Fast die Hälfte der Österreicher hält die Ablehnung der Kernkraft angesichts der Energiekrise für einen „Luxus“, den sich das Land nicht mehr leisten kann. Das geht aus einer aktuellen Spectra-Umfrage hervor, für die im April 1000 repräsentativ ausgewählte Personen ab 18 Jahren befragt wurden.
Stimmungswandel bei Atomkraft
49 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass „die Angst vor der Kernkraft ein Luxus ist, den wir uns zur Sicherung der Energieversorgungssicherheit in Europa nicht mehr leisten können“. Besonders auffällig ist der Generationenunterschied: Während 57 Prozent der Unter-50-Jährigen diese Haltung teilen, sind es bei den über 50-Jährigen nur 43 Prozent.
Zugleich sind 61 Prozent der Österreicher überzeugt, dass die Politik das Risiko eines flächendeckenden Blackouts massiv unterschätzt. Fast die Hälfte (49 Prozent) befürchtet, dass die Energiewende „ohne konventionelle Backup-Kraftwerke wie Gasturbinen oder grundlastfähige Kraftwerke wie fossile Energien oder Atomkraft zum Scheitern verurteilt“ sein könnte.
Energieversorgung und politisches Vertrauen
Die Hauptverantwortung für die unsichere Versorgungslage sehen die Befragten vor allem bei der „unberechenbaren Politik von Spitzenpolitikern außerhalb der EU“ (88 Prozent) sowie der geopolitischen Lage (ebenfalls 88 Prozent). Auch die „Profitgier der Energiekonzerne“ wird von 86 Prozent kritisiert.
77 Prozent machen den zu langsamen Ausbau alternativer Energien für die Probleme verantwortlich, und 67 Prozent sehen die Russland-Sanktionen als Mitursache. Das Merit-Order-Prinzip, das die Strompreise beeinflusst, lehnen 69 Prozent ab – nur 14 Prozent verteidigen es.

