Titelverteidiger Tadej Pogacar hat die zehnte Etappe der 113. Tour de France am französischen Nationalfeiertag als Solist in Le Lioran gewonnen und seine Führung im Gesamtklassement ausgebaut.
Hintergrund: Pogacar setzt auf Attacke im Hochgebirge
"Titelverteidiger Tadej Pogacar hat die zehnte Etappe bei der Tour de France am Nationalfeiertag gewonnen", hieß es aus der dpa-Meldung. "In Le Lioran feierte der Slowene seinen dritten Etappensieg des Jahres und den 24. insgesamt." Der Sieg des 27-Jährigen aus dem UAE Team Emirates-XRG war das Ergebnis einer konsequenten Teamarbeit und eines entschlossenen Angriffs in den letzten Anstiegen des Zentralmassivs.
Die Etappe führte über 166,6 Kilometer von Aurillac nach Le Lioran, einem Wintersportort im Zentralmassiv, und galt als eine der schwereren Bergetappen dieser Rundfahrt. Insgesamt mussten die Fahrer rund 3.800 Höhenmeter und sieben kategorisierte Anstiege bewältigen. Am Ziel lag die Straße auf 1.240 Metern Höhe. Eine ursprünglich längere Strecke war wegen der anhaltenden Hitzewelle um etwa 30 Kilometer verkürzt worden. Für die Veranstalter war es das erste Mal in der Geschichte der Tour, dass eine Etappe wegen extremer Hitze gekürzt wurde.
Bereits am vorletzten Anstieg, rund 16 Kilometer vor dem Ziel, setzte sich Pogacar entscheidend ab. Wie die dpa schrieb: "Am vorletzten Anstieg einer harten Etappe ... lancierte der 27-Jährige 16 km vor dem Ziel den entscheidenden Angriff." Der Slowene überholte dabei den zuvor solo fahrenden Ecuadorianer Richard Carapaz vom Team EF Education-EasyPost und baute seinen Vorsprung auf den verbliebenen Kilometern kontinuierlich aus. "Schnappte sich Pogacar Richard Carapaz (EF Education - EasyPost) an der Spitze des Rennens", hieß es im Bericht weiter.
Etappenverlauf: Von Aurillac nach Le Lioran
Am Ende überquerte Pogacar mit einer Siegerzeit von 3:58:08 Stunden das Ziel und hatte im Ziel 32 Sekunden Vorsprung vor dem zweitplatzierten Remco Evenepoel aus Belgien. "Der Belgier", wie Evenepoel in der Meldung bezeichnet wurde, fährt in diesem Jahr für das Team Red Bull-Bora-hansgrohe und wird als Doppel-Olympiasieger beschrieben. "Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel" habe damit seine starke Form in den Hochgebirgsetappen der zweiten Tour-Woche bestätigt.
Den dritten Platz auf der Etappe belegte der als "französischer Jungstar" beschriebene Paul Seixas vom Team Decathlon-CMA CGM. Er kam zeitgleich mit dem deutschen Red-Bull-Bora-hansgrohe-Fahrer Florian Lipowitz ins Ziel, beide 34 Sekunden hinter dem Sieger. "Überzeugen kann auch Florian Lipowitz", schrieb die dpa über den Ulmer, der die vergangene Tour de France auf dem dritten Gesamtrang beendet hatte. Mit seinem vierten Etappenrang setzte der Deutsche im Gesamtklassement auf Platz sechs (+4:44) ein Ausrufezeichen.
Platzierungen: Evenepoel, Seixas und Lipowitz im Spitzenfeld
Hinter Lipowitz und Seixas belegten der Spanier Juan Ayuso vom Team Lidl-Trek (+0:38) und der Däne Mattias Skjelmose (ebenfalls +0:38) die Plätze fünf und sechs. Der zweimalige Toursieger Jonas Vingegaard aus Dänemark, der für das Team Visma - Lease a Bike fährt, kam mit 44 Sekunden Rückstand auf Rang sieben. "Der Däne des Teams Visma - Lease a Bike erst zwölf Sekunden hinter Red-Bull-Fahrer Evenepoel sichtlich erschöpft im Ziel ankam", schilderte die dpa den Zustand des Dänen am Berg.
