Rund zehn Tage nach zwei schweren Erdbeben an der Küste Venezuelas bergen Rettungskräfte weiter Tote aus den Trümmern, während Tausende Menschen als vermisst gelten und internationale Helfer wie das Technische Hilfswerk ihre Arbeit abgeschlossen haben.

Die zwei Erdbeben am 24. Juni haben riesige Häuser zum Einsturz gebracht und Zehntausenden Menschen, die schon vorher nicht viel hatten, alles geraubt. Noch immer werden in Venezuela Tote aus den Trümmern geborgen. Tausende Menschen gelten als vermisst, während Rettungskräfte gegen massive Zerstörungen kämpfen. Das zeigen Berichte eines ZDF-Teams, das nach knapp drei Stunden Fahrt aus Valencia in der Hauptstadt Caracas ankam.

Wunder nach Tagen: Rettungen aus den Trümmern

Trotz der extremen Bedingungen gibt es einzelne Lebenszeichen. In Catia La Mar konnte ein 43-jähriger Wachmann gerettet werden. Er überlebte acht Tage unter den Trümmern, obwohl die Überlebenschancen nach so langer Zeit sehr unwahrscheinlich waren. Auch mehrere Tage nach den Erdbeben werden in Venezuela noch lebende Personen gefunden. Darunter auch ein dreijähriges Kind.

Der Notfallmediziner Tankred Stöbe von Ärzte ohne Grenzen erläutert die Hintergründe solcher Rettungen. Die ersten 48 Stunden sind ausschlaggebend. Danach sinkt die Überlebenschance mit jeder Stunde. Es gibt Menschen, die nach drei bis vier Tagen lebend geborgen werden. Stöbe ordnet die Funde so ein: Das sind seltene Wunder und nur durch besonders günstige äussere Umstände erklärbar.