Schweiz trifft im WM-Viertelfinale auf Argentinien – Xhaka und Yakin vor dem Duell mit Messi zuversichtlich
Kansas City, 11. Juli 2026
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Kurzfassung
In der Nacht auf Sonntag trifft die Schweiz im WM-Viertelfinale in Kansas City auf Titelverteidiger Argentinien um Superstar Lionel Messi. Kapitän Granit Xhaka und Trainer Murat Yakin zeigten sich vor dem Spiel selbstbewusst und sprachen von einem „gigantischen" Spiel.
Die Schweizer Fußballnationalmannschaft bestreitet in der Nacht auf Sonntag (Anpfiff 3.00 Uhr MESZ) im Arrowhead Stadium von Kansas City das WM-Viertelfinale gegen Titelverteidiger Argentinien und könnte erstmals seit 1954 wieder in die Runde der letzten Vier einer Weltmeisterschaft einziehen.
Die Ausgangslage vor dem Duell könnte unterschiedlicher kaum sein. Auf der einen Seite steht Argentinien, der amtierende Weltmeister, angeführt von Lionel Messi, der mit 39 Jahren noch immer das Zentrum des argentinischen Spiels bildet. Auf der anderen Seite die Schweiz, die erstmals seit der Heim-WM 1954 wieder unter den besten Acht eines Turniers steht und sich gegen Kolumbien im Achtelfinale nach einem torlosen Spiel im Elfmeterschießen durchsetzte.
Vor dem Spiel herrscht in den Reihen der Eidgenossen eine Mischung aus Respekt und Selbstvertrauen. „Also wir sind vorbereitet und es wird ein gigantisches Spiel für uns", sagte Nationaltrainer Murat Yakin. Sein Kapitän Granit Xhaka, der mittlerweile beim FC Sunderland unter Vertrag steht, formulierte es ähnlich: „Wenn man eine noch größere Geschichte schreiben kann, muss man alles dafür geben." Xhaka betonte zudem, dass die Mannschaft den amtierenden Weltmeister herausfordern könne: „Wir können den Weltmeister herausfordern."
Historische Bilanz spricht gegen die Schweiz
Die Statistik spricht allerdings klar gegen die Schweiz. Von den bisherigen sieben Aufeinandertreffen beider Mannschaften hat die „Nati" keines gewonnen, fünf Niederlagen und zwei Unentschieden stehen zu Buche. Nur zwei Partien waren Pflichtspiele: 2014 verlor die Schweiz in Brasilien im Achtelfinale 0:1 nach Verlängerung durch ein spätes Tor von Ángel Di María, und 1966 in England in der WM-Vorrunde 0:2. Damals, 1954, scheiterte die Schweiz im Viertelfinale der Heim-WM durch ein 5:7 gegen Österreich am erstmaligen Halbfinaleinzug.
Trotz dieser Bilanz sieht Yakin eine Chance. „Gleichzeitig haben wir gesehen, dass Argentinien nicht unbesiegbar ist", sagte er im Hinblick auf die jüngsten Auftritte des Titelhalters. Argentinien hatte sich im Achtelfinale gegen Ägypten nach einem 0:2-Rückstand elf Minuten vor Schluss noch zu einem 3:2-Sieg gekämpft, nachdem Kapitän Messi seine Mannschaft mit einem spektakulären Comeback angeführt hatte. „Diese Mannschaft gibt niemals auf und kämpft bis zum Schluss weiter", hieß es aus dem argentinischen Lager. Auch gegen Kap Verde hatte sich Argentinien erst in der Verlängerung durchgesetzt.
Argentinien verwundbar – Schweizer Hoffnung
Die Anfälligkeit der Argentinier zeigt sich vor allem bei Kontern. Beim 2:0 Ägyptens etwa machte Innenverteidiger Lisandro Martínez keine gute Figur. „Man hat gesehen, dass Argentinien in den letzten beiden Spielen auch verwundbar war", sagte Yakin. Xhaka empfahl, über 90 Minuten clever zu sein, kompakt zu spielen und die Räume eng zu machen: „Ich kenne jeden ihrer Mittelfeldspieler aus der Premier League – es ist nicht vorbei, bis abgepfiffen wird."
Im Schweizer Lager lastet auf der Offensive viel Verantwortung auf Johan Manzambi, der allerdings wegen einer Knieverletzung ausfällt – wie schon im Achtelfinale gegen Kolumbien. Der 20-jährige Stürmer vom SC Freiburg, der mit drei Treffern aktuell bester Schweizer Torschütze des Turniers ist und zudem zwei weitere Treffer vorbereitete, hatte das Training am Tag vor dem Achtelfinale wegen einer Knieprellung abbrechen müssen. „Sein Ausfall schmerzt extrem", sagte Yakin und sprach von einem „Schockmoment".
Messi im Fokus: Duell der Generationen
Die besondere Brisanz der Partie ergibt sich auch aus der Person Messis. Der argentinische Superstar ist inzwischen 39 Jahre alt und nicht mehr auf dem Höhepunkt seiner körperlichen Leistungsfähigkeit – dennoch scheint sich das Turnier noch immer um ihn zu drehen. „Es ist ein Privileg, in derselben Ära wie er zu spielen", sagte der 33-jährige Xhaka über Messi. Verteidiger Ricardo Rodríguez brachte es auf den Punkt: „Sie haben den Besten." Nur drei Spieler stehen noch im Kader, die bereits 2014 aufeinandertrafen: Messi, Xhaka und Rodríguez.
