Die EU-Kommission hat ein Verfahren eingeleitet, um die Finanzierung der Biennale in Venedig zu streichen, falls Russland erneut an der Kunstausstellung teilnehmen darf.

Finanzielle Konsequenzen

Die Europäische Union droht der Stiftung Biennale mit dem Entzug von rund zwei Millionen Euro an Fördermitteln bis zum Jahr 2028. Die Summe stellt einen bedeutenden Teil des Budgets der weltberühmten Kunstveranstaltung dar. Die Biennale hat nun 30 Tage Zeit, ihre Entscheidung zur russischen Teilnahme zu revidieren, andernfalls wird die EU die Gelder streichen.

Die Drohung kommt vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen zwischen der EU und Russland. Die Biennale hatte zuvor erklärt, sie handle strikt nach nationalen und internationalen Regeln. Diese Argumentation reicht der EU-Kommission offenbar nicht aus, um die Teilnahme Russlands zu rechtfertigen.

Politische Reaktionen

Italiens Kulturminister Alessandro Giuli spricht sich gegen eine Beteiligung Russlands an der Biennale aus. Im Gegensatz dazu verteidigt Biennale-Präsident Pietrangelo Buttafuoco die Entscheidung, den russischen Pavillon zuzulassen. Die unterschiedlichen Positionen zeigen die politische Zerrissenheit in Italien in dieser Frage.

Matteo Salvini, Chef der rechtspopulistischen Lega, kritisierte die EU scharf. Er sprach von "inakzeptablen Druck" durch die europäische Bürokratie. Salvini gehört der Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni an, die bisher keine offizielle Stellungnahme zu dem Konflikt abgegeben hat.