Die bereits montierte Installation der kasachischen Künstlerin Asel Kadyrkhanova, die den Stalin-Terror der 1930er-Jahre thematisiert, wurde auf Anweisung des kasachischen Kulturministeriums aus dem Marinegeschichtsmuseum in Venedig entfernt.
Zensurvorwürfe und politischer Druck
Kadyrkhanova bestätigte in einem Statement am Freitag, dass ihre Arbeit "aus der Ausstellung auf Anweisung des Ministeriums für Kultur und Information von Kasachstan entfernt" worden sei. Die Entscheidung fiel kurz vor der geplanten Eröffnung der Ausstellung am 5. Mai. Die Künstlerin berichtete von vorherigem Druck seitens der Behörden, das Werk "konzeptuell ästhetisch zu verändern".
Die Installation sollte Teil des offiziellen kasachischen Pavillons auf der Biennale Venedig sein, einem der bedeutendsten internationalen Kunstereignisse. Die Auseinandersetzung mit der sowjetischen Vergangenheit Kasachstans, insbesondere den Repressionen unter Stalin, gilt dort als politisch sensibles Thema. Historiker schätzen, dass während der 1930er-Jahre Hunderttausende Kasachen Opfer von Deportationen und Hungersnöten wurden.

