Unwetter im Anmarsch: WM-Achtelfinale Mexiko gegen England möglicherweise vorverlegt
Mexiko-Stadt, 03 Juli 2026
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Kurzfassung
Wegen drohender Unwetter könnte das WM-Achtelfinale zwischen Co-Gastgeber Mexiko und England am Sonntag im Aztekenstadion früher angepfiffen werden. Mexikanischen Medienberichten zufolge ist ein Anstoß um 12 Uhr Ortszeit im Gespräch, nachdem zuvor bereits das Spiel gegen Ecuador wetterbedingt verzögert werden musste.
Mexiko-Stadt, 03 Juli 2026
Das Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft zwischen dem Co-Gastgeber Mexiko und England am Sonntag im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt droht wegen angekündigter Unwetter vorverlegt zu werden; mexikanischen Medienberichten zufolge ist ein Anstoß um 12 Uhr Ortszeit (20 Uhr MESZ) im Gespräch.
Bereits am Dienstag hatte sich das Sechzehntelfinale Mexikos gegen Ecuador (2:0) wegen Regens verzögert. Nun sorgen neue Wetterprognosen dafür, dass auch das für Sonntagabend (18 Uhr Ortszeit, 2 Uhr MESZ) angesetzte Duell mit den Engländern möglicherweise nicht zur ursprünglichen Uhrzeit stattfinden kann. Mexikanische Medien wollen unter Berufung auf informierte Kreise erfahren haben, dass der Anstoß bereits um 12 Uhr Ortszeit (20 Uhr MESZ, live bei MagentaTV) im Aztekenstadion erfolgen soll. Vor Ort wäre das die neue Anstoßzeit.
Hintergrund der Diskussion ist die ungewohnte Höhe des Austragungsorts: Das Aztekenstadion liegt über 2200 Meter über dem Meeresspiegel. Englands Trainer Thomas Tuchel hatte sich deshalb für eine frühere Anreise und zwei Nächte in Mexiko-Stadt entschieden. Der DFB nannte am Donnerstagabend zudem einen verschobenen Anstoß für eine andere Partie: Eigentlich hätte die Begegnung zwischen Gastgeber USA und Argentinien um 3 Uhr deutscher Zeit angepfiffen werden sollen, ein Unwetter verzögerte den Start dann aber um eine Stunde auf 4 Uhr. Die FIFA teilte mit, das Spiel finde mit einer Stunde Verzögerung statt.
Höhe und Hitze: Warum Mexiko-Stadt eine besondere Herausforderung ist
Im englischen Lager zeigt man sich vom möglichen Zeitwechsel unbeeindruckt. "Egal, zu welcher Uhrzeit wir spielen, wir werden bereit sein", sagte Teamkollege Marcus Rashford. Sein englischer Mitspieler Morgan Rogers beteuerte: "Das hat keinen Einfluss auf uns." Auch Rashford selbst hatte zuvor erklärt: "Egal, was alles auf uns zukommt: Wir werden rausgehen, um das Spiel zu gewinnen." Wayne Rooney mahnte bei der BBC allerdings nach dem mühevollen 2:1 der Engländer im Sechzehntelfinale gegen die DR Kongo zur Vorsicht: "Wir freuen uns alle, dass England weitergekommen ist, aber besonders, wenn England den Ball verliert, ist die Abwehr sehr anfällig."
Parallel zu den sportlichen Fragen rund um die Vorverlegung bereitet den mexikanischen Behörden die Sicherheit der Fans Sorge. Präsidentin Claudia Sheinbaum richtete vor der Partie einen eindringlichen Appell an die Fans im Mitgastgeberland. "Es ist sehr wichtig, dass alle Fans, alle, die den Sieg der Nationalmannschaft feiern - denn wir werden gewinnen -, dies verantwortungsvoll tun", sagte sie am Freitag bei einer Pressekonferenz. "Ich bitte alle, sich sehr verantwortungsbewusst zu verhalten, Orte zu meiden, an denen laut Behördenangaben bereits sehr viele Menschen sind, und verantwortungsbewusst zu feiern", sagte sie ebenfalls in Mexiko-Stadt.
