ÖFB-U19-Frauen scheitern im EM-Halbfinale an Deutschland
Sarajevo, 08. Juli 2026
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Kurzfassung
Die österreichische U19-Frauen-Nationalmannschaft hat am Dienstagabend in Sarajevo das EM-Halbfinale gegen Deutschland mit 0:1 nach Verlängerung verloren. Das entscheidende Tor erzielte Tessa Zimmermann in der 109. Minute per Kopfball nach einer Ecke von Lenelotte Müller. Österreich verpasst damit den ersten Finaleinzug seiner Nachwuchsgeschichte.
Die österreichische U19-Frauen-Nationalmannschaft hat am Dienstagabend im Halbfinale der Europameisterschaft in Sarajevo gegen Deutschland 0:1 nach Verlängerung verloren und damit den erstmaligen Einzug in ein EM-Endspiel verpasst.
Spielverlauf und entscheidende Szenen
Die Partie im Grbavica-Stadion endete durch einen späten Treffer von Tessa Zimmermann, die in der Nachspielzeit der Verlängerung eingewechselt worden war. In der 109. Minute verlängerte sie eine Ecke von Lenelotte Müller per Kopf ins Tor und besiegelte damit die 0:1-Niederlage der ÖFB-Auswahl. Für die deutsche Mannschaft, die ihren sechsten EM-Titel anstrebt, war es der erneute Einzug in ein Finale.
Österreich war als Drittplatzierter einer starken Gruppenphase in die K.o.-Runde gegangen. Im Turnierverlauf hatte die Mannschaft von Trainer Markus Hackl Island mit 3:0, die Schweiz mit 3:1 besiegt und gegen Spanien knapp mit 1:2 verloren. Das Halbfinale gegen Deutschland war das erste Halbfinale, das eine österreichische U19-Auswahl bei einer Europameisterschaft erreichen konnte – es war zugleich die dritte EM-Teilnahme in dieser Altersklasse überhaupt.
Verletzung von Kapitänin Illinger
Bereits früh im Spiel stand die österreichische Defensive unter Druck. In der 2. Minute musste Sophie Hoke einen Schuss von Sträßer noch zur Ecke klären. In der 25. Minute kam Ella Herbst aus der Distanz zum Abschluss, doch Deutschlands Torhüterin Jane Krumme parierte. Kurz darauf, in der 39. Minute, ereignete sich die Szene, die den weiteren Spielverlauf prägen sollte: Kapitänin Valentina Illinger, die aus Salzburg stammt, ging ohne gegnerische Einwirkung zu Boden und musste verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Anika Hofschweiger kam für sie in die Partie.
In der zweiten Hälfte intensivierte Österreich seine Offensivbemühungen. Marie Gmeineder sorgte in der 50. Minute für die erste gefährliche Aktion des Teams nach dem Seitenwechsel. In der 86. Minute hatte Katie Richter die große Chance auf den möglichen Siegtreffer, scheiterte jedoch an Krumme. In der 88. Minute traf Emma Memminger für Österreich die Querlatte, ehe Denise Lueger in der 89. Minute nur knapp das Ziel verfehlte. Die reguläre Spielzeit endete torlos.
Verlängerung und Siegtor
In der Verlängerung erhöhte Deutschland den Druck. Die deutsche Kapitänin Maj Schneider schlenzte in der 104. Minute einen Schuss knapp über das österreichische Tor. Wenig später fiel der entscheidende Treffer durch Zimmermann, die eine Ecke von Müller per Kopf verwertete. Österreichs Torhüterin Vivien Grabenhofer, die im gesamten Spiel nur einmal bezwungen werden konnte, hatte in dieser Situation keine Abwehrchance.
Stimmen zum Spiel
Trainer Markus Hackl sprach nach der Partie von einer außergewöhnlich schwierigen Aufgabe: „Das schwierigste Spiel meiner Trainerkarriere“ sei die Begegnung gewesen. Gleichzeitig gratulierte er dem Gegner: „Zuerst muss man Deutschland gratulieren. Sie haben es super gemacht.“ Hackl wies zudem auf die prekären Rahmenbedingungen hin: „Seit fünf, sechs Tagen kämpfen wir im Team mit einem Magen-Darm-Infekt. Heute haben es drei probiert zu spielen.“ Drei Spielerinnen hatten trotz Erkrankung versucht, auf dem Platz zu stehen. Mit Sara Grabovac, die wegen einer Knieverletzung fehlte, sowie zwei weiteren Ausfällen, die Hackl bereits aus dem Spiel gegen Spanien angesprochen hatte („Wir haben gegen Spanien zwei Ausfälle gehabt“), fehlten dem Team insgesamt mehrere Leistungsträgerinnen. Den Ausfall Grabovacs bezeichnete Hackl als „schmerzlichen“ Verlust.
