Nach einem Böschungsbrand an zwei Stellen zwischen Langenfeld und Leverkusen auf der Bahnstrecke Düsseldorf–Köln hat der Staatsschutz der Kölner Polizei die Ermittlungen übernommen, während ein linksextremes Bekennerschreiben auf der Plattform „indymedia" veröffentlicht wurde.

Brand an zwei Stellen zwischen Langenfeld und Leverkusen

Am Freitagvormittag brannte an zwei Stellen die Böschung zwischen Langenfeld und Leverkusen entlang der Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Köln. Das Feuer beschädigte mehrere Signalkabel, sodass auf dem betroffenen Streckenabschnitt keine Züge fahren konnten. Die Feuerwehr löschte die Brände, wie die Deutsche Bahn (DB) mitteilte.

Die Deutsche Bahn erklärte, die Reparaturarbeiten würden noch mindestens bis in die Nachmittagsstunden andauern. Ein Sprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin: „Unsere Fachleute arbeiten bereits daran, die entstandenen Schäden so schnell wie möglich zu reparieren." Wann der Zugverkehr wieder vollständig rollen könne, sei aktuell noch nicht absehbar: „Aktuell ist noch nicht absehbar, wann der Zugverkehr wieder rollen kann."

Auswirkungen auf den Bahnverkehr

Im Nah- und Fernverkehr kam es zu Umleitungen, Verspätungen und zum Ausfall einzelner Züge. Fernverkehrszüge waren nach Angaben der Deutschen Bahn rund 30 Minuten verspätet. Nach Abschluss der Reparaturen seien zudem technische Inspektionen der Signalsysteme erforderlich, bevor der Betrieb wieder aufgenommen werden könne.

Der Staatsschutz der Kölner Polizei hatte bereits am Vortag die Ermittlungen übernommen. Ein Polizeisprecher sagte am Freitag: „Es werde untersucht, ob strafrechtliches Handeln vorliege und das Feuer absichtlich gelegt worden sei." Am Samstagmorgen erklärte ein Polizeisprecher, es gebe weiterhin keine Hinweise auf die Ursache des Feuers.

Ermittlungen des Staatsschutzes

Die Behörden untersuchen, ob ein Eingriff Dritter vorliegt. Sicherheitskreise gehen laut Deutscher Presse-Agentur davon aus, dass es sich um eine Sabotagehandlung handelt. Ein technischer Defekt als Ursache gelte als eher unwahrscheinlich.

Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) berichtete zuerst, dass auf der Plattform „indymedia" ein Bekennerschreiben einer linksextremen Gruppe veröffentlicht worden sei. Darin heißt es, es seien Brandsätze in Kabelschächten deponiert worden. Die Authentizität des Schreibens sei nach Angaben des WDR von den Ermittlern noch nicht bestätigt worden.

Bekennerschreiben auf „indymedia"

Sicherheitskreise gehen laut Deutscher Presse-Agentur davon aus, dass das Bekennerschreiben echt ist. Die Polizei prüft nun, ob die Angaben im Schreiben mit den tatsächlichen Schäden und Spuren an den Kabelanlagen übereinstimmen. Erst dann könne der Inhalt des Schreibens als Ermittlungsansatz gewichtet werden.

Die Deutsche Bahn kündigte an, den betroffenen Streckenabschnitt so schnell wie möglich wieder freizugeben. Reisende müssten sich jedoch weiterhin auf Verspätungen und Umleitungen einstellen. Die Bahn bat Fahrgäste, sich vor Reiseantritt über aktuelle Verbindungen zu informieren.

Der Vorfall wirft Fragen zur Sicherheit kritischer Infrastruktur in Nordrhein-Westfalen auf. Die Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Köln gehört zu den am stärksten frequentierten Strecken Deutschlands. Sabotageakte an dieser Strecke haben unmittelbare Auswirkungen auf den Pendelverkehr und den Fernverkehr.

Sicherheit kritischer Infrastruktur

Die Ermittler des Staatsschutzes arbeiten eng mit der Deutschen Bahn und der Bundespolizei zusammen. Spurensicherung und kriminaltechnische Untersuchungen an den Brandstellen sowie an den beschädigten Kabelschächten liefen, hieß es aus Sicherheitskreisen. Ergebnisse würden frühestens in den kommenden Tagen erwartet.

Die Plattform „indymedia" wird seit Jahren von linksextremen Gruppen genutzt, um Bekennerschreiben zu veröffentlichen. Die Echtheit solcher Schreiben muss jedoch stets von den Ermittlungsbehörden überprüft werden. In der Vergangenheit hatten sich Schreiben auf der Plattform teils als echt, teils als Fälschungen erwiesen.

Die Deutsche Bahn betonte, dass die Sicherheit der Fahrgäste oberste Priorität habe. Man stehe in engem Austausch mit den Sicherheitsbehörden. Die Strecke werde erst nach Abschluss aller technischen Prüfungen und Sicherheitsinspektionen wieder vollständig freigegeben.

Reaktion der Deutschen Bahn

Der Vorfall ereignete sich nur wenige Tage nach dem Bericht des Deutschlandfunks am 11. Juli 2026. Damit ist der Böschungsbrand auf der Bahnstrecke Düsseldorf–Köln der bislang schwerste Sabotageverdachtsfall im nordrhein-westfälischen Schienennetz in diesem Jahr.

Die Staatsanwaltschaft Köln prüft, ob und wann Haftbefehle oder Durchsuchungsbeschlüsse beantragt werden sollen. Zunächst müsse jedoch die Ermittlungsarbeit des Staatsschutzes abgewartet werden, hieß es aus Justizkreisen. Die Auswertung der Spuren an den Brandstellen könne mehrere Tage in Anspruch nehmen.

Die Deutsche Bahn richtete für betroffene Fahrgäste eine Hotline ein und aktualisierte die Anzeigen an den Bahnhöfen entlang der Strecke. Reisende zwischen Düsseldorf und Köln wurden gebeten, auf alternative Verbindungen auszuweichen oder ihre Reise zu verschieben.

Die Sicherheitsbehörden in Nordrhein-Westfalen haben die Überwachung kritischer Infrastruktur in den vergangenen Monaten verstärkt. Der aktuelle Vorfall werde nun auch auf politischer Ebene bewertet. Innenexperten kündigten an, die Sicherheitsmaßnahmen an Bahnanlagen zu überprüfen.