Schweiz wirft Kolumbien im Elfmeterschießen raus und steht im WM-Viertelfinale
Vancouver, 08. Juli 2026
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Kurzfassung
Die Schweiz hat sich durch ein 4:3 im Elfmeterschießen gegen Kolumbien als letztes Team für das WM-Viertelfinale qualifiziert. Nach 120 torlosen Minuten entschied erst der zehnte Penalty das Spiel zugunsten der Eidgenossen, die nun auf Argentinien treffen.
Die Schweiz hat am Dienstag (Ortszeit) in Vancouver durch ein 4:3 im Elfmeterschießen gegen Kolumbien den letzten Platz im WM-Viertelfinale erobert und trifft dort auf Argentinien.
Im kanadischen Vancouver hatte es nach Verlängerung 0:0 gestanden. Die Eidgenossen setzten sich erst im zehnten Penalty des Shootouts durch, nachdem Davinson Sanchez seinen Versuch an die Latte gehämmert hatte und Schiedsrichter Barton aus El Salvador das Duell entschied.
Die Schweizer stehen nun zum vierten Mal nach 1934, 1938 und 1954 in der Runde der letzten acht. Erstmals bei einer WM hat die Schweiz zwei K.o.-Spiele gewonnen.
Historischer Abend für die Schweiz
Das Duell der zwei bei der WM ungeschlagenen Teams begann zwar mit Tempo und druckvollem Spiel auf beiden Seiten. Klare Torchancen blieben in der ersten Hälfte aber Mangelware.
Kurz vor der ersten Trinkpause zeigte Kobel bei einem Puerta-Schuss (21.) von der Strafraumgrenze eine Parade. Der Dortmunder Schlussmann war in der entscheidenden Phase des Spiels einer der Garanten für den Einzug ins Viertelfinale.
Offensive Startphase ohne Treffer
Die Schweizer kamen ihrerseits durch Rieder (30.) und Dan Ndoye (33.) zu ersten Abschlüssen – Torhüter Camilo Vargas war jeweils zur Stelle. Rieder hatte seinen Einsatz dem Ausfall von Johan Manzambi zu verdanken, der laut Verband eine Knieprellung aus dem Abschlusstraining am Montag mitbrachte. Der 20-Jährige stand nicht im Kader.
Der angeschlagene Vargas war nicht bereit für 90 Minuten, saß zunächst nur auf der Bank. Zur zweiten Hälfte brachte Trainer Murat Yakin Djibril Sow für Jashari, der in der ersten Halbzeit begonnen hatte.
Nach dem Wechsel übernahm die Schweiz mehr Kontrolle. In der 48. Minute schoss Sow über das Tor, in der 53. Minute traf Rieders Freistoß mit dem linken Fuß das Außennetz.
Suarez vergibt, James muss gehen
Kolumbiens Luis Suarez verzog in der 63. Minute – obwohl eigentlich unbedrängt – eklatant. James Rodríguez, Kolumbiens 34-jähriger Spielmacher, wurde in der 66. Minute ausgewechselt, sein Einfluss blieb begrenzt.
Bei Kolumbien gab es einen Wechsel im Vergleich zum Sechzehntelfinale gegen Ghana: Luis Suarez ersetzte den verletzten Jhon Cordoba in der ersten Elf. Der 33-jährige Stürmer fehlte mit einer Muskelverletzung für den Rest des Turniers.
Schon in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit traf Ndoye nach gutem Pass das lange Eck nicht. Die Partie ging in die Verlängerung, in der die Schweiz defensiv stabil blieb und auf Konter lauerte.
Verlängerung mit Aluminiumglück
In der 99. Minute hätte Jhon Lucumi beinahe mit einem Kopfball getroffen – nur die Latte verhinderte das 1:0 für die Südamerikaner. Auch Davinson Sanchez (93.) und Granit Xhaka (114.) sowie Jaminton Campaz (115.) verfehlten in der Verlängerung.
Kurz darauf musste Kobel bei einem Campaz-Schuss (101.) eingreifen, ehe Camilo Vargas auf der Gegenseite einen Schuss von Zeki Amdouni (104.) parierte. Torhüter Vargas blieb auch im Shootout gefordert.
Im Elfmeterschießen trafen Quintero, Xhaka und Campaz für Kolumbien sowie Amdouni, Itten und Ruben Vargas für die Schweiz. Manuel Akanji war der einzige Schweizer Schütze, der seinen Versuch über das Tor setzte. Der Schweizer Keeper Gregor Kobel hielt den Versuch von Cucho Hernandez und avancierte zum Matchwinner.
Kobel pariert, Vargas entscheidet
Der in der Nachspielzeit eingewechselte Ruben Vargas verwandelte den entscheidenden Elfmeter für die Mannschaft von Trainer Murat Yakin. Der frühere Augsburger hatte das Vertrauen in der Schlussphase erhalten, obwohl er nicht für 90 Minuten fit gewesen war.
Gegner der Schweizer in der Runde der letzten acht Mannschaften ist Argentinien, das zuvor in Atlanta Ägypten nach einem 0:2-Rückstand noch mit 3:2 geschlagen hatte. Das Viertelfinale steigt am Sonntagnacht (MESZ) um 3:00 Uhr in Kansas City.
Nach Argentinien auch Schweiz im Viertelfinale – die Partie gegen die Südamerikaner wird die größte Prüfung für die Equipe von Murat Yakin. Mit Argentinien um den 39-jährigen Lionel Messi wartet der amtierende Weltmeister auf die Eidgenossen.
Nächster Gegner: Argentinien
In Vancouver waren 52.497 Zuschauer im Stadion, darunter auch Jürgen Klopp, der designierte neue Bundestrainer. Die Begegnung war zugleich das letzte von 26 WM-Spielen außerhalb der Vereinigten Staaten. Ab dem Viertelfinale finden sämtliche Partien in den USA statt.
Denis Zakaria und Nico Elvedi, beide mit Borussia-Mönchengladbach-Vergangenheit beziehungsweise -Gegenwart, limitierten Bayern Münchens Luis Diaz, der über weite Strecken blass blieb. Kolumbiens Trainer Néstor Lorenzo sah seine Mannschaft am Ende trotz klarer Chancen in der Verlängerung nicht belohnt.
Fragen & Antworten
Wer ist Murat Yakin?
Murat Yakin ist der Cheftrainer der Schweizer Nationalmannschaft, die er in Vancouver zum vierten WM-Viertelfinale der Schweizer Geschichte führte.
Warum stand Johan Manzambi nicht in der Startelf?
Der 20-Jährige hatte sich beim Abschlusstraining am Montag eine Knieprellung zugezogen und wurde durch Fabian Rieder ersetzt.
Wann spielt die Schweiz gegen Argentinien?
Das Viertelfinale zwischen der Schweiz und Argentinien findet am Sonntag um 3:00 Uhr MESZ in Kansas City statt.
Schweiz im WM-Viertelfinale nach Elfmeterkrimi gegen | nachrichten360