Türkei WM-Aus 2026: 0:1 gegen Paraguay – alle Tore, Stimmen | nachrichten360
Türkei nach 0:1 gegen Paraguay aus der WM ausgeschieden – Güler entschuldigt sich beim Volk
Santa Clara, 20 Juni 2026
AI-generated image (flux-2/pro-text-to-image via Kie.ai)
Kurzfassung
Die Türkei ist bei der WM 2026 in den USA bereits nach zwei Gruppenspielen ausgeschieden. Nach dem 0:2 zum Auftakt gegen Australien verlor das Team von Trainer Vincenzo Montella auch gegen Paraguay mit 0:1 und beendet das Turnier ohne Tor und ohne Punkt. Arda Güler sprach von einer beschämenden Vorstellung und entschuldigte sich bei der türkischen Bevölkerung.
Santa Clara, 20 Juni 2026
Die Türkei ist bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA nach einer 0:1-Niederlage gegen Paraguay in Santa Clara als Gruppenletzte ausgeschieden, wobei Arda Güler die Leistung als „beschämend" bezeichnete und sich beim türkischen Volk entschuldigte.
Die Türkei hat die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA nach nur zwei von drei Gruppenspielen verlassen. Nach der überraschenden 0:2-Niederlage gegen Australien zum Auftakt verlor das Team von Trainer Vincenzo Montella in Santa Clara auch gegen Paraguay mit 0:1 (0:1). Damit steht die Türkei mit null Toren und null Punkten als Gruppenletzte fest, während die USA durch den türkischen Punktverlust bereits vorzeitig als Gruppensieger feststehen.
Das entscheidende Tor der Partie erzielte Matías Galarza bereits in der 2. Minute und traf damit ins Herz der türkischen Anhänger. Paraguay spielte anschließend fast die gesamte zweite Halbzeit in Unterzahl, nachdem Schiedsrichter Iván Barton aus El Salvador Miguel Almirón in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit mit einer Roten Karte des Feldes verwiesen hatte. Grund war eine neue FIFA-Regel, die das Hand-vor-den-Mund-Halten beim Sprechen mit einem Gegenspieler unabhängig vom Gesagten mit dem Platzverweis bestraft. Die Türkei nutzte die numerische Überzahl jedoch nicht.
Ein früher Schock und eine ungenutzte Überzahl
„spielten die Türken mehr als eine Halbzeit in Überzahl. Doch der erlösende Ausgleich sollte nicht gelingen", hieß es in der Berichterstattung. Offiziellen Statistiken zufolge verzeichnete die Türkei im Spiel gegen Paraguay 32 erfolglose Torschüsse; ein abgefälschter Kopfball von Mert Müldür traf Pfosten und Latte, ging aber nicht ins Tor. Die Türkei wurde zudem „zur ersten Mannschaft seit mindestens 1966, die in einem WM-Spiel mehr als 77 Prozent Ballbesitz verzeichnete und dennoch kein Tor erzielte".
Über die beiden Gruppenspiele hinweg kam die Türkei nach offiziellen FIFA-Statistiken auf 62 Abschlüsse, von denen allerdings nur 12 aufs Tor gingen. Trainer Montella sprach intern von 65 Torschüssen, resümierte „Wir haben nicht getroffen, aber wir hatten 65 Torschüsse in zwei Spielen" und fügte hinzu: „Fußball ist nicht logisch. Genau das macht ihn zum schönsten Sport der Welt."
Spieler reagieren mit Tränen und Entschuldigungen
Die Enttäuschung bei Spielern und Verantwortlichen war entsprechend groß. Arda Güler, der bei Real Madrid unter Vertrag steht, sprach Klartext: „Wir sind richtig, richtig traurig, es ist auch beschämend, wir entschuldigen uns bei unserem Volk. Wir sind einfach sehr traurig. Wir sind ehrlich gesagt alle am Weinen." Auch Kapitän Hakan Çalhanoğlu, der in der Partie an den Pfosten, an den Kopf und an den Fuß schoss, ohne dass der Ball je über die Linie rollte, entschuldigte sich bei den Fans: „Ich will mich einfach nur bei unseren Fans bedanken, die hierher gekommen sind, die uns zu Hause unterstützt haben. Gleichzeitig möchte ich mich bei ihnen entschuldigen."
