Belfast, 10 Juni 2026

Eine Messerattacke auf einen Mann in Nordbelfast hat am späten Montagabend schwere ausländerfeindliche Ausschreitungen in der nordirischen Hauptstadt ausgelöst, bei denen Hunderte Menschen Straßenschlachten mit Sicherheitskräften führten, Busse und Wohnhäuser in Brand setzten und die Polizei den Einsatz gepanzerter Fahrzeuge anordnete.

Die Tat und ihre Folgen

Auslöser der Unruhen war eine Messerattacke, die sich am späten Montagabend im Norden Belfasts ereignet hatte. Ein als Asylbewerber eingereister Sudanese hat in Belfast einen Mann brutal niedergestochen. Ein Mann in den Vierzigern erlitt dabei schwere Augenverletzungen sowie tiefe Schnittwunden an Kopf, Hals und Rücken und befand sich nach Angaben der Ermittler in lebensbedrohlichem Zustand. Am Tatort wurde ein Küchenmesser sichergestellt.

Bereits am Dienstagabend erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den mutmasslichen Täter. Es handelt sich um einen 30-jährigen sudanesischen Staatsangehörigen. Ihm werden versuchter Mord, das Mitführen einer Stichwaffe in der Öffentlichkeit sowie Todesdrohungen vorgeworfen. Er soll am Mittwoch vor dem Haftrichter in Belfast erscheinen. Wie die Polizei mitteilte, lebte der Mann zuletzt in Belfast. Er war im Februar 2023 mit dem Bus von Dublin nach Nordirland eingereist, nachdem er zuvor von Paris aus nach Irland geflogen war. Im September 2023 wurde seinem Asylantrag stattgegeben, womit er ein Bleiberecht im Vereinigten Königreich erhielt.