Vor zehn Jahren scheiterte ein Putschversuch gegen Recep Tayyip Erdoğan in der Türkei; seither hat der Präsident die Streitkräfte systematisch entmachtet und seine eigene Machtbasis ausgebaut.
Am 15. und 16. Juli 2016 versuchten Teile des türkischen Militärs, die Regierung von Recep Tayyip Erdoğan zu stürzen. Der Putschversuch scheiterte nach blutigen Auseinandersetzungen, bei denen Hunderte Menschen getötet wurden. Erdoğan überstand die Krise und nutzte sie anschließend für eine beispiellose Umgestaltung des Staates.
Der Sicherheitsexperte Peter R. Neumann zieht in einer Kolumne für den Tagesspiegel eine Bilanz des Jahrestags. Er schreibt, Erdoğan habe aus dem Schock von 2016 die wichtigste politische Lektion seines Lebens gezogen. Daraus folgte eine systematische Schwächung der Streitkräfte, die in der Türkei traditionell als Hüter der säkularen Ordnung galten.
