Österreichs Finanzminister Markus Marterbauer und vier weitere EU-Finanzminister haben die Europäische Kommission aufgefordert, eine temporäre Übergewinnsteuer auf Energieunternehmen zu prüfen, um die Belastung durch stark gestiegene Spritpreise fairer zu verteilen. Die hohen Ölpreise infolge des Iran-Krieges belasten Europas Wirtschaft und Bürger erheblich. Besonders in Österreich sind die Kraftstoffpreise stärker gestiegen als in den meisten Nachbarländern. Am Freitag lag der durchschnittliche Dieselpreis bei 2,209 Euro pro Liter, Superbenzin kostete 1,788 Euro – ein Anstieg gegenüber dem Vortag, als Diesel noch 2,132 Euro und Benzin 1,748 Euro pro Liter kosteten. Laut einer Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS) erfolgt die Preisbildung auf internationaler Ebene und nicht national. Energieunternehmen wird vorgeworfen, Preiserhöhungen schnell umzusetzen, fallende Weltmarktpreise jedoch nur verzögert weiterzugeben. Die EU-Finanzminister halten es für entscheidend, die Belastung gerecht zu verteilen. Marterbauer und seine Kollegen aus Spanien, Deutschland und zwei weiteren Ländern drängen die EU-Kommission auf eine rasche Prüfung der Übergewinnsteuer. Das österreichische Wirtschaftsministerium schließt zudem Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht aus, sollte sich die Lage weiter verschärfen. HINTERGRUND: Die Forderung nach einer Übergewinnsteuer kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Spritpreise in Europa kontinuierlich steigen und die Diskussion über faire Verteilung der Krisenlasten zunimmt.