Appell der Präsidentin: Sheinbaum ruft zu verantwortungsvollem Feiern auf
Anlass für den Appell sind tragische Vorfälle nach dem 2:0 im Sechzehntelfinale gegen Ecuador vergangenen Dienstag. Auf der Prachtstraße Reforma sollen über eine Million Fans zusammengekommen sein, um den Sieg zu feiern. Anschließend waren in der Nähe des Ángel de la Independencia vier Menschen ums Leben gekommen. Bei dem Spielverlauf hatte sich zuvor zudem die mittelamerikanische Delegation Sorgen gemacht.
Wie lokale Behörden bestätigten, erstickten sowohl eine Frau im Alter von 19 Jahren als auch ein 44-Jähriger nach Abpfiff der Partie. Die Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt, Clara Brugada, äußerte sich auf X zu den Todesfällen: "Alle medizinischen Notfallprotokolle wurden aktiviert, doch leider sind die Betroffenen verstorben." Zugleich rief Brugada dazu auf, "stets verantwortungsbewusst, umsichtig und mit Einfühlungsvermögen zu feiern". Rettungskräfte hätten "umgehend" reagiert.
Sheinbaum verwies zudem auf die Risiken großer Menschenansammlungen: "Es gibt eine individuelle Verantwortung, und wir alle müssen dazu beitragen, diese großen Menschenansammlungen zu vermeiden." Auch in Guadalajara waren laut dem Sender "Milenio" mehrere Fans nach Ausschreitungen beim Fan-Fest festgenommen worden. Nachdem das Gelände des Parque Fundidora die maximale Kapazität von rund 100.000 Menschen erreicht hatte, seien die Zugänge gesperrt worden, berichtete die Zeitung "El Norte".
Dramatische Szenen: Todesfälle nach dem Sieg gegen Ecuador
In Mexiko-Stadt sollen zur Entzerrung der Menschenmengen insgesamt 60 kostenlose Übertragungsorte an verschiedenen Stellen der Stadt geschaffen werden. Insgesamt waren mehr als 1600 Menschen im Aztekenstadion und bei den Feierlichkeiten behandelt worden, unter anderem wegen Prellungen, Knochenbrüchen, Alkoholvergiftungen und Angstanfällen. Auch Sheinbaum warnte: "Wann immer es bei solchen Feierlichkeiten zu Alkoholmissbrauch kommt, kann es zu Problemen kommen, wie zum Beispiel zu vermehrter Gewalt, die gerade mit übermäßigem Alkoholkonsum in Verbindung steht."
Für zusätzliche Brisanz sorgt die Stimmung rund um die englische Mannschaft. Nach dem 2:1 gegen die DR Kongo mit einem Doppelpack von Harry Kane schlugen Tuchel in England viele Kritik entgegen. Der "Daily Star" schrieb: "Thomas Tuchels katastrophale Entscheidung wäre beinahe aufgedeckt worden - England entgeht nur knapp einer WM-Überraschung." Der frühere Weltklasse-Stürmer bemängelte, Tuchels Elf sei in vielen Bereichen "einfach nicht auf der Höhe". Der "Guardian" analysierte: "England war in diesem Spiel zeitweise wirklich am Ende."
Kane im Rekordrausch: England zwischen Elfer-Frust und Doppelpack-Lust
Kane selbst hatte vor seinem Doppelpack Frust geschoben und in der Nachspielzeit den Ausgleich zum 1:1 erzielt. Mit seinen nun 13 WM-Toren überholte der 32-Jährige Jürgen Klinsmann und die brasilianische Legende Pelé in der ewigen Torschützenliste. Als nächste könnte Kane den Franzosen Just Fontaine (13 WM-Tore) sowie den "Bomber der Nation", Gerd Müller (14), überholen.
Parallel zu den sportlichen und sicherheitsrelevanten Fragen überschattete ein weiteres Ereignis die Berichterstattung: Medienberichten zufolge erlag ein Mann seinen Verletzungen an Schädel und diversen inneren Organen, die ihm wütende Menschen nach seiner Fahrt durch eine Menschenmenge zugefügt hätten. Die genauen Umstände waren zunächst noch Gegenstand der Ermittlungen.
