Wien, 04 August 2026

Ein in Wien wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilter ehemaliger syrischer Polizeichef ist einem Bericht zufolge nach Syrien ausgereist, ohne dass die österreichische Staatsanwaltschaft nach dem Urteil einen neuen Antrag auf Untersuchungshaft gestellt hat.

Die Vorgeschichte des Falls spielt im Bürgerkrieg in Syrien: Dem Mann wird vorgeworfen, als Polizeichef in der Stadt Raqqa an massiver Gewalt gegen Zivilisten mitgewirkt zu haben. In einem aufsehenerregenden Prozess vor dem Oberlandesgericht Wien hatte das Gericht Spuren sichergestellt, die laut Anklage direkt zu weiteren Verbrechen auf den Golanhöhen führen.

Nach dem Schuldspruch reagierte die zuständige Staatsanwaltschaft offenbar nicht mit einem neuen Antrag auf Untersuchungshaft. Diese Information stammt aus Berichten über die unmittelbaren Folgen der Urteilsverkündung. Der Verurteilte konnte sich demnach offenbar frei bewegen und das österreichische Hoheitsgebiet verlassen.