Washington, D.C., 20. April 2026
Der von US-Präsident Donald Trump nominierte Kevin Warsh muss sich in einer Anhörung vor dem Senat Fragen zur Unabhängigkeit der Federal Reserve stellen, während Märkte und Ökonomen seine Glaubwürdigkeit in der Inflationsbekämpfung prüfen.
Nominierung unter Beobachtung
Kevin Warsh, der von Präsident Trump als nächster Vorsitzender der Federal Reserve vorgeschlagen wurde, sieht sich mit einer schwierigen Bestätigungsdebatte konfrontiert. Ein zentraler Streitpunkt betrifft Ereignisse, auf die der 53-jährige frühere Fed-Gouverneur selbst keinen Einfluss hatte. Die Nominierung fällt in eine Phase, in der die geldpolitische Unabhängigkeit der Notenbank zunehmend infrage gestellt wird.
Warsh, der unter George W. Bush in den Fed-Vorstand berufen wurde, gilt als enger Vertrauter Trumps. Seine mögliche Rolle als Vermittler zwischen dem Weißen Haus und der Zentralbank wird von beiden politischen Lagern kritisch beäugt. Republikaner wie Senator Thom Tillis haben bereits Bedenken geäußert, während Demokraten eine zu große Nähe zur Trump-Administration befürchten.
Märkte fordern klare Signale
Die Finanzmärkte reagieren sensibel auf die Personalentscheidung an der Spitze der Fed. "Warsh will have to earn market trust and credibility around his commitment to achieving the inflation target; bona fides that always need to be earned by an incoming chair," sagte Matt Luzzetti, Chefvolkswirt der Deutschen Bank. Die Aussage unterstreicht die Skepsis, mit der Investoren der Nominierung begegnen.