Kritik an Tuchel: England entgeht laut Boulevard nur knapp einer Blamage
Auch abseits des Platzes sorgt das Turnier für Schlagzeilen. So wurde Bayern München mit der Verpflichtung des marokkanischen Stürmers Ismael Saibari von der PSV Eindhoven verbunden. Sportvorstand Max Eberl erklärte: "Wir freuen uns sehr, mit Ismael Saibari einen der spannendsten Offensivspieler dieser WM für den FC Bayern gewonnen zu haben." Manchester City einigte sich derweil mit Nottingham Forest auf den Transfer von Nationalspieler Elliot Anderson für 135 Millionen Euro.
Sportlich steht für die englische Mannschaft fest: Nach dem 2:1 über die DR Kongo wartet nun das Duell mit Mexiko, bei dem eine Vorverlegung angesichts der Wetterlage immer wahrscheinlicher wird. Englands Trainer Thomas Tuchel sagte im Stadion von Atlanta: "Wir fragen die Spieler nicht, wir kennen die Schützen." Sollte die Partie tatsächlich in die Verlängerung oder ins Elfmeterschießen gehen, kann der englische Verband auf eine starke Bilanz verweisen: Seit 2018 hat England drei seiner vier Elfmeterschießen gewonnen, verlor nur das EM-Finale 2021.
Die mexikanische Nationalmannschaft geht unterdessen mit Rückenwind in die Partie. Gegen Ecuador feierte das Team einen 1:0-Sieg im letzten Gruppenspiel und setzte sich anschließend mit 2:0 im Sechzehntelfinale durch. Nationaltrain Mohamed Ouahbi erklärte: "Was wir uns klarmachen müssen, ist: Niemand kann uns aufhalten." Die mexikanische Mannschaftsbildung um Kapitän Edson Álvarez werde vor allem durch den Heimvorteil beflügelt, heißt es.
Sicherheitsvorkehrungen: FMF sperrt Teile des Stadions
Beim Verband FMF reagierte man auf die mögliche Vorverlegung: "In Übereinstimmung mit dem Beschluss wurden einige Bereiche gemäß den von der FIFA und den Stadionbetreibern festgelegten Bestimmungen für den öffentlichen Verkauf gesperrt", hieß es in einer Mitteilung. Damit sollen offenbar Risiken für die Zuschauerinnen und Zuschauer durch das Unwetter minimiert werden.
Für England geht es am Sonntag um den Einzug ins Viertelfinale. Nach dem Achtelfinaleinzug 2026 will das Team um Kapitän Harry Kane diesmal weiter kommen. Sollte das Spiel wie geplant stattfinden, wird es um 18 Uhr Ortszeit, also 2 Uhr MESZ in der Nacht zum Montag angepfiffen. Bei einer Vorverlegung würde das Spiel bereits um 12 Uhr Ortszeit, also 20 Uhr MESZ am Sonntagabend beginnen.
Die endgültige Entscheidung über den neuen Anstoßzeitpunkt wird laut FIFA am Spieltag selbst erwartet. Währenddessen arbeiten die Sicherheitskräfte in Mexiko-Stadt weiter daran, die Fans für die kommenden Feierlichkeiten zu sensibilisieren. Sheinbaum fasste ihre Botschaft zusammen: "Wenn wir sehen, dass ein Ort überfüllt ist, sollten wir uns an einen anderen Ort begeben."
Fragen & Antworten
Wann soll das Achtelfinale Mexiko gegen England angepfiffen werden?
Mexikanischen Medienberichten zufolge ist ein Anstoß um 12 Uhr Ortszeit (20 Uhr MESZ) im Gespräch, nachdem zuvor bereits das Spiel Mexikos gegen Ecuador wetterbedingt verzögert werden musste. Ursprünglich war ein Anpfiff um 18 Uhr Ortszeit (2 Uhr MESZ) geplant.
Warum ist eine Vorverlegung des Spiels überhaupt nötig?
Laut Medienberichten soll ein angekündigtes Unwetter in Mexiko-Stadt den ursprünglichen Spielbeginn am Sonntagabend gefährden. Das Aztekenstadion liegt über 2200 Meter über dem Meeresspiegel und reagiert auf Wetterumschwünge empfindlich.
Wie reagiert England auf die mögliche Zeitverlegung?
Die englischen Spieler zeigen sich gelassen. Marcus Rashford sagte: "Egal, zu welcher Uhrzeit wir spielen, wir werden bereit sein." Morgan Rogers beteuerte, die Vorverlegung habe "keinen Einfluss auf uns".
Mexiko gegen England vorverlegt: Unwetter bedroht | nachrichten360