Schwere Unwetter in China fordern Dutzende Tote und Hunderte Verletzte
Peking, 07. Juli 2026
AI-generated image (z-image via Kie.ai)
Kurzfassung
Schwere Unwetter haben in mehreren Provinzen Chinas schwere Schäden angerichtet. In Gansu begrub ein Erdrutsch 33 Menschen, in Hubei starben mindestens acht Menschen, und im Süden riss ein Dammbruch eine Flutwelle durch ein Dorf.
Mehrere schwere Unwetter haben in Zentral- und Südchina am Dienstag mindestens acht Menschenleben in Hubei gefordert, einen Erdrutsch in Gansu mit dutzendfacher Verschüttung ausgelöst und in Guangxi nach einem Dammbruch Überschwemmungen verursacht.
Acht Tote und Hunderte Verletzte in Hubei
Bei Unwettern in der zentralchinesischen Provinz Hubei sind mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Das berichteten am Dienstag staatliche Medien. Rettungskräfte suchten nach dem Unwetter in der Nacht zum Dienstag im Osten der Region nach Vermissten, während die Behörden zugleich vor weiteren Stürmen und Tornados warnten. Die Zahl der Verletzten betrage derzeit 275, berichteten staatliche Medien.
Schwerer Regen und Sturmböen hatten in Teilen Chinas in den vergangenen Tagen Häuser zum Einsturz gebracht und Straßen überflutet. Die zivilen Katastrophenschutzbehörden in der zentralchinesischen Provinz Hubei sprachen zuletzt von mindestens elf Toten und einer vermissten Person. Aus einigen Regionen seien auch Tornados gemeldet worden.
Erdrutsch in Gansu: 33 Menschen verschüttet
Besonders schwer traf es den Regionalkreis Tanchang in der nordwestchinesischen Provinz Gansu. In der nordwestlichen Provinz Gansu ereignete sich ein Erdrutsch, bei dem nach Angaben des Staatsfernsehens CCTV insgesamt 33 Menschen verschüttet wurden. Laut dem Staatsfernsehen CCTV wurden 17 Menschen erfolgreich gerettet, während 16 seien noch verschüttet. Rettungseinsätze in Tanchang dauerten nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua an.
Die bergige Region des betroffenen Dorfes im Regionalkreis Tanchang ist anfällig für Naturkatastrophen. Erst 2010 starben durch eine Schlammlawine im nahe gelegenen Zhugqu nach offiziellen Angaben über 1.500 Menschen. Damals galten die Bergdörfer in der Region als besonders gefährdet, weil Hangrutschungen nach Starkregen immer wieder auftreten.
Xi Jinping ordnete die Mobilisierung aller Kräfte für die Rettung und Versorgung der Verletzten an. Nach offiziellen Angaben sollen Hilfsteams und medizinisches Personal in die betroffenen Gebiete verlegt werden, um Verschüttete zu bergen und die Notversorgung sicherzustellen.
Dammbruch in Guangxi löst höchste Alarmstufe aus
In der südlichen Region Guangxi riefen die Behörden in der Hauptstadt Nanning die höchste Hochwasser-Alarmstufe aus, nachdem sintflutartige Regenfälle Dämme zum Bersten gebracht hatten. Videoaufnahmen zeigten, wie eine Flut aus schlammigem Wasser durch die zerborstene Betonstruktur bricht. Der Bruch ereignete sich am Montagmorgen am Stausee Liulan in Hengzhou in Guangxi und überflutete nach Fotos einen ganzen Landstrich.
Durch den Regen brachen unter anderem Teile der Mauer eines Staudamms. Nach den jüngsten offiziellen Angaben zum Dammbruch in Guangxi starben vier Menschen, acht galten als vermisst. Die Region Guangxi rüstete sich indes für starke Regenfälle; Videos von Sturzflut-artigen Überschwemmungen aus der Region Guangxi kursierten im Internet.
Die Behörden evakuierten im Zuge der Überschwemmungen zehntausende Menschen. Allein in den betroffenen Gebieten Guangxis wurden Bewohner in Sicherheit gebracht, während die Aufräumarbeiten andauerten. In Hubei evakuierten die Behörden Hunderte Anwohner in den unmittelbar betroffenen Gebieten.
