Österreich hat im Frühjahr 2026 die schwerste Trockenheit seit Beginn der 169-jährigen Messgeschichte erlebt, wie eine vorläufige Klimabilanz von GeoSphere Austria zeigt.

Das bundesweite Niederschlagsminus lag im Vergleich zum Klimamittel der Jahre 1991 bis 2020 bei 50 Prozent. Damit wurde der bisherige Negativrekord aus den Jahren 1865 und 1946, die jeweils ein Defizit von 41 Prozent aufwiesen, deutlich übertroffen.

„Zwischen 1. März und 31. Mai war Österreich in der 169-jährigen Messgeschichte noch nie von derartiger Trockenheit betroffen“, erklärte Alexander Orlik, Klimatologe bei GeoSphere Austria. Besonders schwer betroffen waren das Innviertel und der angrenzende Flachgau, wo die Defizite bis zu 80 Prozent erreichten.

Die einzelnen Frühlingsmonate zeigten ein dramatisches Bild: Im März fiel 58 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel, im April sogar 68 Prozent. Der Mai brachte mit einem Minus von 33 Prozent zwar wiederkehrende Regenfälle, die die Situation in den oberen Bodenschichten vorübergehend entschärften, doch die Gesamtbilanz blieb drastisch.