Kapitänin Illinger, die selbst verletzungsbedingt hatte raus müssen, zeigte sich dennoch zuversichtlich: „Ich bin davon überzeugt, dass es noch weiter gehen kann“ und ergänzte: „Wir haben bisher schon viele überrascht.“ Auch A-Nationaltrainer Lars Söndergaard, der die Begegnung im Grbavica-Stadion verfolgte, sah weitere Möglichkeiten für die österreichische Frauen-Auswahl: „Es ist noch mehr möglich“.
Historische Dimension des Halbfinaleinzugs
Mit dem Halbfinaleinzug hat die U19-Mannschaft dennoch Historisches geleistet. Wie Hackl bereits im Vorfeld betont hatte, war ein Finaleinzug eine besondere Chance: „Einen Finaleinzug hat es im Frauen-Nachwuchs noch nie gegeben. Das wäre eine historische und zugleich sehr coole Sache“. Der Traum vom erstmaligen Finaleinzug im Frauen-Nachwuchsbereich blieb zwar unerfüllt, dennoch hat die Mannschaft das österreichische Frauen-Fußballnachwuchsfußball auf ein neues Niveau gehoben.
Ausblick: Finale Deutschland gegen Spanien
Im anderen Halbfinale setzte sich Spanien deutlich mit 3:0 gegen Schweden durch. Damit trifft Deutschland am Freitag im Finale auf Spanien – einen Gegner, gegen den Österreich in der Gruppenphase bereits 1:2 verloren hatte. Das Turnier wird in Bosnien und Herzegowina ausgetragen. ORF Sport + hatte die Partie live übertragen.
Für den österreichischen Nachwuchsfußball gibt es dennoch weitere Perspektiven. Bereits im März des Vorjahres hatte sich die österreichische U17-Auswahl mit einem 0:0-Unentschieden gegen Deutschland in einem entscheidenden Qualifikationsspiel für die U17-Europameisterschaft 2025 qualifiziert. Die Endrunde der U17-EM 2025 soll auf den Färöer-Inseln stattfinden.
Die Niederlage in Sarajevo markiert das Ende einer Reise, die für die ÖFB-Frauen-U19 dennoch einen Meilenstein darstellt. Erstmals hatte das Team ein EM-Halbfinale erreicht, erstmals war man dem Finale so nah. Trainer Hackl und sein Team können auf diese Leistung aufbauen – trotz der enttäuschenden letzten Minuten einer intensiven Partie, in der Österreich phasenweise sogar dem deutschen Rekordmeister Paroli bot.
Die Ausgangslage vor dem Spiel war für Österreich alles andere als einfach gewesen. Neben der Erkrankungswelle im Team und dem Ausfall von Grabovac mussten die Spielerinnen auch mit dem Druck umgehen, gegen den sechsfachen Europameister antreten zu müssen. Die Mannschaft zeigte über weite Strecken eine couragierte Leistung, die den Ausgang lange offen hielt und erst durch den späten Kopfballtreffer entschieden wurde.
Mit dem Ausscheiden im Halbfinale endet für die U19-Frauen zwar der Traum vom Titel, nicht aber die Perspektive: Viele Spielerinnen des aktuellen Kaders sind noch für die U19-Altersklasse spielberechtigt und können im kommenden Jahr einen neuen Anlauf nehmen. Der Blick auf die erfolgreiche Qualifikation der U17 für die EM 2025 zeigt zudem, dass die österreichische Frauennachwuchsarbeit Früchte trägt.
Die Reaktionen unmittelbar nach dem Schlusspfiff fielen gemischt aus. Enttäuschung über die verpasste Chance stand bei den Spielerinnen ebenso im Vordergrund wie der Stolz auf das Erreichte. Kapitänin Illinger brachte diese Mischung auf den Punkt, als sie betonte, dass das Team viele überrascht habe und sie überzeugt sei, dass es noch weiter gehen könne. Diese Aussage unterstreicht den Anspruch, den die Mannschaft trotz der Niederlage weiterhin vertritt.
Fragen & Antworten
Wie hat Österreich das Halbfinale gegen Deutschland verloren?
Die österreichische U19-Frauen-Mannschaft verlor das Halbfinale in Sarajevo mit 0:1 nach Verlängerung. Das entscheidende Tor erzielte Tessa Zimmermann in der 109. Minute per Kopfball nach einer Ecke von Lenelotte Müller.
Wer ist Markus Hackl?
Markus Hackl ist der Trainer der österreichischen U19-Frauen-Nationalmannschaft. Er bezeichnete die Partie als „Das schwierigste Spiel meiner Trainerkarriere“ und wies auf einen Magen-Darm-Infekt im Team sowie mehrere Ausfälle hin.
Was kommt nach dem Halbfinal-Aus für Österreich?
Mit dem Ausscheiden ist der Traum vom ersten EM-Finaleinzug im Frauen-Nachwuchs geendet. Deutschland trifft im Finale am Freitag auf Spanien, das im anderen Halbfinale Schweden mit 3:0 besiegte. Viele Spielerinnen sind weiterhin für die U19 spielberechtigt.
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