Erdoğan überreicht Nato-Gipfelteilnehmern scharfe Revolver als Gastgeschenke
Ankara, 09. Juli 2026
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Kurzfassung
Beim Nato-Gipfel in der Türkei hat Präsident Recep Tayyip Erdoğan den teilnehmenden Staats- und Regierungschefs personalisierte Revolver mit scharfer Munition überreicht. Bundeskanzler Friedrich Merz und der britische Premier Keir Starmer gehören zu den Empfängern, wobei Starmer seine Waffe aus Sorge um die strengen britischen Waffengesetze in der Türkei ließ.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat beim Nato-Gipfel in Ankara den teilnehmenden Staats- und Regierungschefs, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz und dem britischen Premierminister Keir Starmer, personalisierte Revolver mit scharfer Munition als Gastgeschenke überreicht, was international für Aufsehen sorgt.
Die ungewöhnlichen Gastgeschenke wurden erst nach dem Ende des Gipfels bekannt. Wie der "Guardian" und die Nachrichtenagentur Press Association übereinstimmend berichteten, schilderte der britische Premier Keir Starmer Reportern auf seinem Heimflug, dass jeder Teilnehmer einen Revolver mit scharfer Munition erhalten habe. Demnach war der Name jedes Empfängers in die jeweilige Waffe eingraviert. Begleitet wurde jedes Geschenk von einer von Erdoğan ausgestellten Exportgenehmigung.
Hintergrund: Ungewöhnliches Präsent auf höchster Ebene
In Deutschland bestätigte ein Regierungssprecher den Eingang des Präsents. Der Revolver sei der Botschaft übergeben worden, damit er "ordnungsgemäß eingeführt und dann in der Sammlung offizieller Geschenke inventarisiert werden kann", sagte der Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Bundeskanzler Friedrich Merz habe den Revolver samt einer Schachtel Munition entgegengenommen. Damit reiht sich das deutsche Gastgeschenk in eine lange diplomatische Tradition ein, in der offizielle Delegationen Erinnerungsstücke von Staatsbesuchen sammeln.
Auf britischer Seite löste das Geschenk hingegen unmittelbar rechtliche Probleme aus. Da die Einfuhr eines scharfen Revolvers gegen die strengen britischen Waffengesetze verstoßen würde, entschied sich Premier Starmer, die Waffe in der Türkei zu lassen. Wie der "Guardian" weiter berichtete, soll der Revolver dort deaktiviert werden. Das Vorgehen verdeutlicht die juristischen Hürden, die mit der Mitnahme persönlicher Schusswaffen über Grenzen hinweg verbunden sind.
Reaktion in London und Berlin
Die "Financial Times" hatte zuvor berichtet, dass jeder Teilnehmer einen personalisierten Revolver mit scharfer Munition erhalten habe. Präsident Erdoğan hatte den Nato-Gipfel nach Angaben aus Ankara auch dazu genutzt, den Staats- und Regierungschefs ein persönliches Andenken mitzugeben. Die türkische Präsidialverwaltung reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme zu den ungewöhnlichen Gastgeschenken.
Die Berichte über die Waffen sorgten in mehreren Hauptstädten für Diskussionen über die Angemessenheit solcher Präsente auf multilateralen Gipfeltreffen. Diplomatieexperten wiesen darauf hin, dass Gastgeschenke zwischen Staatsoberhäuptern üblicherweise zeremoniellen Charakter hätten und keiner Genehmigung zur Einfuhr bedürften. Ein scharfer Revolver stelle in dieser Hinsicht eine ungewöhnliche Wahl dar, zumal jeder Empfänger den Transport und die spätere Aufbewahrung organisieren müsse.
In Großbritannien befeuerte der Vorgang zugleich die innenpolitische Debatte über Waffenregulierung. Die Tatsache, dass ein verbündeter Staatschef überhaupt ein geladenes Feuerwaffensystem an einen britischen Premierminister überreichte, sorgte bei britischen Kommentatoren für Unverständnis. Die Regierung in London erklärte, man werde den Vorgang auf diplomatischem Wege klären, ohne den türkischen Gastgeber öffentlich zu brüskieren.
Umgang mit Exportpapieren und Sicherheit
Auch in Berlin wurde die Frage aufgeworfen, wie das Bundeskanzleramt künftig mit ähnlichen Präsenten umgehen wird. Die Überführung in die offizielle Sammlung diplomatischer Geschenke gilt als übliches Verfahren, doch die Beschaffenheit dieses konkreten Stücks macht eine Sonderbehandlung erforderlich. Sicherheitsbehörden wurden eingebunden, um den ordnungsgemäßen Umgang mit dem Revolver und der dazugehörigen Munition sicherzustellen.
