Mathieu van der Poel hat am Sonntag die wegen extremer Hitze um rund 30 Kilometer verkürzte 9. Etappe der 113. Tour de France zwischen Malemort und Ussel im Sprint einer vierköpfigen Ausreißergruppe gewonnen.
Der Niederländer vom belgischen Team Alpecin-PremierTech setzte sich auf der leicht ansteigenden Zielgeraden gegen den Norweger Tobias Johannessen (Uno-X) und den Briten Tom Pidcock (Pinarello-Q36.5) durch. Für den 31-jährigen Niederländer, der früherer Weltmeister ist, war es der insgesamt dritte Etappensieg bei einer Frankreich-Rundfahrt, nachdem er bereits 2025 und 2021 ein Teilstück gewonnen hatte. Insgesamt zählte der Erfolg in Ussel als sein 61. Profisieg.
Hitzetektor und Etappenrekord
Die Etappe war ursprünglich in einer Länge von 185,5 km geplant gewesen, wurde aber wegen der grossen Hitze verkürzte 9. Etappe auf 154,6 km verkürzt. Die 9. Etappe zwischen Malemort und Ussel war wegen extremer Hitze um 30 km auf 155,5 km verkürzt worden. Der Start im Département Corrèze, für das Météo France die rote Alarmstufe ausgerufen hat, erfolgte bei Temperaturen von rund 38 Grad Celsius im Schatten, örtlich wurden sogar annähernd 40 Grad gemessen. Es ist das erste Mal in der langen Geschichte der Tour de France, dass eine Etappe wegen zu hoher Temperaturen gekürzt wurde.
Die Verkürzung war von den Organisatoren nach Gesprächen mit Behörden und Teams beschlossen worden. Vor dem Start waren Gelb-Träger Tadej Pogačar und sein Rivale Jonas Vingegaard mit Sonnenschirmen vor der brennenden Sonne abgeschirmt worden, viele Fahrer trugen Kühlwesten oder stopften sich Eis in die Trikots. Die Fahrergewerkschaft CPA hatte vor dem Etappenstart in einem Schreiben gefordert, die Startzeiten von Sommer-Rennen anzupassen, um die Gesundheit der Athleten zu schützen.
Ausreißer prägen das Renngeschehen
Der Rennverlauf war von einer Reihe von Ausreißerversuchen geprägt. Marc Hirschi vom Tudor-Team setzte sich im Verbund mit anderen Fahrern ab und fuhr eine Weile in der Spitzengruppe, 66 Kilometer vor dem Ziel wurde der Berner dann wieder vom Feld geschluckt. Marc Hirschi, der sich ebenfalls an einem Ausreissversuch beteiligt hatte, schaffte es am Ende mit den Favoriten ins Ziel. Im ersten Feld mit den Tour-Favoriten um Pogacar, Vingegaard und Co. hielten sich auch Yannis Voisard und Marc Hirschi.
Nach rund 60 Kilometern setzten sich 16 Fahrer vom Feld ab, am Anstieg zum Suc au May formierte sich eine achtköpfige Spitzengruppe. Sie sprengten die achtköpfige Spitzengruppe, als der Rückstand auf 30 Sekunden schmolz, griffen vorne Mathieu van der Poel, Tom Pidcock, Tobias Johannessen und Alex Baudin nochmals an. Etwa 24 Kilometer vor dem Ziel attackierte van der Poel an der letzten kategorisierten Bergwertung, 15 Kilometer vor dem Ziel hatte sich die Vierergruppe endgültig vom Rest der Ausreißer abgesetzt.
Vierergruppe entscheidet den Sprint
Im Feld versuchte auch das Team Emirates von Leader Tadej Pogacar, im Feld die Lücke zur Fluchtgruppe zu schliessen. Das Feld kam zum Schluss noch bis auf sechs Sekunden an die Ausreisser heran. Die Ausreißer schaffte es auf den letzten Drücker vor dem heranrauschenden Feld ins Ziel in Ussel. Pidcock hatte unterwegs kurz ein Materialproblem, konnte aber wieder zur Gruppe aufschließen.