Sturz beendet Lipowitz' Tour de France: Evenepoel gewinnt das Zeitfahren
Thonon-les-Bains, 21. Juli 2026
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Kurzfassung
Der deutsche Radprofi Florian Lipowitz ist nach einem schweren Sturz auf der 16. Etappe der Tour de France aus dem Rennen ausgeschieden. Der Belgier Remco Evenepoel gewann das Einzelzeitfahren in Thonon-les-Bains und liegt nun 4:32 Minuten hinter Spitzenreiter Tadej Pogacar.
Der deutsche Radprofi Florian Lipowitz ist am 21. Juli 2026 nach einem schweren Sturz sechs Kilometer vor dem Ziel des Einzelzeitfahrens der 16. Etappe der Tour de France in Thonon-les-Bains aus dem Rennen ausgeschieden, während der Belgier Remco Evenepoel die Etappe gewann.
Die 16. Etappe der Frankreich-Rundfahrt führte als Einzelzeitfahren über 26,1 Kilometer von Évian-les-Bains nach Thonon-les-Bains am Genfersee. Die Strecke wies rund 500 Höhenmeter auf, wobei die ersten etwa zehn Kilometer mit einer durchschnittlichen Steigung von 4,3 Prozent bergan führten, bevor es zurück zum See ging. Florian Lipowitz, 25 Jahre alt und für das deutsche Team Red Bull-Bora-hansgrohe unter Vertrag, fuhr zunächst ein starkes Zeitfahren, bis er in einer Rechtskurve sechs Kilometer vor dem Ziel die Kontrolle über sein Rad verlor.
Der 25-Jährige knallte heftig auf den Asphalt und schlug mit der Schulter gegen eine Bordsteinkante. Er konnte sich nicht mehr auf sein Rad aufschwingen und wurde mit dem Krankenwagen abtransportiert. Nach dem Sturz hielt er sich den Arm; die genaue Diagnose stand unmittelbar nach seinem Ausscheiden aus dem Rennen noch nicht fest. Sein Team Red Bull-Bora-hansgrohe bestätigte das Tour-Aus für die deutsche Hoffnung im Rennen um das Gesamtklassement.
Der Sturz in der Rechtskurve
Lipowitz und Evenepoel waren als Co-Kapitäne in die Tour gestartet. Der Belgier Remco Evenepoel, belgischer Olympiasieger, holte sich den Etappensieg mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 48,4 km/h und war am Ende 28 Sekunden schneller als der Gesamtführende Tadej Pogačar aus Slowenien. Am ersten Zwischenzeitnehmer lag Pogačar bereits sieben Sekunden zurück. Evenepoel hatte das Zeitfahren zwei Minuten vor Pogačar in Angriff genommen.
Im Sieger-Interview sagte Evenepoel: "Mir wurde gerade gesagt, dass mein Teamkollege Lipowitz gestürzt ist. Eine bittersüße Geschichte. Ich wünsche ihm nur das Beste und hoffe, dass es nicht so schlimm ist." Später erklärte er gegenüber der Sportschau: "Ich habe gehört, dass Florian gestürzt ist. Das gibt dem ganzen einen faden Beigeschmack. Ich wünsche ihm gute Besserung."
Evenepoel nutzt das Zeitfahren
Der Brite Joshua Tarling, 22 Jahre alt und für das Team Ineos (Netcompany Ineos) am Start, hatte zuvor mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 45,6 km/h eine erste Bestzeit gesetzt und saß 1 Stunde und 40 Minuten auf dem heißen Stuhl. Der Franzose Bruno Armirail unterbot Tarlings Zeit um sieben Sekunden, ehe der Italiener Mattia Cattaneo noch schneller fuhr und am Ende Sechster wurde. Armirail belegte Rang acht, Tarling Rang zehn.
Nils Politt, deutscher Zeitfahrmeister und Teamkollege von Pogačar beim UAE-Team, hatte bereits im Vorfeld klar gemacht, dass die schwere Woche und seine Aufgabe als Helfer für den Gesamtführenden Spuren hinterlassen hatten. "Die Strecke wäre heute nichts für mich gewesen, dafür ist der Anstieg viel zu schwer", sagte der 1,92 Meter große Kölner. "Selbst wenn ich Vollgas fahren würde, würde ich nicht in die Top10 kommen."
Auch der Österreicher Georg Steinhauser blickte im Sportschau-Interview auf einen Tag zur Regeneration: "Heute bin ich ganz entspannt an den Start gegangen. Ich wusste, dass es für mich nichts zu holen gibt. Dann probiert man, den Tag zum Erholen mitzunehmen und die Beine bisschen frei zu fahren."
Weitere Platzierungen und Stimmen
Der Niederländer Thymen Arensman, 26 Jahre alt und ebenfalls für Ineos am Start, startete mit etwa zehn bis fünfzehn Sekunden Verspätung, nachdem die Uhr bereits lief. Am Ende landete er auf Rang sieben. Vor dem Zeitfahren lag er im Gesamtklassement auf Position 29. Der Däne Mattias Skjelmose komplettierte das Podium als Dritter mit 1:04 Minuten Rückstand auf Evenepoel.