Neben Merz und Starmer erhielten nach übereinstimmenden Medienberichten auch weitere Nato-Gipfelteilnehmer personalisierte Revolver von Erdoğan. Damit handelt es sich um eine kollektive Geste des türkischen Präsidenten gegenüber den verbündeten Staatsoberhäuptern, die über bilaterale Beziehungen hinaus symbolische Bedeutung für das Bündnisfest haben dürfte. Beobachter werteten die Aktion zugleich als Ausdruck einer eigenwilligen protokollarischen Handschrift.
Die Reaktionen aus Ankara blieben zunächst verhalten. Die türkische Präsidialverwaltung äußerte sich weder zu der Berichterstattung noch zu möglichen diplomatischen Irritationen. Beobachter in der Region werteten das Schweigen als Indiz dafür, dass die Aktion in türkischen Regierungskreisen als bewusstes protokollarisches Signal verstanden wird, dessen Wirkung auf den Empfängerkreis kalkuliert war.
Diplomatische Einordnung
Die mit den Revolvern ausgehändigten Exportgenehmigungen Erdoğans spielten in der anschließenden Debatte eine zentrale Rolle. Sie zeigen, dass die türkische Seite den Vorgang als offizielle staatliche Übergabe einstufte und entsprechend dokumentierte. Ob diese Dokumente in den jeweiligen Empfängerstaaten als ausreichende Grundlage für die Einfuhr anerkannt werden, blieb zunächst offen und wird voraussichtlich Gegenstand bilateraler Abstimmungen sein.
In der historischen Einordnung verwiesen Diplomatiespezialisten auf vergleichbare Fälle, bei denen Staatschefs Jagdgewehre oder Zeremonienwaffen als Gastgeschenke überreichten. Solche Präsente waren in der Regel ausdrücklich als Sammlerstücke deklariert oder mit einer Deaktivierung versehen. Die nun übergebenen Revolver mit scharfer Munition wichen von dieser Gepflogenheit ab, weil sie vor der Übergabe als funktionsfähig beschrieben wurden.
Aus Sicht des Auswärtigen Amts in Berlin gilt der Revolver als Teil der offiziellen Sammlung diplomatischer Geschenke, die in einem gesonderten Register geführt werden. Solche Sammlungen sind in vielen Hauptstädten üblich und dienen sowohl der Dokumentation bilateraler Beziehungen als auch der historischen Forschung. Die Aufnahme eines scharfen Revolvers stellt in dieser Hinsicht eine Besonderheit dar, die gesondert archiviert und gesichert werden muss.
Ausblick auf den Umgang mit Waffen als Gastgeschenken
Beobachter verwiesen zudem auf die sicherheitspolitische Symbolik der Geste. In einer Zeit, in der die Nato-Bündnispartner ihre Verteidigungsfähigkeit ausbauen, könne ein persönliches Gastgeschenk in Form einer Schusswaffe als Ausdruck militärischer Verbundenheit gedeutet werden, so ein Diplomatieexperte gegenüber internationalen Medien. Andere Stimmen werteten die Aktion eher als protokollarische Eigenart, die der persönlichen Handschrift des türkischen Präsidenten zuzuschreiben sei.
Unabhängig von der politischen Bewertung wirft der Vorgang Fragen zur künftigen Behandlung von Waffen als diplomatischen Gastgeschenken auf. Mehrere Nato-Missionen in Ankara prüfen nach eigenen Angaben, welche rechtlichen Schritte zur ordnungsgemäßen Einfuhr oder Deaktivierung der Waffen notwendig sind. Eine einheitliche Vorgehensweise unter den Bündnispartnern zeichnete sich zunächst nicht ab, dürfte aber im Rahmen künftiger protokollarischer Abstimmungen aufgegriffen werden.
Fragen & Antworten
Welche Staats- und Regierungschefs haben einen Revolver von Erdoğan erhalten?
Nach Berichten des "Guardian" und der Press Association erhielt jeder Teilnehmer des Nato-Gipfels in der Türkei einen personalisierten Revolver mit scharfer Munition; namentlich bestätigt sind Bundeskanzler Friedrich Merz und der britische Premierminister Keir Starmer.
Warum hat Keir Starmer seinen Revolver in der Türkei gelassen?
Weil die Einfuhr eines scharfen Revolvers gegen die strengen britischen Waffengesetze verstoßen würde, entschied sich Starmer, die Waffe in der Türkei zu lassen, wo sie laut "Guardian" deaktiviert werden soll.
Wie geht Deutschland mit dem Gastgeschenk um?
Ein deutscher Regierungssprecher erklärte der Deutschen Presse-Agentur, der Revolver sei der Botschaft übergeben worden, damit er ordnungsgemäß eingeführt und in die Sammlung offizieller Geschenke aufgenommen werden kann.
Erdoğan verschenkt Revolver an Merz und Starmer beim | nachrichten360