Ein Gericht in Ankara hat am 21. Mai 2026 die Absetzung von Özgür Özel als Vorsitzender der größten türkischen Oppositionspartei CHP angeordnet.

Das Gericht erklärte die Wahl Özels im November 2023 für ungültig und ordnete an, dass der frühere langjährige Vorsitzende Kemal Kilicdaroglu vorübergehend die Führung der Partei übernimmt. Die Entscheidung folgt auf Vorwürfe von Wahlbetrug, die bereits im Oktober 2025 in einem ersten Verfahren abgewiesen worden waren.

Staatsanwälte hatten behauptet, Özel habe seine Wahl durch Versprechen von Posten und anderen Vergünstigungen an Delegierte gesichert. Ein Berufungsgericht gab nun dieser Argumentation statt, obwohl ein erstinstanzliches Gericht die Vorwürfe zuvor als haltlos eingestuft hatte.