Österreich Unternehmen Abwanderung KSV1870 Wien, 29. April 2026
Ein Sechstel aller Unternehmen in Österreich erwägt, Teile ihrer Wertschöpfungskette ins Ausland zu verlagern oder ganz abzuwandern. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des KSV1870 hervor, die am 29. April 2026 veröffentlicht wurde.
Gründe für die Abwanderungspläne
Die hohen Kosten, eine anhaltende Konsumflaute und der Fachkräftemangel stellen die größten Herausforderungen für Unternehmen in Österreich dar. Laut der Erhebung sind 17 Prozent der Betriebe – das entspricht rund 110.000 wirtschaftlich relevanten Unternehmen – mit dem Gedanken an eine Verlagerung beschäftigt.
Ricardo-José Vybiral, CEO des KSV1870, zeigte sich besorgt über die Ergebnisse. „Das ist bedenklich und leider alarmierend“, sagte er wörtlich. Die Zahlen deuten darauf hin, dass viele Unternehmen die Rahmenbedingungen in Österreich als nicht mehr wettbewerbsfähig einschätzen.
Industriestrategie 2035 stößt auf Kritik
Besonders gering ist die Zufriedenheit mit der „Industriestrategie Österreich 2035“. Nur sechs Prozent der betroffenen Unternehmen bewerten diese Initiative positiv. Die Strategie, die eigentlich den industriellen Standort stärken sollte, scheint bei den Unternehmen kaum Vertrauen zu wecken.
Experten sehen hier dringenden Handlungsbedarf. Die Kombination aus strukturellen Problemen wie dem Fachkräftemangel und externen Faktoren wie der Nahost-Krise oder globalen Lieferkettenstörungen verschärft die Situation. Unternehmen suchen zunehmend nach Alternativen, die langfristig stabilere Bedingungen versprechen.

