Die Zahl der Flüchtlinge und Vertriebenen weltweit ist 2025 nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR erstmals seit zehn Jahren gesunken, bleibt mit 117,8 Millionen Menschen aber auf hohem Niveau.
Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat am Donnerstag in Genf seinen Jahresbericht "Global Trends" vorgestellt. Demnach lebten Ende 2025 rund 117,8 Millionen Menschen auf der Flucht, das waren 5,4 Millionen oder vier Prozent weniger als Ende 2024. Es ist der erste Rückgang innerhalb eines Jahres seit einem Jahrzehnt.
UN-Flüchtlingshochkommissar Barham Salih sprach von einer grundsätzlich guten Nachricht, warnte jedoch: "Dieser kleine Rückgang ist eine gute Nachricht", aber ein großer Teil der Rückkehr sei nicht freiwillig erfolgt. Das UNHCR führt den Rückgang auf eine starke Zunahme von Rückkehrern in einigen der größten Vertreibungskrisen zurück, insbesondere in Afghanistan, der Demokratischen Republik Kongo, dem Sudan und Syrien.
Nach Angaben des UNHCR lebten im vergangenen Jahr etwa 42 Millionen Menschen infolge von Krieg und anderen Formen der Gewalt nicht in ihren Heimatländern, drei Prozent weniger als Ende 2024. "Viele Rückkehrer - sowohl Flüchtlinge als auch Binnenvertriebene - gab es 2025 in Afghanistan, Syrien und einigen Regionen des Sudan", heißt es in dem Bericht. 58 Prozent der Vertriebenen waren demnach Binnenvertriebene im eigenen Land.