Yakin, der mittlerweile 51 Jahre alt ist und mit den WM-Erfolgen selbst zum Star aufsteigt, an dem Styling und Lässigkeit geschätzt werden, sieht sein Team gut vorbereitet. „Es sei eine ‚komplett neue Schweiz, eine andere Mentalität, der Fußball in der Schweiz hat sich verbessert'." Xhaka stört allerdings, dass wenig „von unseren Qualitäten" geredet werde: „Man sollte auch der Schweiz Respekt geben." Der Rekordnationalspieler (151 Länderspiele) betonte: „Der Hunger ist so groß wie nie zuvor."
Die Rahmenbedingungen der Partie sind außergewöhnlich. Gespielt wird im Arrowhead Stadium, dem Football-Stadion der Kansas City Chiefs. Vor dem Spiel kam der kurzfristig eingefädelte Besuch des ehemaligen NFL-Stars Christian Okoye von den Kansas City Chiefs zur Sprache, was Yakin als besondere Geste würdigte. Im Stadion selbst dürften sich mehr als 50.000 Anhänger des Titelhalters auf den Rängen befinden – das argentinische Lager dominiert klar. Auf dem Graumarkt wurden für die günstigsten Tickets kurz vor dem Anpfiff mehr als 600 Franken aufgerufen.
Arrowhead Stadium als besondere Bühne
Schiedsrichter der Partie ist der Portugiese Pinheiro. Der Sieger des Viertelfinals trifft am Mittwoch um 21 Uhr in Atlanta im Halbfinal auf England, das sich im Achtelfinale gegen Norwegen mit 2:1 nach Verlängerung durch zwei Tore von Jude Bellingham durchgesetzt hatte. Bereits am Dienstag duellieren sich Frankreich und Spanien in Dallas.
Vor dem Spiel wurde eine Schweigeminute für den am Samstag unerwartet verstorbenen südafrikanischen Nationalspieler Jayden Adams abgehalten. Die argentinische Mannschaft hatte zuvor im Achtelfinale gegen Ägypten nach einem 0:2-Rückstand noch 3:2 gewonnen – Messi hatte seine Mannschaft mit einem Traumtor zurück ins Spiel gebracht. „Jedes Spiel verläuft so", sagte der Superstar nach der Partie. „Wir haben wieder sehr gelitten, aber das ist die Weltmeisterschaft."
Die Schweizer Defensive hat im Turnierverlauf erst drei Gegentore hinnehmen müssen, dafür aber auch weniger geschossen (9 gegenüber 14 von Argentinien). Von den acht WM-Viertelfinalisten hat nur Spanien (5) weniger Schüsse aufs Tor zugelassen als Argentinien (9). Allerdings kassierte Argentinien aus diesen Versuchen fünf Gegentore (56 Prozent). In jeder der letzten elf WM-Partien erzielte das argentinische Team jeweils mindestens zwei Tore.
Ausblick: Halbfinale gegen England in Atlanta
Yakin sieht die Partie auch als taktische Herausforderung: „Aus taktischer Sicht dürfte es ein sehr interessantes Spiel werden." Über Messi sagte er mit einem Schmunzeln: „Ich glaube, Messi macht weniger Kilometer als ich." Die Schweizer Abwehr um Manuel Akanji, der ankündigte „Wir sind noch nicht fertig", wird vor allem die Räume hinter der argentinischen Abwehr kontrollieren müssen, um die Konter der Südamerikaner zu unterbinden.
Die Erwartungen in Argentinien sind riesig. „Während in der Heimat bereits mit dem Titel spekuliert wird", formuliert es Xhaka deutlich bescheidener. Die Schweizer hingegen träumen: „Träume gehen ab und zu in Erfüllung", sagte Yakin. Ob die „Nati" tatsächlich für eine Überraschung sorgen kann, wird sich in den frühen Morgenstunden europäischer Zeit entscheiden.
Die Schweiz fordert im Football-Stadion der Kansas City Chiefs Argentinien heraus. Es dürften sich mehr als 50'000 Anhänger des Titelhalters auf den Rängen befinden. MacAllister bringt Argentinien nach einem Corner mit der ersten Torchance per Kopf in Führung. Er gewinnt das Kopfballduell gegen Djibril Sow mühelos. Es ist das erste Mal an dieser WM, dass die Schweiz in Rückstand liegt.
Nach dem 0:1-Rückstand nach zehn Minuten durch MacAllisters Kopfballtor liegt die Schweiz erstmals bei diesem Turnier zurück. Xhaka hatte aus etwa 25 Metern knapp das Tor verfehlt. Die Partie bleibt damit offen – und die Schweizer Hoffnung auf den ersten Halbfinaleinzug seit 72 Jahren lebt weiter.
Fragen & Antworten
Wer ist Murat Yakin?
Murat Yakin ist der Nationaltrainer der Schweizer Fußballnationalmannschaft. Er bereitet die Mannschaft auf das WM-Viertelfinale gegen Argentinien vor und sprach vor dem Spiel von einem „gigantischen" Spiel.
Wann und wo findet das Viertelfinale zwischen der Schweiz und Argentinien statt?
Das Viertelfinale wird in der Nacht auf Sonntag um 3.00 Uhr MESZ im Arrowhead Stadium in Kansas City ausgetragen, dem Football-Stadion der Kansas City Chiefs.
Wie steht die bisherige Bilanz zwischen der Schweiz und Argentinien?
Von den bisherigen sieben Aufeinandertreffen hat die Schweiz keines gewonnen: fünf Niederlagen und zwei Unentschieden stehen zu Buche. Bei Pflichtspielen verlor die Schweiz 2014 in Brasilien 0:1 nach Verlängerung und 1966 in England 0:2.
WM-Viertelfinale Schweiz gegen Argentinien: Xhaka vor Duell | nachrichten360