Tödliche Schussserie in Zentralisrael – ein Toter und fünf Verletzte
Kochav Jair, 07. Juni 2026
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Kurzfassung
Bei einer Serie von Schusswaffenangriffen in den zentralisraelischen Orten Kochav Jair und Tsur Yitzchak ist am Sonntag mindestens ein Mensch getötet worden. Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom wurden fünf weitere Personen verletzt; die Polizei stuft die Tat als mutmaßlichen Terroranschlag ein.
Bei einer Serie von Schusswaffenangriffen in den zentralisraelischen Orten Kochav Jair und Tsur Yitzchak nordöstlich von Tel Aviv ist am Sonntag mindestens ein Mensch getötet und fünf weitere verletzt worden.
Tatablauf in Kochav Jair und Umgebung
Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom fielen die ersten Schüsse an einer Tankstelle bei Kokhav Ya'ir (Kochav Jair) nordöstlich von Tel Aviv. Dabei seien zwei Menschen verletzt worden. Ein etwa 30 Jahre alter Mann erlag wenig später seinen Verletzungen. Nach Angaben des Rettungsdienstes wurde der Mann noch vor Ort für tot erklärt.
Anschließend wurden aus zwei nahegelegenen Orten weitere Verletzte gemeldet. Die übrigen Verletzten wurden medizinisch versorgt und in Krankenhäuser gebracht. Nach den Schüssen an der Tankstelle sei der Täter weitergefahren und habe an weiteren Orten ebenfalls sein Gewehr abgefeuert, hieß es vonseiten der Ermittler. Die Attacken ereigneten sich in den Ortschaften Tzur Natan und Tzur Yitzchak.
Die israelische Polizei stuft die Tat als mutmaßlichen Terroranschlag ein. Laut Angaben der israelischen Polizei eröffnete der Mann aus der israelischen Stadt Taybe das Feuer an einer Tankstelle in der Nähe von Kochav Yair. Das israelische Nachrichtenportal "ynet" berichtete, es handle sich um einen arabischen Staatsbürger Israels. Der Täter sei in seinem Fahrzeug erschossen worden. Der Verdächtige wurde nach Behördenangaben "neutralisiert".
Ermittlungen und Fahndung
Die Polizei geht von einem Terroranschlag aus. Während die Polizei von einem einzelnen Angreifer sprach, berichteten Sicherheitskreise zugleich von der Möglichkeit weiterer Beteiligter. Die Polizei teilte mit, das Fahrzeug eines mutmaßlichen Täters sei sichergestellt worden. Später teilte die Polizei mit, ein Verdächtiger sei getötet und ein weiterer festgenommen worden.
Zahlreiche Polizeikräfte und Soldaten wurden in die Region entsandt. Auch die israelische Armee erklärte, eine "groß angelegte Suche nach weiteren Terroristen" eingeleitet zu haben. Die israelische Polizei und die Armee haben gemeinsam umfangreiche Suchmaßnahmen eingeleitet. Während die Bewohner rund um Kochav Yair angewiesen wurden, in ihren Häusern zu bleiben, wurden aus Sorge vor einem Eindringen weiterer Angreifer die Bewohner von Tsur Yitzchak angewiesen, bis auf Weiteres in ihren Häusern zu bleiben.
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hielt nach Angaben seines Büros wegen des Terrorverdachts eine Lagebesprechung ab. Vor einer Kabinettssitzung nannte Netanjahu den Täter einen "abscheulichen Terroristen" und lobte die Polizeibeamten, die den Angreifer "eliminiert und auch seinen Komplizen festgenommen" hätten. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Schussattacken sowie zur möglichen Beteiligung weiterer Täter dauern an.
