Linksextreme Gruppe bekennt sich zu Brandanschlag auf Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Köln
Düsseldorf, 12. Juli 2026
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Kurzfassung
Die linksextremistische Gruppe „Kommando Angry Birds" hat sich zu dem Brandanschlag auf die Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Köln bekannt. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul verurteilte die Tat als gezielte Sabotage.
Die linksextremistische Gruppe „Kommando Angry Birds" hat sich per Online-Bekennerschreiben zu dem Brandanschlag auf die Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Köln bekannt, bei dem am Freitagvormittag Signalkabel und Gleisanlagen beschädigt wurden.
Brand an zwei Streckenabschnitten
Der Brand war am Freitagvormittag an zwei Abschnitten der Strecke zwischen Langenfeld und Leverkusen ausgebrochen. An der Böschung standen Büsche und Teile der Bahninfrastruktur in Flammen. Die Deutsche Bahn sprach von „immensen Schäden" und bezeichnete die betriebliche Lage in Nordrhein-Westfalen als „sehr angespannt". Laut einem Bericht des „Kölner Stadt-Anzeigers" wurden auch Gleisanlagen beschädigt.
Im Internet tauchte noch am Samstag ein mutmaßliches Bekennerschreiben auf, das die deutschen Sicherheitsbehörden als authentisch einstuften. Darin übernahm ein „Kommando Angry Birds" die Verantwortung für den Brand. Die Gruppe schilderte Details und prahlte damit, für die „Sabotage der Bahnstrecke nördlich von Leverkusen" verantwortlich zu sein. Die Deutsche Bahn erklärte, Expertinnen und Experten arbeiteten „mit voller Kraft an der Reparatur der immensen Schäden".
Bekennerschreiben im Internet
Bei der Tat waren nach Angaben der Ermittler Brandsätze mit Zeitzündern in einem Kabelschacht deponiert worden. Die Flammen beschädigten mehrere Signalkabel, was den Zugverkehr auf einer der wichtigsten Verbindungen im Westen Deutschlands erheblich beeinträchtigte. Reisende mussten mit Verspätungen und Umleitungen rechnen.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) verurteilte die Tat scharf. „Solche Taten sind kein Protest, sondern gezielte Sabotage", sagte er. „Und dann verüben sie einen Brandanschlag, ausgerechnet jetzt, wo überall Trockenheit herrscht", fügte Reul hinzu. Die Täterinnen und Täter zielten darauf ab, „Politik durch Gewalt zu ersetzen", empörte sich der Minister.
Reul verurteilt die Tat
Reul hatte bereits Anfang August 2025 vor der Gruppe gewarnt. „Die hat in den letzten Jahren im Raum Düsseldorf schon mehrfach sabotiert", hatte er damals gesagt. Die Sicherheitsbehörden stufen „Kommando Angry Birds" als linksextremistisch ein. Die Gruppe stellt sich laut WDR „selbst als Industriegegner und Anti-Tech-Bewegung dar, die für den Schutz der Natur die 'vollständige Zerschlagung des technologisch-industriellen Systems'" anstrebe.
Als Motiv für den Anschlag wurde in dem Schreiben ein „Massensterben" durch die „technologische Eskalation" genannt, das aufgehalten werden müsse. Die Gruppe berufe sich darauf, eine Welt herzustellen, „in der es Pflanzen, Tieren und Menschen besser gehe". Das treffe jedoch den Alltag vieler Menschen und nehme „Kollateralschäden" billigend in Kauf, kritisierte Reul. „Allein daran sieht man: Diese Menschen wollen keine bessere Welt. Das akzeptieren wir nicht."
Nicht der erste Anschlag der Gruppe
Es ist nicht der erste Anschlag, den die Gruppe für sich reklamiert. Bereits vor etwa einem Jahr hatte „Kommando Angry Birds" einen Anschlag auf die Bahnhauptstrecke zwischen Düsseldorf und Duisburg verübt. Auch im Juli 2025 waren an anderen Orten Brandsätze gezündet worden. So gingen Anschläge auf Telekommunikationsmasten in Langenfeld/Erkrath und ein Tunnelbrand an der Autobahn 46 auf das Konto der Gruppe.