Im Gesamtklassement bleibt Tadej Pogačar mit 4:32 Minuten Vorsprung auf Remco Evenepoel in Führung. Der Mexikaner Isaac del Toro folgt als Dritter mit 6:51 Minuten Rückstand. Lipowitz, im Vorjahr Gesamtdritter, verliert damit eine Position, die für ihn nach dem Ausscheiden aus dem Rennen nur noch statistische Bedeutung hat. Mit Jonas Vingegaard, der die Tour bereits nach einem Sturz verlassen musste, verliert die Frankreich-Rundfahrt in diesem Jahr den zweiten Podiumsfavoriten.
Dopingkontrollen bei Red Bull
Bereits vor dem Zeitfahren hatte es im Umfeld der Red-Bull-Mannschaft ungewöhnliche Dopingkontrollen gegeben. Am Vorabend um 22:00 Uhr wurden alle acht Fahrer des Teams Red Bull-Bora-hansgrohe kontrolliert. Teamchef Mauro Gianetti, 62 Jahre alt, sagte im Gespräch mit Eurosport, dass die Kontrollen "nichts so Großes" gewesen seien und "alles gut" sei. Nico Denz berichtete, er sei um 22:30 Uhr an der Reihe gewesen: "Es ist noch im Rahmen. Ich war 22.30 Uhr dran. Das ist besser als 2 Uhr nachts. Sie waren mit drei, vier Mann vor Ort. Das ging recht zackig, sie haben das professionell gemacht."
Die Kontrollen bei Red Bull standen nicht im Zusammenhang mit den umstrittenen nächtlichen Dopingkontrollen, für die Pogačar um 5 Uhr morgens und Vingegaard um 2 Uhr nachts geweckt worden waren. Ein Sprecher bestätigte die Kontrollen aller acht Fahrer.
Ausblick auf die 17. Etappe
Am Tag vor dem Zeitfahren hatte es zudem einen Vorfall gegeben, bei dem der US-Amerikaner Brandon McNulty, Teamkollege von Pogačar und Politt, mit einem Auto kollidiert war. Gianetti schilderte den Hergang gegenüber Eurosport: "Wir wissen nicht, warum. Er überholte Brandon, stoppte das Auto. Und dann stieß Brandon leider mit dem Auto zusammen." McNulty blieb offenbar ebenso wie Lipowitz im Rennen, die genauen Folgen wurden zunächst nicht öffentlich.
Evenepoel hatte bereits am Vortag, am ersten Alpenberg, die Etappe gewonnen und Pogačar dort ebenfalls hinter sich gelassen. Mit dem Zeitfahrerfolg baute er seine Position als erster Verfolger im Gesamtklassement weiter aus und bleibt der einzige Fahrer, der Pogačar auf Etappenhalten bislang ernsthaft fordern konnte.
Die 17. Etappe führt am Folgetag über 174,7 Kilometer von Chambéry nach Voiron, überwiegend flach und mit der Möglichkeit eines Massensprints. Für Lipowitz ist die Frankreich-Rundfahrt nach seinem Sturz dagegen vorzeitig beendet. Die offene Frage bleibt, wie schwer seine Verletzungen sind und wann er ins Renngeschehen zurückkehren kann.
Mit dem Ausscheiden des 25-Jährigen verliert die diesjährige Tour de France ein Gesicht, das als deutsche Hoffnung auf einen vorderen Gesamtplatz gegolten hatte. Nach Platz drei im Vorjahr galt er gemeinsam mit Vingegaard als einer der wenigen Fahrer, die Pogačar in den Hochgebirgen hätten gefährden können. Die kommenden Etappen werden zeigen, ob Evenepoel seine Aufholjagd fortsetzen kann oder ob der Slowene seinen Vorsprung weiter ausbaut.
Fragen & Antworten
Warum ist Florian Lipowitz bei der Tour de France 2026 ausgeschieden?
Der 25 Jahre alte Deutsche vom Team Red Bull-Bora-hansgrohe ist am 21. Juli 2026 in einer Rechtskurve sechs Kilometer vor dem Ziel des Einzelzeitfahrens der 16. Etappe schwer gestürzt, mit der Schulter gegen eine Bordsteinkante geschlagen und wurde mit dem Krankenwagen abtransportiert.
Wer hat das Zeitfahren der 16. Etappe gewonnen?
Der Belgier Remco Evenepoel gewann die 16. Etappe über 26,1 Kilometer von Évian-les-Bains nach Thonon-les-Bains mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 48,4 km/h und lag 28 Sekunden vor dem Gesamtführenden Tadej Pogačar.
Wie ist der Stand im Gesamtklassement nach der 16. Etappe?
Tadej Pogačar aus Slowenien führt weiterhin mit 4:32 Minuten Vorsprung vor Remco Evenepoel; Dritter ist der Mexikaner Isaac del Toro mit 6:51 Minuten Rückstand.
Lipowitz Sturz Tour de France 2026 – Evenepoel gewinnt | nachrichten360