Politische Reaktionen in Israel
Der israelische Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, reagierte mit scharfen Worten auf die Tat. Auf der Plattform X drohte der rechtsradikale Politiker dem Täter mit der Todesstrafe. "Wer einen Juden ermordet, wird am Galgen enden", schrieb Ben-Gvir unter Verweis auf ein kürzlich verschärftes Gesetz zur Todesstrafe. Wäre er gefasst worden, hätte ich seine Hinrichtung gefordert. Es ist jedoch besser, dass er vorher getötet wurde, sagte Ben-Gvir weiter.
Ben-Gvir betonte, dass das im März verabschiedete Gesetz, das die Todesstrafe für palästinensische Täter vorsehe, die Israelis aus "terroristischen" Motiven töten, auch für arabische Israelis gelte. Das März-Gesetz zur Todesstrafe für bestimmte palästinensische Angreifer stieß international scharf auf Kritik. Unmittelbar nach Verabschiedung des Gesetzes wandte sich eine Menschenrechtsorganisation an den Obersten Gerichtshof Israels.
Die islamistische Terrororganisation Hamas reklamierte den Anschlag nicht für sich, äußerte sich aber befürwortend. Die palästinensische Terrorgruppe Hamas und der Palästinensische Islamische Jihad haben sich anerkennend zu dem Angriff geäußert, allerdings keine Verantwortung für die Tat übernommen. Vielmehr haben beide Organisationen die Terrorattacke als Konsequenz des israelischen Vorgehens im Gazastreifen und im Westjordanland dargestellt.
Hintergrund: Gewalt in der Region
Die betroffenen Orte liegen in der Nähe des besetzten Westjordanlands. Kochav Yair ist eine israelische Kleinstadt an der Grenze zum besetzten Westjordanland. In den vergangenen Jahren war es in Israel immer wieder zu Anschlägen von Palästinensern gekommen. Zuletzt hatten sich Vorfälle in israelischen Ortschaften in Grenznähe zum besetzten Westjordanland ereignet, einer Region, die seit Jahren immer wieder Schauplatz von Gewalt und Anschlägen ist.
Der letzte grössere Terrorangriff ereignete sich im vergangenen September in Jerusalem. Damals töteten zwei Palästinenser sechs Israeli an einer Bushaltestelle im Osten der Stadt. Arabische Israelis sind Palästinenser, die nach der Gründung Israels im Jahr 1948 auf ihrem Land blieben. Sie machen etwa 21 Prozent der Bevölkerung aus. Das seit 1967 von Israel besetzte Westjordanland beherbergt rund drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 Israelis in Siedlungen und Außenposten, die nach internationalem Recht als illegal gelten.
Diese Nachricht wurde am 07.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet. Bei einer Serie von Schusswaffenangriffen in Israel sind am Sonntag nach Angaben von Sanitätern mindestens ein Mensch getötet und fünf weitere verletzt worden. Bei einem Anschlag mit Schusswaffen in Zentralisrael sind nach Angaben des Rettungsdienstes ein Mensch getötet und fünf weitere verletzt worden.
Lage an der Nordgrenze
Parallel zu den Schusswaffenangriffen blieb die Lage an der Nordgrenze Israels instabil. An der Grenze zu Libanon schrillten am Wochenende die Alarmsirenen wegen Drohnen- und Raketenangriffen des Hizbullah, der mit Iran verbündeten Miliz. Israel antwortet darauf mit kontinuierlichen Bombardements in Südlibanon. Eigentlich hatten sich Vertreter Israels und der libanesischen Regierung vor wenigen Tagen auf eine Waffenruhe geeinigt.
Doch die Hizbullah-Miliz hatte geschworen, so lange weiterzukämpfen, bis Israels Soldaten komplett aus Libanon abziehen. Israel besetzt immer noch rund 20 Prozent des libanesischen Territoriums. Nach der Einigung in Washington hatten sich Israels Truppen zwar aus dem südlibanesischen Dorf Dibbine zurückgezogen, in das anschließend die libanesische Armee einrückte. Laut der Übereinkunft sollen schrittweise sogenannte Sonderzonen geschaffen werden, in denen Libanons Militär die Kontrolle ausübt und den Hizbullah entwaffnet.
