ÖFB-Frauen schlagen Slowenien 1:0 und feiern Befreiungsschlag zum Auftakt von Söndergaard
Wien, 05. Juni 2026
AI-generated image (flux-2/pro-text-to-image via Kie.ai)
Kurzfassung
Österreichs Fußball-Frauen haben das WM-Qualifikationsspiel gegen Slowenien am Freitagabend in Wien mit 1:0 gewonnen und sind damit in der Gruppe A4 auf den dritten Platz vorgerückt. Das Siegtor erzielte Katharina Naschenweng in der 55. Minute, es war zugleich der Premierensieg des neuen Teamchefs Lars Söndergaard.
Österreichs Frauen-Nationalmannschaft hat am Freitagabend in Wien das WM-Qualifikationsspiel gegen Slowenien mit 1:0 (0:0) gewonnen und unter dem neuen Teamchef Lars Söndergaard einen gelungenen Einstand gefeiert.
Spielverlauf: Aluminium-Glück und El-Sherif-Paraden
Vor 3.350 Zuschauerinnen und Zuschauern am neuen Wiener Sport-Club-Platz erzielte Katharina Naschenweng in der 55. Minute den entscheidenden Treffer. Für die ÖFB-Auswahl, die in einem 3-4-3-System angetreten war, war es erst das zweite Tor in der laufenden WM-Qualifikationskampagne. Der Erfolg bedeutete nicht nur drei Punkte, sondern auch das Überholen Sloweniens in der Tabelle der Liga-A-Gruppe A4.
Söndergaard, der Ende April die Nachfolge von Alexander Schriebl angetreten hatte, veränderte die Startformation im Vergleich zur letzten Aufstellung seines Vorgängers auf vier Positionen. Im Tor stand Mariella El Sherif, die trotz einer Fingerverletzung spielte und das Ergebnis mit mehreren Paraden, unter anderem gegen Zala Kustrin in der 81. Minute, sicherte.
Die Anfangsphase gehörte dennoch nicht zwingend den Gastgeberinnen. Bereits in der 4. Minute bot sich Chiara D'Angelo eine erste Möglichkeit. In der 20. Minute scheiterte Sophie Hillebrand, ehe Eileen Campbell in der 42. Minute nach einer Ecke von Naschenweng nur den Pfosten traf. Mit einem torlosen 0:0 ging es in die Kabinen.
Der goldene Moment: Naschenwengs Siegtor
Nach dem Seitenwechsel dauerte es nur zehn Minuten, bis die ÖFB-Frauen zuschlugen. Hillebrand spielte einen Steilpass auf die links durchstartende D'Angelo, deren Flanke Julia Hickelsberger-Füller artistisch per Direktabnahme auf das Tor brachte. Die slowenische Torhüterin Zala Mersnik konnte den Ball nur abklatschen lassen, und Naschenweng staubte zum 1:0 ab. Zuvor hatte Hickelsberger-Füller den Ball noch leicht berührt, und Campbell hatte die Klärungsaktion der slowenischen Defensive entscheidend gestört.
In der 62. Minute verfehlte Annabel Schasching mit einem Distanzschuss das Gehäuse, ehe Naschenweng in der 72. Minute mit einem Fernschuss an die Querlatte das 2:0 verpasste. Die slowenische Auswahl, die in der Defensive zunehmend unter Druck geriet, reagierte mit wütenden Angriffen. In der 81. Minute rettete El Sherif gegen die frei stehende Kustrin in höchster Not, und in der dritten Minute der Nachspielzeit traf Izabela Krizaj für Slowenien nur die Latte des österreichischen Tores.
Söndergaard brachte im Verlauf der zweiten Hälfte drei frische Kräfte: Barbara Dunst ersetzte in der 68. Minute Sophie Hillebrand, Melanie Brunnthaler kam in der 78. Minute für Julia Hickelsberger-Füller, und Nicole Billa übernahm in der 84. Minute für Eileen Campbell. Annabel Schasching sah in einer umkämpften Partie die Gelbe Karte. Aufseiten der ÖFB-Frauen fehlte Sarah Gutmann aufgrund einer Gelbsperre.
Tabellenstand: Österreich verdrängt Slowenien
Mit dem Sieg zogen die Österreicherinnen in der Tabelle an Slowenien vorbei auf den dritten Rang und haben nun vier Punkte auf dem Konto, einen Zähler mehr als die Sloweninnen. Damit sammelte die Mannschaft zum ersten Mal in dieser Qualifikation Punkte in zwei aufeinanderfolgenden Spielen. Der Vergleich mit Slowenien war zugleich eine gelungene Revanche für die 0:1-Niederlage, die das Team im März in Koper kassiert hatte.
