Das Landesgericht Salzburg hat ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung über die Vermögenswerte der QimiQ Handels GmbH eröffnet.

## Finanzielle Lage und Gläubiger Die QimiQ Handels GmbH weist Verbindlichkeiten in Höhe von rund 8,66 Millionen Euro auf, die sich auf 159 Gläubiger verteilen. Die festen Vermögenswerte des Unternehmens haben einen Buchwert von etwa 1,38 Millionen Euro, während der geschätzte Liquidationswert lediglich 130.500 Euro beträgt. Gläubiger können ihre Forderungen bis zum 18. Juni anmelden.

Das Unternehmen bietet seinen Gläubigern eine Quote von 20 Prozent an, die innerhalb von zwei Jahren nach Annahme des Sanierungsplans ausgezahlt werden soll. Diese Quote soll durch die Fortführung des Unternehmens finanziert werden. Der erste Gläubigertag und Berichtstermin ist für den 6. Mai um 8:45 Uhr am Landesgericht Salzburg angesetzt. Der Prüfungs- und Sanierungstermin ist für den 2. Juli um 9:00 Uhr vorgesehen.

## Hintergrund und Insolvenzursachen Die QimiQ Handels GmbH entwickelt Produkte von der Rezeptur bis hin zu Lebensmittelkonzepten und vertreibt diese an Produktionsbetriebe in der Industrie. Die Insolvenz betrifft den Geschäftsführer sowie zwei Mitarbeiter.

Als Hauptgrund für die finanzielle Schieflage gilt ein Lieferstopp der SalzburgMilch GmbH zu Beginn des Jahres 2026, der zu fehlenden Waren und ausbleibenden Umsätzen führte. Intensive Verhandlungen mit der SalzburgMilch, einschließlich einer möglichen Beteiligung, scheiterten schließlich im März 2026. Ein dauerhafter Liquiditätsmangel führte schließlich zur Insolvenz und Überschuldung des Unternehmens.

Der Salzburger Rechtsanwalt Thomas Payer wurde zum Insolvenzverwalter bestellt. Das Verfahren läuft als Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung, was bedeutet, dass das Unternehmen unter Aufsicht des Gerichts weitergeführt werden soll, um die Gläubigerquote zu sichern.

## Nächste Schritte und Ausblick Die weitere Entwicklung hängt maßgeblich von der Annahme des Sanierungsplans durch die Gläubiger ab. Sollte dieser angenommen werden, könnte das Unternehmen seine Tätigkeit unter den neuen Rahmenbedingungen fortsetzen. Andernfalls droht die Liquidation der verbliebenen Vermögenswerte.

Die geringe Differenz zwischen Buchwert und Liquidationswert der Vermögenswerte deutet darauf hin, dass eine Fortführung des Unternehmens für die Gläubiger die lukrativere Option darstellt. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die vorgeschlagene Quote von 20 Prozent ausreicht, um die Gläubiger zu überzeugen.