Wien, 04 August 2026
Die NEOS haben Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig aufgefordert, einen verbindlichen Plan mit klaren Zuständigkeiten und einem konkreten Weg zum 2,5-Hektar-Ziel beim Bodenverbrauch vorzulegen.
Forderung an den Landwirtschaftsminister
Die NEOS erhöhen den Druck auf die Bundesregierung in der Frage des täglichen Flächenverbrauchs. Umweltsprecher Michael Bernhard fordert, dass Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig rasch einen verbindlichen Zielpfad präsentiert, anhand dessen die Reduktion der Neuversiegelung messbar überprüft werden kann. Hintergrund ist das seit Jahren formulierte politische Ziel, den täglichen Bodenverbrauch in Österreich auf 2,5 Hektar pro Tag zu senken.
Verbatim quote: "Jetzt muss der Minister einen verbindlichen Plan mit klaren Zuständigkeiten und einem konkreten Weg zum 2,5-Hektar-Ziel vorlegen." So formulierte Bernhard seine Forderung in Richtung Ministerium. Die NEOS sehen hier insbesondere die ÖVP in der Pflicht, die mit Totschnig den ressortzuständigen Minister stellt und bisher keinen konkreten Fahrplan vorgelegt hat, wie das Ziel tatsächlich erreicht werden soll.
Die NEOS verweisen darauf, dass die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen, um die zugesagte Reduktion bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode zu erreichen. Zwar gebe es erste Instrumente wie ein Bodensparbonu, die Anreize zur Innenentwicklung setzen sollen, doch fehle bislang eine verbindliche Etappenplanung mit definierten Zwischenzielen und einem klaren Monitoring. Ohne solche Vorgaben bleibe das Ziel laut NEOS ein politisches Lippenbekenntnis.
Bisherige Maßnahmen reichen nicht aus
Aus Sicht der NEOS muss der Bund federführend agieren und die nötigen Schritte mit den Ländern koordinieren, die für die Raumordnung zuständig sind. Bernhard sieht den Bund in der Verantwortung, verbindliche Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Gemeinden und Bundesländer ihre Flächenwidmungen am 2,5-Hektar-Ziel ausrichten können. Dazu gehöre auch ein einheitliches Monitoring der tatsächlich neu verbauten Flächen.
Die NEOS kritisieren, dass die Diskussion über Bodenschutz in den vergangenen Jahren vor allem auf Appelle und freiwillige Vereinbarungen gestützt war. Verbindliche Reduktionspfade seien hingegen ein entscheidender Hebel, um den steigenden Druck auf landwirtschaftliche Flächen und naturnahe Böden zu begrenzen. Bernhard sprach sich daher für eine regelmäßige Berichterstattung des Ministers an das Parlament über die erreichten Zwischenschritte aus.
Breite Kritik an Appellen ohne Verbindlichkeit
Die Forderung der NEOS fällt in eine Phase, in der die Kosten für Wohnen, Infrastruktur und Mobilität in vielen Regionen Österreichs steigen und gleichzeitig fruchtbare Böden durch Siedlungs-, Gewerbe- und Verkehrsflächen verloren gehen. Umweltorganisationen warnen seit Langem, dass die aktuelle Versiegelungsrate die langfristige Ernährungssicherheit und den Klimaschutz gefährde. Die NEOS versuchen, das Thema stärker in den parlamentarischen Alltag zu rücken.
Mit der Forderung nach einem Zielpfad verbinden die NEOS zugleich die Erwartung, dass Totschnig im zuständigen Ausschuss konkret über den Zeitplan, die Budgetmittel und die geplanten legislativen Schritte Auskunft gibt. Sollte die Regierung weiterhin keinen verbindlichen Plan vorlegen, schließen die NEOS auch parlamentarische Initiativen nicht aus, um den Zielpfad gesetzlich zu verankern.
Insgesamt sehen die NEOS das 2,5-Hektar-Ziel als Lackmustest für die Ernsthaftigkeit der Bodenpolitik. Bernhard betont, dass ein glaubwürdiger Pfad nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll sei, weil Innenentwicklung und Nachverdichtung Infrastrukturkosten senken und lebendige Ortskerne stärken könnten.
Die Reaktion des Ministeriums und der Regierungsspitze auf die Forderung steht zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch aus. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass die Debatte über den Zielpfad in den kommenden Wochen an Fahrt aufnehmen wird, insbesondere wenn der nächste Bodenverbrauchsbericht des Umweltbundesamtes neue Daten zur tatsächlichen Flächenentwicklung liefert.
Die NEOS kündigten an, das Thema auch über die Sommerpause hinaus auf der politischen Agenda zu halten. Bernhard lud Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinden, Ländern und Wissenschaft ausdrücklich dazu ein, ihre Expertise in die Erarbeitung des Zielpfads einzubringen, um am Ende einen breit getragenen und operativ umsetzbaren Plan vorlegen zu können.
