Mexiko eröffnet die WM 2026 mit 2:0 gegen Südafrika und stellt Rekord mit drei Platzverweisen auf
Mexiko-Stadt, 11. Juni 2026
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Kurzfassung
Mexiko hat das Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt gegen Südafrika mit 2:0 gewonnen. Julián Quiñones (9. Minute) und Raúl Jiménez (67.) trafen für die Gastgeber, die das Turnier als Co-Gastgeber gemeinsam mit Kanada und den USA ausrichten.
Mexiko hat am Donnerstag das Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt mit 2:0 gegen Südafrika gewonnen, wobei Julián Quiñones in der 9. und Raúl Jiménez in der 67. Minute trafen.
Drittschnellster WM-Treffer der Geschichte
Vor 80.824 Zuschauern in der ausverkauften Arena begann das größte Turnier der Fußball-Geschichte. Co-Gastgeber Mexiko, das die WM bereits 1970 und 1986 ausgerichtet hatte, traf in einer Neuauflage des Eröffnungsspiels von 2010 auf Südafrika. «Bis nach Wien und Peking Laut? Dann warten Sie bis zur 9. Minute: Fehler der Südafrikaner im Spielaufbau, Quinones kommt zum Ball, schließt ab und lasst das Stadion explodieren», kommentierte der Reporter die Szene zum 1:0.
Den ersten Treffer bereitete Erik Lira vor, der den Ball etwa 20 Meter vor dem südafrikanischen Tor eroberte und auf Quiñones ablegte. Der Stürmer von al-Kadisija aus Saudi-Arabien, der in der saudischen Liga mit 33 Treffern fünf Tore mehr als Cristiano Ronaldo erzielt hatte, schob den Ball aus rund 16 Metern durch die Beine von Torhüter Ronwen Williams. Es war das drittschnellste Auftakttor in der Geschichte einer Fußball-Weltmeisterschaft – nur Cesar Sampaio 1998 (4. Minute) und Philipp Lahm 2006 (6. Minute) waren schneller.
Mexiko, das mit einer achtfachen ungeschlagenen Serie in das Turnier ging, bestimmte das Geschehen von Beginn an. Nach 37 Minuten stand es 6:0 bei Torschüssen, nach einer Stunde 14:3. Raúl Jiménez, 35 Jahre alter Stürmer von Wolverhampton Wanderers, hatte bereits in der 5. Minute die erste Chance, doch Williams rettete. In der 42. Minute traf Quiñones nur den Pfosten, kurz darauf parierte Williams gegen Jiménez. Auch der von Brian Gutiérrez herausgeholte Freistoß nach dem Foul von Yaya Sithole brachte nichts ein: Jiménez schoss in die Mauer.
Drei Rote Karten und ein historischer Negativrekord
Kurz nach der Pause leistete sich Williams einen erneuten Fehler im Spielaufbau und spielte Alvaro Fidalgo den Ball direkt in den Fuß, doch der Mexikaner vergab die große Chance auf das 2:0. Die Vorentscheidung fiel in der 67. Minute, als Roberto Alvarado eine Flanke von der rechten Seite in den Strafraum schlug und Jiménez am langen Pfosten völlig freistehend einköpfte. «Jimenez köpfte eine exzellente Flanke von Roberto Alvarado zum 2:0 (67.) ein», hieß es im Bericht.
Das Spiel wurde zunehmend härter. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte sah Teboho Mokoena die erste Gelbe Karte des Turniers. In der 49. Minute musste Yaya Sithole nach einer Notbremse gegen Brian Gutiérrez vom Platz. «Verteidiger Sithole musste eingreifen, das tat er regelwidrig, also in Gutiérrez' Gesicht: Rot, Ausschluss», schilderte der Reporter. In der 84. Minute eskalierte die Situation weiter: Themba Zwane griff Alvarado ins Gesicht, Referee Sampaio entschied nach Ansicht der Videobilder auf eine Tätlichkeit.
In der Nachspielzeit (90.+2) stellte César Montes bei einem Konter den Fuß in den Gegenspieler Khuliso Mudau und sah ebenfalls Rot – die dritte rote Karte der Partie. Damit spielten die Südafrikaner die letzten Minuten nur zu neunt. Der brasilianische Schiedsrichter Wilton Sampaio hatte das Spiel zuvor bereits fünf Minuten verspätet angepfiffen, nachdem sich beide Mannschaften zur Hymne am Mittelkreis aufgestellt hatten. «Gleich drei Spieler mussten vorzeitig vom Feld: Die Südafrikaner Yaya Sithole (49.) und Themba Zwane (84.) sowie Mexikos Cesar Montes (90.+2) sahen die Rote Karte», fasste der Bericht zusammen.