Gemäss israelischen Medienberichten hat Ministerpräsident Benjamin Netanyahu seinem Sicherheitskabinett gesagt, dass für Israel kein Waffenstillstand in Libanon gelte. Am Sonntag hatte Israels Militär eine erneute Evakuierungsaufforderung für die südlibanesische Grossstadt Tyros veröffentlicht. Am Vortag hatte ein israelischer Luftangriff nach Angaben von Libanons Armee drei libanesische Militärangehörige in Südlibanon getötet, unter ihnen einen Brigadegeneral. Laut Israels Armee habe sich das gepanzerte Fahrzeug mit dem General in verdächtiger Weise israelischen Truppen genähert; der Vorfall werde untersucht.
Weitere Eskalation im Nahen Osten
Auch über drei Monate nach dem amerikanisch-israelischen Angriff auf Iran kommt der Nahe Osten nicht zur Ruhe. Am Freitag hat das amerikanische Militär laut eigenen Angaben zwei iranische Drohnen abgeschossen, die die Schifffahrt in der Strasse von Hormuz bedroht haben sollen. In der Nacht auf Samstag hat Teheran ausserdem ballistische Raketen auf Kuwait und Bahrain abgefeuert. Keines der Geschosse erreichte laut amerikanischen Angaben sein Ziel.
Die Verhandlungen zwischen Iran und den USA sind derweil weiterhin festgefahren. Am Sonntag besuchte zwar Pakistans Innenminister Teheran, um die Gespräche wieder zu beleben. Iran besteht auf einem vollständigen Ende der Kämpfe in Libanon und auf der Freigabe eingefrorener iranischer Gelder in den USA. Ein Militärberater von Irans oberstem Führer sagte in einem Interview mit CNN, dass Washington die rund 24 Milliarden Dollar als vertrauensbildende Massnahme freigeben sollte. Die USA sträuben sich dagegen.
Die Polizei teilte mit, dem Verdacht nach handle es sich um Terroranschläge. Die Polizei jage noch einem mutmaßlichen zweiten Täter hinterher. Laut der israelischen Polizei handelte es sich um einen Einzeltäter; die Einsatzkräfte gehen von einem Terrorangriff aus. Eine offizielle Bestätigung dieser Angaben lag zunächst nicht vor. Der getötete Angreifer war der Polizei demnach bereits bekannt und hatte Vorstrafen.
Der mutmaßliche Komplize wurde in der israelischen arabischen Stadt Tira festgenommen. Die Ermittler habe er demnach mit einer Glasflasche angegriffen, konnte aber überwältigt werden. Diese Nachricht wurde am 07.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
Fragen & Antworten
Was ist am 7. Juni 2026 in Zentralisrael passiert?
Bei einer Serie von Schusswaffenangriffen in den Orten Kochav Jair, Tzur Natan und Tsur Yitzchak nordöstlich von Tel Aviv wurde nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom mindestens ein Mensch getötet und fünf weitere verletzt. Die israelische Polizei stuft die Tat als mutmaßlichen Terroranschlag ein.
Wer war der Angreifer in Kochav Jair?
Nach Angaben der israelischen Polizei handelte es sich bei dem getöteten Angreifer um einen arabischen Israelis aus der Stadt Taybe, der der Polizei bereits bekannt war und Vorstrafen hatte. Die Polizei sicherte sein Fahrzeug; ein mutmaßlicher Komplize wurde in der Stadt Tira festgenommen.
Wie reagierten die israelische Regierung und die Sicherheitsbehörden?
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu berief eine Lagebesprechung mit den Sicherheitsbehörden ein und nannte den Täter einen "abscheulichen Terroristen". Nationaler Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir forderte auf der Plattform X die Todesstrafe und verwies auf das im März verschärfte Gesetz; zahlreiche Polizeikräfte und Soldaten wurden in die Region entsandt.
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