Guatemala-Stadt, 04 August 2026
Nach einem erneuten Ausbruch des Feuervulkans Fuego in Guatemala hat der nationale Katastrophenschutz Conred die zweithöchste Warnstufe Orange ausgerufen und die Evakuierung umliegender Dörfer eingeleitet.
Wie Conred am Dienstag über die Plattform X mitteilte, schleuderte der rund 40 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Guatemala-Stadt gelegene Vulkan eine Säule aus Asche, Gasen und Lavafragmenten vier bis fünf Kilometer hoch in die Atmosphäre. Die Behörde stufte die Gefahrenlage daraufhin auf die zweithöchste Warnstufe Orange hoch. Medienberichten zufolge wurden mehrere Gemeinden in den umliegenden Bezirken vorsorglich geräumt.
Lage und Geografie des Vulkans
Der Fuego, einer der aktivsten Vulkane Mittelamerikas, liegt im Süden Guatemalas in der Nähe des bekannten Acatenango, einem bei Wanderern beliebten Nachbarvulkan. In der Region leben zahlreiche indigene Gemeinden, deren Ortschaften teils nur wenige Kilometer vom Kraterrand entfernt liegen. Wegen der wiederholten Ausbrüche in den vergangenen Jahren ist die Gegend als Risikozone eingestuft.
Conred koordiniert nach eigenen Angaben die Evakuierungen und stellt Notunterkünfte bereit. Auch das guatemaltekische Institut für Vulkanologie INSIVUMEH überwacht die Aktivität des Vulkans und liefert Daten zu Aschefall, pyroklastischen Strömen und möglichen Laharen, also Schlammlawinen, die sich bei starkem Regen bilden können. Bürgerinnen und Bürger wurden aufgefordert, Schutzräume aufzusuchen und die Anweisungen der Behörden zu befolgen.
Warnstufe Orange: Was bedeutet sie?
Die Aschewolke des Fuego kann sich je nach Windrichtung über mehrere dutzend Kilometer ausbreiten und den Luftverkehr, die Landwirtschaft und die Trinkwasserversorgung beeinträchtigen. In der Vergangenheit hatten ähnliche Ausbrüche des Fuego in Guatemala schwere Schäden angerichtet; bei einem großen Ausbruch im Jahr 2018 kamen mehrere Dutzend Menschen ums Leben, ganze Dörfer wurden unter Asche begraben.
Aktuell konzentrieren sich die Einsatzkräfte auf die Evakuierung der Bewohnerinnen und Bewohner aus Dörfern in den tiefer gelegenen Hängen des Vulkans. Conred teilte mit, Schulen und öffentliche Gebäude stünden als Schutzräume bereit. Gleichzeitig warnten die Behörden vor dem Betreten des Sperrgebiets rund um den Krater.
Guatemala am Pazifischen Feuerring
Die Warnstufe Orange bedeutet nach der guatemaltekischen Skala eine erhebliche Gefahr: Über die Stufen Grün und Gelb hinaus ist nun mit starkem Ascheregen, pyroklastischen Strömen und der Bildung von Laharen zu rechnen. Nur die höchste Stufe Rot, die einen unmittelbar bevorstehenden oder bereits stattfindenden großen Ausbruch anzeigt, liegt darüber. Die Behörden halten eine weitere Verschärfung für möglich.
Das mittelamerikanische Land Guatemala liegt am Pazifischen Feuerring, einer geologisch besonders aktiven Zone, in der mehrere tektonische Platten aufeinandertreffen. Neben dem Fuego sind in dem Land auch die Vulkane Pacaya und Santiaguito dauerhaft aktiv. Die geografische Lage macht Vulkanausbrüche, Erdbeben und tropische Stürme zu wiederkehrenden Naturereignissen, auf die sich Katastrophenschutz und Zivilbevölkerung regelmäßig einstellen müssen.
Die Regierung Guatemalas hat bislang noch keine offiziellen Angaben zu Verletzten oder Schäden durch den aktuellen Ausbruch veröffentlicht. Conred kündigte an, in den kommenden Stunden und Tagen weitere Lageberichte zu veröffentlichen und die Warnstufe je nach Entwicklung der Vulkanaktivität anzupassen.
Internationale Hilfe ist nach Angaben nationaler Stellen derzeit nicht angefordert worden. Gleichzeitig beobachten Nachbarländer und Partner die Lage, da Aschewolken je nach Windrichtung auch die Luftkorridore im südlichen Mexiko und in Belize erreichen können.