Mit den drei Platzverweisen wurde ein Rekord aufgestellt: Nie zuvor waren in einem WM-Eröffnungsspiel so viele Rote Karten gezeigt worden. Die bisherige Bestmarke von zwei Platzverweisen datierte aus dem Jahr 1990, als Kamerun Argentinien mit 1:0 bezwungen hatte. Südafrika kassierte damit in diesem Spiel die ersten drei Roten Karten seiner WM-Geschichte.
Rekordverdächtiger Nachwuchs und Torwartwechsel
Bundestrainer Javier Aguirre, der Mexiko bereits 2002 und 2010 bei einer WM betreut hatte und gemeinsam mit Südafrikas Trainer Hugo Broos 1986 selbst als Spieler im Aztekenstadion aufgelaufen war, brachte in der 66. Minute mit Gilberto Mora den erst 17 Jahre und 240 Tage alten Offensivspieler von Tijuana. Damit stellte Mora einen Rekord auf: Er ist nun der jüngste mexikanische WM-Spieler überhaupt – einen Tag älter als Pelé bei seinem ersten WM-Tor 1958. Im Tor stand nicht der 40-jährige Guillermo Ochoa, der seine sechste WM bestreitet, sondern der 26-jährige Raúl Rangel von Chivas. «Trainer Javier Aguirre hatte die T-Frage zum großen Geheimnis gemacht, er entschied sich für den 26 Jahre alten Raul Rangel von den Chivas aus der heimischen Liga», hieß es dazu.
Bereits vor dem Anpfiff hatte das Stadion eine farbenfrohe Eröffnungsfeier erlebt. 90 Minuten vor dem Anpfiff begann die Show auf dem Rasen, die laut Bericht etwa 20 Minuten dauerte und im Zeichen der prähispanischen Kultur Mexikos stand. «Die - im Zeichen der prähispanischen Kultur Mexikos stehende - Eröffnungsshow sorgte jedenfalls für gute Stimmung und goldenen Glanz durch die überdimensionale WM-Trophäe, eine goldene Bühne und komplett in Gold verkleidete Komparsen. Dazu kamen traditionelle Krieger-Tänzer mit ihrem beeindruckenden Federschmuck», beschrieb der Reporter die Inszenierung. 300 Darsteller sorgten für die Kulisse; drei Priester, gekleidet in den mexikanischen Nationalfarben Weiss, Rot und Grün, vollzogen den Ritus.
Eine Eröffnungsshow in Gold und mit Shakira
Den musikalischen Auftakt machte die mexikanische Rockband Maná mit ihrem Hit «Oye mi amor», gefolgt vom venezolanischen Popsänger Danny Ocean. Den Höhepunkt bildete die kolumbianische Sängerin Shakira, die zusammen mit dem nigerianischen Afrobeats-Musiker Burna Boy den offiziellen WM-Song «Dai Dai» zum ersten Mal live performte. «Dai Dai» soll «Los geht's» bedeuten. Für Shakira, die 2010 in Südafrika «Waka, Waka» gesungen hatte und durch ihre lange Beziehung mit dem ehemaligen Barça-Innenverteidiger und spanischen Weltmeister Gerard Piqué bekannt wurde, war es der zweite WM-Auftritt nach zwölf Jahren. Sie wird auch in der Halbzeitpause des WM-Finales noch einmal zu sehen sein.
Zudem traten die mexikanischstämmige US-Amerikanerin Lila Downs, die das Stadion mit «Willkommen in Mexiko, willkommen zur Weltmeisterschaft 2026.» begrüßte, sowie Alejandro Fernández und J Balvin auf. Schauspielerin Salma Hayek präsentierte gemeinsam mit FIFA-Präsident Gianni Infantino die Trophäe. Infantino war allerdings nicht unumstritten: «Sobald FIFA-Boss Gianni Infantinos Name durch die Boxen schallte, antwortete das Stadion mit Pfiffen», schrieb der Reporter. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum hatte ihr Ticket für die Eröffnung verschenkt.