Die Ermittlungen übernahm die Kölner Polizei. Am Samstag fiel der Verdacht schließlich auf Brandstiftung, dann tauchte das Bekennerschreiben im Internet auf. Die Behörden werteten das Schreiben als authentisch. Die Gruppe veröffentlichte das Manifest unter dem Namen „Kommando Angry Birds".
Ermittlungen und Folgen
Die Deutsche Bahn kündigte an, mit Hochdruck an der Reparatur der beschädigten Infrastruktur zu arbeiten. Wie lange die Sperrung der Strecke andauern würde, war zunächst unklar. Reisende zwischen den beiden Metropolen mussten auf alternative Verbindungen ausweichen.
Die Vorgeschichte der Gruppe reicht mehrere Jahre zurück. Wiederholt wurden Sabotageakte am Bahnnetz im Raum Düsseldorf auf das Konto von „Kommando Angry Birds" zurückgeführt. Die Sicherheitsbehörden, darunter das Bundesamt für Verfassungsschutz und der Verfassungsschutz NRW, beobachten die Gruppe seit längerem.
In dem Bekennerschreiben schilderte die Gruppe auch Details zum Ablauf der Tat. Demnach waren die Brandsätze gezielt in einem Kabelschacht platziert worden, um die Signaltechnik der Strecke zu zerstören. Die Bahn sprach von einer „sehr angespannten" betrieblichen Lage in NRW.
Die Kölner Polizei sicherte Spuren an den Brandorten. Erste Ermittlungen deuteten auf eine politisch motivierte Tat hin. Die Staatsschutzabteilung übernahm die weiteren Untersuchungen. Die Behörden prüften weitere mögliche Tatorte im Umkreis.
Sicherheitsdebatte nach der Tat
Reul kündigte an, die Sicherheitsmaßnahmen an kritischer Infrastruktur in Nordrhein-Westfalen zu verstärken. „Wir werden alles tun, um solche Taten in Zukunft zu verhindern", sagte der Innenminister. Die Bundespolizei wurde in die Ermittlungen einbezogen.
Die Deutsche Bahn richtete eine Informationshotline für betroffene Reisende ein. Pendlerinnen und Pendler zwischen Düsseldorf und Köln mussten mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Der Fernverkehr wurde über alternative Routen umgeleitet.
Die Gruppe „Kommando Angry Birds" ist nach Einschätzung der Verfassungsschutzbehörden Teil der linksextremistischen Szene in Nordrhein-Westfalen. Ihre Ideologie richtet sich gegen die industrielle Moderne und die technologische Entwicklung. Die Behörden sehen in der Gruppe eine Gefahr für die kritische Infrastruktur.
Der Anschlag wirft Fragen nach der Sicherheit von Bahnstrecken und anderen kritischen Infrastrukturen in Deutschland auf. In der Vergangenheit hatten ähnliche Vorfälle, etwa ein Stromausfall, bei dem rund 100.000 Menschen im Südwesten einer Großstadt ohne Heizung und Licht in ihren Wohnungen saßen, die Debatte über den Schutz solcher Einrichtungen befeuert.
Fragen & Antworten
Wer ist das „Kommando Angry Birds"?
Das „Kommando Angry Birds" ist eine linksextremistische Gruppe, die nach Einschätzung des Bundesamts für Verfassungsschutz und des Verfassungsschutzes NRW wiederholt Sabotageakte am Bahnnetz im Raum Düsseldorf verübt hat. Die Gruppe versteht sich selbst als Industriegegner und Anti-Tech-Bewegung.
Was ist auf der Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Köln passiert?
Am Freitagvormittag brach an zwei Abschnitten zwischen Langenfeld und Leverkusen ein Brand aus, bei dem Signalkabel und Gleisanlagen beschädigt wurden. Die Deutsche Bahn sprach von „immensen Schäden" und einer „sehr angespannten" betrieblichen Lage in NRW.
Wie hat Innenminister Herbert Reul auf den Anschlag reagiert?
Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) verurteilte die Tat als „gezielte Sabotage" und nicht als Protest. Er kritisierte, die Täterinnen und Täter nähmen „Kollateralschäden" billigend in Kauf und zielten darauf ab, „Politik durch Gewalt zu ersetzen".