Osteuropa Wirtschaftswachstum übertrifft Eurozone 2026 Das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) prognostiziert für die osteuropäischen EU-Staaten im Jahr 2026 ein Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent und damit eine deutlich dynamischere Entwicklung als in der Eurozone mit nur 0,9 Prozent.
Wirtschaftsmodelle unter Druck
Das bisherige Wirtschaftsmodell der mittel- und osteuropäischen Staaten als kostengünstige Produktionsstandorte für westliche Industrieunternehmen gerät zunehmend unter Druck. Grund dafür sind steigende Lohnkosten und eine abnehmende Wettbewerbsfähigkeit. Die Region, die lange von ausländischen Direktinvestitionen profitiert hat, sieht sich mit strukturellen Herausforderungen konfrontiert.
Erstmals seit den 1990er Jahren tragen steigende Verteidigungsausgaben ebenso stark oder sogar stärker zum regionalen Wirtschaftswachstum bei wie ausländische Investitionen. Dieser Trend spiegelt die geopolitische Unsicherheit wider, die durch die anhaltenden Konflikte in der Region verstärkt wird.
Russland und Ukraine: Gegensätzliche Entwicklungen
Russlands Wirtschaft leidet unter hohen Zinsen von 15 Prozent und einem akuten Arbeitskräftemangel, die das Wachstumspotenzial erheblich dämpfen. Dennoch profitiert der Staatshaushalt unerwartet von steigenden Öl- und Gaspreisen, die durch den Krieg im Iran ausgelöst wurden. Diese Einnahmen mildern die wirtschaftlichen Schwierigkeiten teilweise ab.