Ausschreitungen und Proteste vor dem Anpfiff
Die Mischung aus Fußball, Musik und Kultur auf über 2.200 Metern Höhe wurde allerdings von Zwischenfällen überschattet. Vor dem Spiel kam es vor der Arena zu Krawallen: «Tausende von Fans begehrten Einlass, sie drängten, es staute sich, es kam ausserhalb der Arena zu Krawallen, Anhänger attackierten Polizisten», berichtete ein AFP-Journalist. Ein Ordner rief durch ein Megafon: «Hört auf zu drängeln, es gibt Kinder, ihr benehmt euch wie Tiere». An der Hauptstraße hatten Geschäfte Stahlbarrikaden aufgestellt, um sich vor Randalierern zu schützen.
Im Vorfeld hatten zudem Lehrerinnen, Schüler und Angehörige von verschwundenen Personen demonstriert. Sie warfen der Regierung Versäumnisse bei Infrastruktur, Löhnen und im Umgang mit den über 100.000 verschwundenen Menschen im Land vor. Eine Lehrergewerkschaft hatte zwei Tage vor der Eröffnung sogar das Stadion blockiert. «Lehrerinnen, Schüler und Angehörige von verschwundenen Personen nutzen die Aufmerksamkeit, um zu zeigen, dass es ordentliche Versäumnisse in ihrem Land seitens der Regierung gab. Und das nicht zu knapp: Infrastruktur, Löhne und noch immer über 100.000 verschwundene Menschen», fasste der Bericht die Proteste zusammen.
Reif kritisiert «Gigantomanie» und hohe Ticketpreise
Nach dem Schlusspfiff hallte der Ranchera-Hit «El Rey» von Vicente Fernández durch das Aztekenstadion, den das ganze Stadion mitsang: «Mit Geld und ohne Geld, Ich mache immer, was ich will Und mein Wort ist Gesetz Ich habe keinen Thron und keine Königin Noch jemanden, der mich versteht Aber ich bleibe der König». Das Turnier mit 48 Mannschaften und 104 Spielen läuft noch fünfeinhalb Wochen. Das Endspiel findet am 19. Juli in New Jersey statt.
Die mexikanische Auswahl «El Tri» trifft im zweiten Gruppenspiel am Folgetag auf Südkorea, Südafrika spielt am Tag danach in Atlanta gegen Tschechien. «Das Team von Javier Aguirre war in vielen bis allen Belangen das bessere», bilanzierte der Reporter den Auftritt. Rudi Völler, der Direktor des deutschen Nationalteams, hatte die Spielstätte kürzlich als sein Lieblingsstadion überhaupt bezeichnet – «das schönste Stadion der Welt». Die deutsche Mannschaft um Bundestrainer Nagelsmann startet am Sonntag gegen das erstmalig für eine WM qualifizierte Curaçao in das Turnier.
Der langjährige Sportreporter Marcel Reif hatte das Ausmaß der WM und die hohen Ticketpreise im Deutschlandfunk als «Gigantomanie» bezeichnet. Zu den Aussichten der deutschen Nationalmannschaft sagte der Sportexperte, das Erreichen der Hauptrunde sei Pflicht, aber zu den Topfavoriten zähle das Team nicht. «Es gehe der FIFA unter ihrem Präsidenten Infantino vor allem ums Geld, sagte Reif im Deutschlandfunk». Zudem befürchtete er, dass Spiele vor nur wenig gefüllten Zuschauerrängen stattfinden könnten: «Es könne durchaus sein, dass Spiele vor nur wenig gefüllten Zuschauerrängen stattfänden, weil viele sich die hohen Kosten nicht leisten könnten».
Fragen & Antworten
Wer hat die Tore für Mexiko im WM-Eröffnungsspiel 2026 erzielt?
Julián Quiñones eröffnete in der 9. Minute per Schuss durch die Beine von Torhüter Ronwen Williams, Raúl Jiménez köpfte in der 67. Minute nach Flanke von Roberto Alvarado zum 2:0-Endstand ein.
Welchen Rekord stellten die drei Platzverweise im Eröffnungsspiel auf?
Nie zuvor wurden in einem WM-Eröffnungsspiel drei Rote Karten gezeigt; die Südafrikaner Yaya Sithole (49.) und Themba Zwane (84.) sowie Mexikos César Montes (90.+2) mussten vorzeitig vom Platz.
Wie geht es für Mexiko und Südafrika in Gruppe A weiter?
Mexiko trifft im zweiten Gruppenspiel auf Südkorea, Südafrika spielt am Folgetag im Atlanta Stadium gegen Tschechien.
WM 2026: Mexiko schlägt Südafrika 2:0 zum Auftakt | nachrichten360