Der Konflikt im Iran hat die Baukosten für Wohnimmobilien in Deutschland spürbar erhöht, was die ohnehin angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt weiter verschärft.

Steigende Material- und Regulierungskosten

Die Baukosten sind aktuell um 3–5 % höher als vor dem Ausbruch des Iran-Krieges. Dies bestätigt das Statistische Bundesamt, das für die Jahre 2024 und 2025 bereits einen Anstieg der Baukosten für konventionelle Wohngebäude um rund 3 % verzeichnete. Selbst wenn die globalen Rohölpreise sinken sollten, ist es unwahrscheinlich, dass Lieferanten ihre aktuellen Preise reduzieren werden.

Hinzu kommen strenge deutsche Bauvorschriften, die die Kosten zusätzlich in die Höhe treiben. So kostet ein Parkplatz in einer Tiefgarage bis zu 50.000 Euro – eine Summe, die in anderen europäischen Ländern deutlich niedriger ausfällt. Auch bei Betondecken gibt es Unterschiede: Während in Belgien und Frankreich Deckendicken von 15–19 cm üblich sind, verlangt Deutschland 30–40 cm.

Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt

Bereits während des Ukraine-Krieges 2022 waren die Baukosten zeitweise um mehr als 15 % gestiegen, was zu einem Rückgang bei Neubauprojekten führte. Thomas Reimann, Präsident des Verbands baugeschäftlicher Unternehmer Hessen, warnt vor den sozialen Folgen der aktuellen Entwicklung: „Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum birgt soziale Sprengkraft.“

Reimann appelliert an die Politik, das Bauen günstiger zu machen, um den Wohnungsbau zu beleben. Die hohen Kosten führen dazu, dass viele Projekte nicht realisiert werden können, was den ohnehin knappen Wohnraum weiter verknappt.