Fed hält Leitzinsen trotz hoher Dissensrate stabil

Die US-Notenbank Federal Reserve hat am Mittwoch die Leitzinsen unverändert gelassen, während gleichzeitig die höchste Anzahl an Gegenstimmen innerhalb des Federal Open Market Committee (FOMC) seit 1992 verzeichnet wurde.

Entscheidung mit Spannungen

Die Fed entschied sich, den Benchmark Federal Funds Rate im Bereich von 3,5 % bis 3,75 % zu belassen. Die Entscheidung fiel mit 11 zu 1 Stimmen, doch vier Mitglieder des Gremiums äußerten offenen Dissens – die höchste Zahl seit über drei Jahrzehnten. Fed-Gouverneur Stephen Miran votierte für eine Senkung um 25 Basispunkte, während drei Regionalpräsidenten – Beth Hammack (Cleveland), Neel Kashkari (Minneapolis) und Lorie Logan (Dallas) – zwar für eine Beibehaltung stimmten, aber eine Formulierung in der Erklärung ablehnten, die auf weitere mögliche Zinssenkungen hindeutete.

Im FOMC-Statement hieß es: "Inflation is elevated, in part reflecting the recent increase in global energy prices." Die Notenbank verwies zudem auf die "ungewöhnlich hohe Unsicherheit" durch den Konflikt im Iran und betonte, dass die Wirtschaft weiter wachse, allerdings mit moderater Beschäftigungsdynamik.

Powells letztes Treffen als Vorsitzender

Das Treffen markierte voraussichtlich das Ende von Jerome Powells Amtszeit als Fed-Chef, die am 15. Mai ausläuft. Powell kündigte jedoch an, vorerst als Mitglied des Fed-Gouverneursrats zu bleiben. Grund seien anhaltende Bedenken wegen juristischer Schritte der Trump-Administration gegen die Notenbank. "These legal actions by the administration are unprecedented in our 113-year history", sagte Powell. Er betonte die Bedeutung einer unabhängigen Geldpolitik: "It is so important for economy, for the people that we serve, that they can depend, over time, on a central bank that operates that way free of political influence."