Xi Jinping ordnet Mobilisierung aller Kräfte an
China ist außerdem in Alarmbereitschaft wegen des Supertaifuns "Bavi", der sich über den Pazifik in Richtung Taiwan bewegt. Meteorologen aus Taiwan zufolge könnte der Sturm am Samstagmorgen Ortszeit Taiwan erreichen, wie die taiwanesische Wetterbehörde mitteilte. Pekings Meteorologen gingen davon aus, dass der Sturm wenige Stunden später am Samstagnachmittag auf China treffen werde.
Supertaifun "Bavi" nimmt Kurs auf Taiwan und China
Der Supertaifun "Bavi" ist nach derzeitiger Einstufung ein tropischer Sturm mit Spitzenwindgeschwindigkeiten weit über 200 km/h. Damit zählt er zu den stärksten Wirbelstürmen der laufenden Saison. Sein genauer Kurs und seine endgültige Stärke zum Zeitpunkt des Erreichens von Land wurden weiter beobachtet.
Wetterdienste warnten unterdessen vor weiteren sintflutartigen Regenfällen in verschiedenen Teilen des Landes. Für Teile der an Guangxi angrenzenden Provinz Guangdong sowie für die östlichen Provinzen Anhui und Jiangsu galten demnach Regenwarnungen, ebenso für die nördlich gelegenen Provinzen Shandong, Liaoning und Jilin, wie die chinesische Wetterbehörde mitteilte. Während in anderen Gebieten im Nordosten und Süden Chinas Tornados erwartet wurden.
Durch Gewitter und starke Stürme sind in Zentral- und Südchina mindestens 15 Menschen getötet und hunderte weitere verletzt worden. Die Gesamtzahl der Opfer verteilt sich über mehrere Provinzen und verdeutlicht das Ausmaß der laufenden Unwetterserie. Neun Menschen würden vermisst, hieß es in den Berichten weiter.
El Niño verstärkt Risiko extremer Wetterlagen
Chinas Meteorologen prognostizieren für dieses Jahr wegen des El-Niño-Klimaphänomens ein erhöhtes Risiko für extremes Wetter. El Niño steht nach Einschätzung der Wetterdienste in Verbindung mit stärkeren Taifunen über dem Pazifik und heftigeren Niederschlägen in weiten Teilen Ostasiens. Die laufende Saison gilt daher als besonders kritisch.
Starkregen hatte zuletzt auch den Nordwesten Chinas getroffen. Damit weitete sich die Unwetterlage über das gesamte Land aus. Die Regierung rief die Bevölkerung in besonders gefährdeten Bergregionen erneut zur Wachsamkeit auf.
Die Rettungsarbeiten in Tanchang, Hubei und Guangxi liefen am Dienstag mit Hochdruck weiter. Behörden, Feuerwehr, Militär und Freiwillige waren im Einsatz, um Verschüttete zu bergen, Verletzte zu versorgen und die Folgen der Überschwemmungen einzudämmen.
Wetterexperten rechnen damit, dass die Unwetterserie in den kommenden Tagen anhält. Erst das Eintreffen von Supertaifun "Bavi" könnte die Lage in Teilen des Landes zusätzlich verschärfen.
Fragen & Antworten
Was ist im Regionalkreis Tanchang in Gansu passiert?
In Tanchang in der nordwestchinesischen Provinz Gansu ereignete sich ein Erdrutsch, bei dem nach Angaben des Staatsfernsehens CCTV 33 Menschen verschüttet wurden. 17 Menschen konnten demnach gerettet werden, während Rettungseinsätze laut Xinhua andauerten.
Wie ist die Lage in der Provinz Hubei?
In der zentralchinesischen Provinz Hubei starben bei schweren Unwettern in der Nacht zum Dienstag mindestens acht Menschen, die Zivilbehörden sprachen zuletzt von elf Toten und einer vermissten Person. Staatliche Medien meldeten zudem 275 Verletzte.
Welche Rolle spielt Supertaifun "Bavi" für die weitere Entwicklung?
China befindet sich wegen des Supertaifuns "Bavi", der über den Pazifik in Richtung Taiwan zieht, in Alarmbereitschaft. Pekings Meteorologen erwarten ein Eintreffen auf dem chinesischen Festland am Samstagnachmittag, während die Wetterdienste zugleich vor weiteren sintflutartigen Regenfällen im Landesinneren warnten.
Unwetter China: Erdrutsch in Gansu, Unwetter in Hubei | nachrichten360