Hodler-Gemälde Rückgabe an Martha Nathans Erben
Die Stiftung des Kunstsammlers Bruno Stefanini hat ein Gemälde von Ferdinand Hodler an die Erben von Martha Nathan zurückgegeben, obwohl das Werk nicht während der NS-Zeit in Deutschland gestohlen wurde.
Hintergrund der Rückgabe
Martha Nathan, eine deutsche Jüdin, floh 1937 vor den Nationalsozialisten und gelangte 1939 in die Schweiz. Dort sah sie sich gezwungen, das Hodler-Gemälde 1941 zu verkaufen, um ihre Aufenthaltsgenehmigung verlängern zu können. Die unabhängige Kommission der Stefanini-Stiftung entschied, das Werk dennoch an Nathans Erben zurückzugeben – eine Entscheidung, die über die üblichen Restitutionskriterien hinausgeht.
Die Stefanini-Stiftung verfügt über ein professionelles Forschungsteam und eine unabhängige Kommission, die über die Rückgabe von Kunstwerken entscheidet. Diese Struktur ermöglichte die Prüfung des Falls außerhalb der etablierten Richtlinien, die sich meist auf während der NS-Zeit in Deutschland oder besetzten Gebieten geraubte Kunst konzentrieren.