Çalhanoğlu deutete zugleich ein mögliches Ende seiner Länderspielkarriere an: „Für mich war es vielleicht das letzte Turnier, das weiß man nie." Güler kündigte an: „Wir weinen in der Kabine. Wir müssen alles tun, um das wieder gutzumachen." Der frühere deutsche Bundesligaspieler und türkische Nationalspieler Mert Müldür, einst für Rapid Wien aktiv, brach nach der Niederlage in Tränen aus.
Montella verteidigt seine Mannschaft – offenbar erfolglos
Trainer Vincenzo Montella, der den Posten des türkischen Teamchefs am 21. September 2023 übernommen hat und einen bis zum 31. Juli 2028 laufenden Vertrag besitzt, verteidigte seine Mannschaft: „Ich kann meinen Spielern nichts vorwerfen. Das Glück war nicht auf unserer Seite. Aber das Team hat Herz und Seele gezeigt." Der 52-jährige Italiener betonte: „Diese Lektion wird uns helfen als Team in der Zukunft" und zeigte sich mit Blick auf den Druck des ersten großen Turniers nach langer Abwesenheit nachdenklich: „Vielleicht hat uns der Druck, nach so langer Abwesenheit wieder bei einem großen Turnier anzutreten, sogar unbewusst beeinflusst."
Derweil steht die Zukunft des Trainers selbst infrage. Türkische Fußballkommentatoren forderten lautstark seine Ablösung. Der TV-Experte Ahmet Çakar sagte: „Ich würde Montella mit dem ersten Flugzeug nach Hause schicken." Montella selbst deutete an, dass er „bald nach dem nur noch bedeutungslosen letzten Match gegen den bereits fix im Sechzehntelfinale stehenden Gastgeber USA am Freitag abgelöst werden könnte" und sprach davon: „Es ist wirklich schockierend, sich nach nur zwei Spielen von der WM verabschieden zu müssen."
Presse und Experten ziehen Bilanz
Die türkische Presse fielte ein vernichtendes Urteil. Habertürk sprach von einer der „schmerzhaftesten Enttäuschungen in der WM-Geschichte unseres Landes". Sözcü bezeichnete die Türkei als „Die schlechteste Mannschaft des Turniers", Fanatik zog den Vergleich zu Haiti, das als erstes Team des erweiterten „XXL"-Turniers ausgeschieden war: „Wie Haiti! Wir scheiden aus, ohne ein Tor zu erzielen – wie Haiti! Wir teilen das Schicksal des schwächsten Teams im Turnier." Internationale Beobachter zeichneten ein ähnliches Bild. Die französische Sportzeitung L'Équipe sprach von einer „herben Enttäuschung, insbesondere da sie die gesamte zweite Halbzeit in Überzahl spielte", während die italienische La Gazzetta dello Sport „Nach zwei Niederlagen in Folge und einer eklatanten Talentverschwendung" konstatierte. The Guardian schrieb: „Die Türkei ging mit großen Erwartungen und einer Vielzahl aufstrebender Talente in ihre erste Weltmeisterschaft seit 24 Jahren, schied jedoch torlos und unter Tränen aus".
In der Heimat verfolgten die Fans die Partie „Über 9.000 Flugkilometer von Kalifornien entfernt" am „Bosporus, auf den Kölner Ringen oder in Berliner Cafés" am frühen Samstagmorgen. In Istanbul versammelten sie sich am Dolmabahce-Palast, in einer Festung sowie in einem Amphitheater in Antalya. Vor der Abreise zur WM war die Mannschaft „von einem riesigen Autokorso" der Fans zum Istanbuler Flughafen begleitet worden. Die Mannschaft selbst verfügt laut offiziellen Daten über einen Marktwert von 473,70 Millionen Euro bei einem Kader von 26 Spielern.
