In der schwarz-roten Bundesregierung zeichnet sich ein Konflikt über die von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) geplante Abschaffung der Einkommensgrenze ab, oberhalb derer erwachsene Kinder für die Pflegekosten ihrer Eltern aufkommen müssen.

Hintergrund: Streit um die 100.000-Euro-Grenze

Der Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes sieht vor, die im Jahr 2019 eingeführte Schwelle von 100.000 Euro Bruttoeinkommen pro Jahr vollständig zu streichen. Derzeit müssen erwachsene Kinder nur für die Pflegekosten ihrer Eltern einspringen, wenn sie mehr als 100.000 Euro Bruttoeinkommen im Jahr haben. Mit der Aufhebung dieser Grenze sollen Kommunen von steigenden Sozialhilfekosten entlastet werden, weil das Sozialamt die Pflegekosten zunächst übernimmt, wenn das Einkommen der pflegebedürftigen Person nicht ausreicht, und die Behörden Kinder in vielen Fällen nachträglich zur Kasse baten.