Jubiläum: 250. Länderspiel des ÖFB-Frauen-Nationalteams
Das Spiel markierte zugleich das 250. Länderspiel in der Geschichte des österreichischen Frauen-Nationalteams. Sarah Puntigam bestritt davon ihr 165. Spiel im ÖFB-Trikot. Vor der Partie hatte Puntigam die historische Dimension gewürdigt: 'Das ist etwas Besonderes für alle, die jemals dieses Trikot getragen haben.'
Ausblick: Auswärtsspiel in Norwegen am Dienstag
Tabellarisch führt Deutschland die Gruppe A4 vor Norwegen an. Die deutsche Auswahl und Norwegen trafen am Freitagabend ebenfalls aufeinander. Am kommenden Dienstag schließt Österreich die Ligaphase der WM-Qualifikation mit einem Auswärtsspiel in Norwegen ab, das um 18:00 Uhr beginnt und live auf ORF1 übertragen wird. Slowenien empfängt am Dienstag um 18:00 Uhr den Tabellenführer Deutschland.
Unabhängig von einem dritten oder vierten Platz steht für die ÖFB-Frauen fest, dass sie im Herbst in den Play-offs um die WM-Endrunde eingreifen werden. Ein dritter Tabellenplatz würde allerdings die Ausgangslage für die Auslosung am 18. Juni verbessern, bei der beide Play-off-Runden gezogen werden. Mit dem 1:0 gegen Slowenien hat die Mannschaft von Söndergaard vorerst die besseren Karten in der Hand.
Neuer Trainer, neues System: Söndergaards 3-4-3
Der 67-jährige Däne Söndergaard, der das Team in einem 3-4-3-System mit einer Dreierkette aus Claudia Wenger, Virginia Kirchberger und Verena Hanshaw sowie einem Mittelfeldband mit Naschenweng und D'Angelo auf den Außen sowie Schasching und Puntigam zentral auf den Platz schickte, zeigte sich nach dem Debüt-Sieg erleichtert. Mit Naschenweng, die bei Bayern München spielt, und El Sherif, die in Bremen unter Vertrag steht, standen zwei Legionärinnen in der Startelf, die den Unterschied machten.
Der neue Sport-Club-Platz in Wien bot den passenden Rahmen für diesen Neuanfang. Die Mannschaft hatte sich für das erste ÖFB-Frauen-Länderspiel an dieser Spielstätte einiges vorgenommen und lieferte. Auch wenn das Aluminium in dieser Partie gleich dreimal im Spiel war – durch Campbell vor der Pause sowie durch Naschenweng und Krizaj nach dem Seitenwechsel – bewahrte die ÖFB-Auswahl die Nerven und brachte den knappen Vorsprung über die Zeit.
Söndergaard hatte vor dem Spiel betont, dass Punkte das Wichtigste seien, die spielerische Form werde mit der Zeit kommen. Mit dem zweiten Saisonsieg in der laufenden Qualifikation hat die Mannschaft ihrem neuen Trainer zunächst einmal die Grundlage für die kommenden Aufgaben geliefert. Am Dienstag wartet in Norwegen allerdings ein anderes Kaliber.
Für den ÖFB ist das Ergebnis auch ein Signal an die heimische Fußballöffentlichkeit, dass die Entwicklung des Frauen-Nationalteams unter neuer sportlicher Leitung fortgesetzt werden soll. Mit dem gelungenen Auftakt in Wien und dem bevorstehenden Auswärtsspiel in Skandinavien beginnt für die ÖFB-Frauen zugleich die entscheidende Phase dieser WM-Qualifikation, in der jeder weitere Punkt über die Play-off-Setzliste entscheiden kann.
Fragen & Antworten
Wer ist Lars Söndergaard und was war sein Debüt als ÖFB-Teamchef?
Lars Söndergaard ist ein 67-jähriger dänischer Fußballtrainer, der Ende April die Nachfolge von Alexander Schriebl angetreten hat. Sein Debüt als Teamchef des österreichischen Frauen-Nationalteams gab er beim 1:0-Sieg gegen Slowenien in Wien.
Wie fiel das Siegtor gegen Slowenien?
Das 1:0 erzielte Katharina Naschenweng in der 55. Minute per Abstauber, nachdem ein Steilpass von Sophie Hillebrand über Chiara D'Angelo und Julia Hickelsberger-Füller an der slowenischen Torhüterin Zala Mersnik abgeprallt war.
Was steht für die ÖFB-Frauen nach dem Sieg als Nächstes an?
Am Dienstag um 18:00 Uhr spielt Österreich auswärts gegen Norwegen, das live auf ORF1 übertragen wird. Mit einem dritten Tabellenplatz in Gruppe A4 würde das Team zudem eine bessere Ausgangslage für die WM-Play-off-Auslosung am 18. Juni erreichen.
ÖFB-Frauen 1:0 gegen Slowenien: Söndergaard gelingt | nachrichten360