Der frühere türkische Nationalspieler Halil Altıntop, der in 38 Länderspielen auflief und als Experte für MagentaTV arbeitet, übte scharfe Kritik: „Wir haben viel über die individuelle Qualität gesprochen, eine gute Mannschaft. Aber: an Naivität nicht zu überbieten." Er fügte hinzu: „Es gibt sehr, sehr viele Fragezeichen. Die Enttäuschung ist sehr, sehr groß, weil die Mannschaft viel individuelle Qualität hat." Altıntop kritisierte zudem: „Es hat sich ja gar nichts verändert, ob sie jetzt einen Mann mehr waren oder nicht. Das ist erschreckend" und monierte, „dass die Mannschaft nicht mit dem Druck umgehen kann". Sein Kollege Nihat Kahveci beanstandete, dass „Niemand seine Aufgabe erfüllt – auch Torhüter Uğurcan nicht, der normalerweise die entscheidenden Bälle hält".
Eine Generation im Wartestand
Die Hoffnung der türkischen Anhänger ruhte vor dem Turnier auf einer Generation um die 21-jährigen Arda Güler und Kenan Yıldız sowie Can Uzun. „Manche sprachen von der besten türkischen Mannschaft aller Zeiten, Supertalente wie Kenan Yildiz, Arda Güler oder Can Uzun liessen die Türken träumen", schrieb die Presse. Stattdessen setzte sich eine Tradition fort: Bereits bei der EM 2016 war die Türkei in der Vorrunde gescheitert, auch 2021 „als sie in einer Gruppe mit der Schweiz, Wales und Italien keinen Punkt einfahren konnte". Der dritte Platz bei der WM 2002 mit dem zwischenzeitlichen 3:1 durch Ilhan Mansiz im Spiel um Platz drei gegen Südkorea bleibt bis heute der letzte türkische WM-Tor.
Paraguay errang durch den Sieg einen wichtigen Erfolg und kann mit einem weiteren Sieg gegen Australien das Achtelfinale aus eigener Kraft erreichen. Die paraguayische Zeitung ABC würdigte: „Die paraguayische Nationalmannschaft hat einmal mehr ihr wahres Wesen unter Beweis gestellt." VS Sports feierte: „Heldenhaft! Paraguay besiegt die Türkei." Die Türkei hingegen bestreitet am Freitag das sportlich bedeutungslose letzte Gruppenspiel gegen die USA, ehe eine umfassende Aufarbeitung der Enttäuschung beginnt.
Ausblick auf das bedeutungslose letzte Gruppenspiel
Die Niederlage markiert das Ende einer 24-jährigen WM-Abstinenz der Türkei, die sich erst über die Playoffs für ihre dritte Weltmeisterschafts-Teilnahme überhaupt qualifiziert hatte. Anstelle des erhofften Aufbruchs steht nach null Toren, null Punkten und zwei Niederlagen die Abreise ohne eigenen Treffer – und die Frage, wie es mit der Mannschaft und ihrem Trainer weitergeht.
Hakan Çalhanoğlu und Arda Güler formulierten es schonungslos: „Wir schämen uns." Ob das bevorstehende Abschiedsspiel gegen die USA noch Antworten liefern kann, ist fraglich. Klar ist, dass die Türkei nach diesem Turnier vor einem personellen und sportlichen Neuanfang steht.
Fragen & Antworten
Wer hat das entscheidende Tor im Spiel Türkei gegen Paraguay geschossen?
Matías Galarza erzielte den einzigen Treffer des Spiels bereits in der 2. Minute und sorgte damit für die 0:1-Niederlage der Türkei.
Warum wurde Miguel Almirón vom Platz gestellt?
Schiedsrichter Iván Barton aus El Salvador zeigte dem Paraguayer in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit die Rote Karte, weil er beim Sprechen mit Mert Müldür die Hand vor den Mund gehalten hatte. Eine neue FIFA-Regel bestraft dieses Verhalten unabhängig vom Gesagten mit einem Platzverweis.
Was passiert nun mit Trainer Vincenzo Montella?
Türkische Medien und TV-Kommentatoren fordern seine Ablösung, Montella selbst deutete an, dass er nach dem bedeutungslosen letzten Gruppenspiel gegen die USA am Freitag abgelöst werden könnte. Sein Vertrag läuft noch bis zum 31. Juli 2028.