Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat am Samstag seinen Sitz im Parlament aufgegeben, nachdem seine Partei Fidesz bei der Wahl Anfang April eine schwere Niederlage erlitten hatte, kündigte jedoch an, weiterhin die Führung der nationalistischen Partei zu übernehmen.

Rückzug aus dem Parlament

Orbán, der seit 2010 ununterbrochen als Regierungschef Ungarns amtierte, erklärte am 25. April seinen Rückzug aus der Legislative. Trotz der deutlichen Verluste seiner Partei bei der Parlamentswahl am 12. April war Orbán über die Fidesz-Liste erneut als Abgeordneter gewählt worden. Die Fidesz-Partei büßte dabei mehr als die Hälfte ihrer bisherigen Sitze ein – von 135 auf nun 52 in dem 199-köpfigen Parlament.

"Viktor Orbán, der nach der Niederlage seiner Partei bei der Wahl Anfang dieses Monats zurücktritt, gibt seinen Sitz im ungarischen Parlament auf, beabsichtigt aber, Führer der Fidesz-Partei zu bleiben", sagte Orbán am Samstag. Seine Zukunft als Parteivorsitzender soll jedoch auf einem Parteitag im Juni entschieden werden.

Machtwechsel zugunsten der Tisza-Partei

Die Wahl markierte einen historischen Machtwechsel in Ungarn: Die neu gegründete Tisza-Parte unter Péter Magyar, einem ehemaligen Fidesz-Insider, errang mehr als eine Zweidrittelmehrheit im Parlament. Dieser Sieg ermöglicht es der Partei, sowohl die innenpolitischen Richtlinien des Landes als auch seine internationalen Beziehungen neu auszurichten.