Jahr für das Team Red Bull-Bora-hansgrohe und wird als Doppel-Olympiasieger beschrieben. "Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel" habe damit seine starke Form in den Hochgebirgsetappen der zweiten Tour-Woche bestätigt.
Den dritten Platz auf der Etappe belegte der als "französischer Jungstar" beschriebene Paul Seixas vom Team Decathlon-CMA CGM. Er kam zeitgleich mit dem deutschen Red-Bull-Bora-hansgrohe-Fahrer Florian Lipowitz ins Ziel, beide 34 Sekunden hinter dem Sieger. "Überzeugen kann auch Florian Lipowitz", schrieb die dpa über den Ulmer, der die vergangene Tour de France auf dem dritten Gesamtrang beendet hatte. Mit seinem vierten Etappenrang setzte der Deutsche im Gesamtklassement auf Platz sechs (+4:44) ein Ausrufezeichen.
Platzierungen: Evenepoel, Seixas und Lipowitz im Spitzenfeld
Hinter Lipowitz und Seixas belegten der Spanier Juan Ayuso vom Team Lidl-Trek (+0:38) und der Däne Mattias Skjelmose (ebenfalls +0:38) die Plätze fünf und sechs. Der zweimalige Toursieger Jonas Vingegaard aus Dänemark, der für das Team Visma - Lease a Bike fährt, kam mit 44 Sekunden Rückstand auf Rang sieben. "Der Däne des Teams Visma - Lease a Bike erst zwölf Sekunden hinter Red-Bull-Fahrer Evenepoel sichtlich erschöpft im Ziel ankam", schilderte die dpa den Zustand des Dänen am Berg.
Im Gesamtklassement liegt nach zehn von 21 Etappen weiterhin der Slowene Pogacar in Führung. Sein Vorsprung auf den zweitplatzierten Vingegaard beträgt 3:36 Minuten, auf den drittplatzierten Evenepoel 4:06 Minuten. "Damit rückt er in der Rekordliste nah an den viertplatzierten André Leducq (Frankreich/25) heran", hieß es mit Blick auf die ewige Bestenliste der Etappensiege bei der Tour. Hinter den drei Spitzenreitern folgen Ayuso (+4:22), Seixas (+4:35), Lipowitz (+4:44), der Mexikaner Isaac del Toro (+5:08), Skjelmose (+5:45), der Franzose Lenny Martinez (+6:34) und der Brite Tom Pidcock (+11:49).
Gesamtklassement: Pogacar baut Vorsprung auf Vingegaard aus
Auf Pogacars Teamkollegen entfiel im Gesamtklassement ein deutlich bescheideneres Ergebnis: "Pogacars oberösterreichischer Teamkollege Felix Großschartner" beendete die Etappe auf Rang 40 mit einem Rückstand von 21:23 Minuten und liegt im Gesamtklassement mit 1:06:02 Stunden Rückstand auf Platz 34. Sein Landsmann Marco Haller war ebenfalls am Start. Eine Spur besser verlief das Rennen für den österreichischen Mitstreiter Felix Gall, der in diesem Jahr allerdings nicht für die Tour nominiert worden war, wie der dpa-Bericht anmerkte.
Eine besondere Note erhielt der Tag durch den Kalender: Die zehnte Etappe fand am 14. Juli statt, dem französischen Nationalfeiertag, dem Tag des Sturms auf die Bastille. Wenige Tage zuvor, am 12. Juli, hatten die Fahrer die neunte Etappe über 185,5 Kilometer von Malemort nach Ussel absolviert, gefolgt vom ersten Ruhetag am 13. Juli. Pogacar hatte sich zwei Jahre zuvor an gleicher Stelle, in Le Lioran, in einem engen Schlusssprint Jonas Vingegaard geschlagen geben müssen. Diesmal drehte der Slowene den Spieß um und feierte einen überlegenen Solo-Sieg.
Hitzewelle: Erstmals Etappe wegen extremer Temperaturen verkürzt
Nicht nur sportlich, auch klimatisch sorgte die Etappe für Schlagzeilen. Der deutsche Routinier John Degenkolb (37) hatte im ZDF-Interview die extremen Bedingungen dieser Tour hervorgehoben: "Ich muss sagen, die Hitze, die wir die letzten neun Tage durchleben mussten, kommt an nichts ran, was vorher war." Weiter sagte er: "Wir hatten die letzten Jahren mal drei, vier Tage, als es unfassbar heiß war. Aber jetzt war es wirklich die ganze Woche wie in der Wüste. Bis zu 40 Grad." Sein Urteil fiel unmissverständlich aus: "Das toppt alles." Im Bus des Teams habe das Thermometer sogar 43 Grad angezeigt. "Im Bus hat das Thermometer 43 Grad angezeigt", wurde Degenkolb zitiert.
