Mehrere Versicherungsunternehmen bieten spezielle Policen gegen Produkterpressung für Lebensmittelhersteller, Pharmafirmen und Kosmetikproduzenten an, doch die Details dieser Deckungen werden streng geheim gehalten.

Versicherer im deutschsprachigen Raum aktiv

Im deutschsprachigen Raum haben sich vor allem Allianz Commercial, HDI, Hiscox und Zurich Insurance auf Versicherungslösungen gegen Produkterpressung spezialisiert. Diese Policen richten sich primär an Unternehmen, die mit potenziellen Erpressungsfällen konfrontiert sein könnten, bei denen Täter Produkte manipulieren oder mit Vergiftungen drohen, um Geld zu erpressen.

International agierende Anbieter wie AIG, Beazley und Chubb bieten ähnliche Lösungen an. Chubb deckt dabei nicht nur die unmittelbaren Kosten eines Rückrufs ab, sondern auch entgangenen Bruttogewinn, Krisenberatung, Rehabilitationsmaßnahmen und rechtliche Ausgaben. Diese umfassende Absicherung richtet sich insbesondere an Lebensmittelunternehmen, die im Falle einer Produkterpressung hohe finanzielle Verluste befürchten müssen.

Statistische Erfassung lückenhaft

Auffällig ist, dass Produkterpressung in Österreich nicht separat in den kriminalpolizeilichen Statistiken erfasst wird. Dies erschwert die Einschätzung des tatsächlichen Ausmaßes solcher Straftaten. Versicherungsexperten weisen jedoch darauf hin, dass die Nachfrage nach entsprechenden Policen in den letzten Jahren gestiegen ist.