Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat nach 16 Jahren an der Macht seine Wahlniederlage eingestanden und Péter Magyar zum Sieger der Parlamentswahl erklärt.

In einer überraschenden Wendung verlor Orbán am Sonntag seine Chance auf eine fünfte Amtszeit in Folge, nachdem die Wählerinnen und Wähler in einer seit den 1990er Jahren nicht mehr gesehenen Zahl an die Urnen strömten. Bereits weniger als drei Stunden nach Schließung der Wahllokale gratulierte Orbán seinem Herausforderer Magyar, wie mehrere Quellen berichteten.

Hintergrund der historischen Wahl

Die Niederlage Orbáns markiert einen bedeutenden Einschnitt in der ungarischen Politik. Seit 2010 hatte er das Land mit einer Mehrheit regiert und dabei zunehmend autoritäre Tendenzen gezeigt. Die hohe Wahlbeteiligung, die an die Zeit nach dem Fall des Kommunismus erinnert, unterstreicht die Bedeutung dieses Machtwechsels.

Péter Magyar, bisher ein relativ unbekannter Politiker, gelang es, eine breite Koalition aus enttäuschten Orbán-Wählern und oppositionellen Kräften hinter sich zu vereinen. Sein Aufstieg spiegelt die wachsende Unzufriedenheit mit der bisherigen Regierung wider, insbesondere in Bezug auf die Beziehungen zur EU und die Haltung gegenüber Russland und der Ukraine.