Trotz dieser Belastungen blieben die Durchschnittsgeschwindigkeiten der Fahrer auf Rekordniveau; ein Leistungsabfall sei bislang nicht zu beobachten, hieß es im Bericht. Die Organisatoren hatten angesichts der Hitzewelle unter anderem die Verpflegungsregeln gelockert. Die durchschnittliche Temperatur an den ersten neun Renntagen lag laut dpa bei 32,4 Grad Celsius - im Vergleich zu 25,9 Grad im Durchschnitt der Tour de France 2022. "Dementsprechend kam es ganz gelegen, dass die Etappe zumindest mal um 30 Kilometer verkürzt würde", ordnete der Bericht den Schritt ein.
Die elf Etappen am Mittwoch, die nach dem Ruhetag ansteht, verspricht für die Fahrer deutlich mildere Bedingungen und vor allem für Sprinter interessante Chancen. "Über 161 Kilometer geht es von Vichy nach Nevers fast ausschließlich über flaches Terrain", schrieb die dpa. "Lediglich zwei Bergwertungen der vierten Kategorie warten auf die Fahrer." Damit dürfte nach den Strapazen im Zentralmassiv wieder ein Massensprint wahrscheinlich sein. Der zweite Ruhetag der Rundfahrt folgt am 20. Juli, das Finale mit der 21. Etappe von Thoiry auf die Pariser Champs-Élysées (133 km) steht am 26. Juli auf dem Programm.
Ausblick: Flachetappe nach Nevers am Mittwoch
Mit dem 24. Etappensieg seiner Karriere hat Pogacar den Abstand zur Spitze der ewigen Bestenliste weiter verkürzt. Den Rekord hält der Brite Mark Cavendish mit 35 Tagessiegen, der Franzose André Leducq folgt mit 25 Siegen auf Platz vier. Pogacar fehlt damit nur noch ein weiterer Etappensieg, um zu Leducq aufzuschließen und in die Top vier der erfolgreichsten Etappenjäger der Tour-Geschichte vorzustoßen. Sollte Pogacar die Gesamtwertung gewinnen, wäre es sein fünfter Toursieg nach den Erfolgen 2020, 2021 und 2024.
Die 113. Tour de France war am 4. Juli 2026 mit einem 19,6 Kilometer langen Einzelzeitfahren in Barcelona eröffnet worden. Nach zehn Etappen führt der slowenische Weltmeister die Rundfahrt souverän an. Mit Blick auf die bevorstehende Flachetappe nach Nevers und das bevorstehende Finale in den Alpen und Pyrenäen bleibt abzuwarten, ob Pogacar seinen Vorsprung weiter ausbauen kann oder ob Vingegaard, Evenepoel und die starken Nachwuchsfahrer Seixas und Lipowitz noch einmal in Schlagdistanz gelangen können.
Beim Zieleinlauf in Le Lioran hatte sich unter den Augen zahlreicher Zuschauer ein Bild gezeigt, das die Dynamik dieser Tour gut zusammenfasst: Ein sichtlich erschöpfter Vingegaard im Ziel, derweil Pogacar bereits im Maillot Jaune den Sieg feierte - ein weiterer Beleg für die Dominanz des Slowenen in dieser Saison.
Fragen & Antworten
Wer hat die zehnte Etappe der Tour de France 2026 gewonnen?
Tadej Pogacar vom UAE Team Emirates-XRG gewann die zehnte Etappe von Aurillac nach Le Lioran als Solist und feierte seinen 24. Etappensieg bei einer Tour de France.
Wie groß ist Pogacars Vorsprung im Gesamtklassement nach zehn Etappen?
Pogacar führt das Gesamtklassement nach zehn Etappen mit 3:36 Minuten Vorsprung auf den Dänen Jonas Vingegaard und 4:06 Minuten auf den Belgier Remco Evenepoel an.
Warum wurde die zehnte Etappe verkürzt?
Die Etappe wurde wegen der anhaltenden Hitzewelle um rund 30 Kilometer verkürzt - erstmals in der Geschichte der Tour de France wurde so ein Schritt aus Witterungsgründen notwendig.
Pogacar Tour-Etappe 10 Sieg Le Lioran Nationalfeiertag 2026 | nachrichten360