Die deutsche Wirtschaft ist erstmals seit fast einem Jahr in den Rezessionsbereich gerutscht, wie aktuelle Daten zeigen. Grund dafür sind die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten, der zu erhöhter Unsicherheit und steigenden Preisen geführt hat.
Rückgang der Wirtschaftsleistung
Der Einkaufsmanagerindex für den privaten Sektor, der sowohl Industrie als auch Dienstleistungen umfasst, fiel im April auf 48,3 Punkte – ein 16-Monats-Tief. Damit liegt er erstmals seit knapp einem Jahr unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Ökonomen, die von Reuters befragt wurden, hatten lediglich einen Rückgang auf 51,2 Punkte erwartet.
Phil Smith, Ökonom bei S&P Global Market Intelligence, kommentierte die Entwicklung: „Die Erholung der deutschen Wirtschaft wurde durch den Krieg im Nahen Osten abrupt gestoppt.“ Die zehnmonatige Wachstumsphase endete damit im April, als die Unsicherheiten und Preise deutlich zunahmen.
Besonders betroffen ist der Dienstleistungssektor, dessen Index auf 46,9 Punkte sank. Smith fügte hinzu: „Der Dienstleistungssektor war am stärksten betroffen und verzeichnete zu Beginn des zweiten Quartals 2026 den stärksten Geschäftsrückgang seit fast dreieinhalb Jahren.“
Industrie noch im Wachstum, aber mit Risiken
Während der Dienstleistungssektor stark einbrach, verharrte die Industrie knapp im Wachstumsbereich. Der Index für den Industriesektor sank zwar auf 51,2 Punkte gegenüber dem Vormonat, blieb aber über der kritischen Marke von 50 Punkten. Produktion und Aufträge im verarbeitenden Gewerbe stiegen leicht an, doch es gibt Warnsignale, dass auch dieser Sektor bald schrumpfen könnte.

