Bei der als wichtigste Wählerentscheidung seit der demokratischen Wende 1989/90 geltenden Wahl in Ungarn hat die Opposition um Peter Magyar einen deutlichen Sieg errungen, während Ministerpräsident Viktor Orbán die Niederlage seiner Partei Fidesz eingestanden hat.
Historische Wahlentscheidung
Die Parlamentswahl in Ungarn markiert eine Zäsur in der politischen Landschaft des Landes. Nach vorläufigen Ergebnissen kommt die Partei von Peter Magyar, Tisza, auf 53,8 Prozent der Stimmen und damit auf 138 der 199 Parlamentssitze. Dies entspricht einer klaren Zweidrittelmehrheit. Orbáns Fidesz hingegen erreichte lediglich 37,6 Prozent und 54 Sitze.
Die Wahl galt als entscheidend für die Zukunft Ungarns, da sie als Referendum über die Politik der vergangenen Jahre unter Orbán betrachtet wurde. Seit seinem Amtsantritt 2010 hatte der Ministerpräsident einen halb-autoritären Staat errichtet, das Land auf einen Konfrontationskurs mit der Europäischen Union gebracht und sich mit Russland sowie der US-Regierung unter Donald Trump verbündet.
Orbáns Eingeständnis und Reaktionen
Viktor Orbán räumte die Niederlage seiner Partei bereits ein und bezeichnete das Ergebnis als "schmerzhaftes Ergebnis". Die Aussage des langjährigen Regierungschefs unterstreicht die Dimension des Wahlerfolgs der Opposition.
