Der Energiekonzern EDF hat am Donnerstag einen der beiden Reaktoren des südfranzösischen Kernkraftwerks Golfech abgeschaltet, weil die Wassertemperatur der Garonne während der anhaltenden Hitzewelle stark gestiegen ist.

Der Betreiber EDF begründete den Schritt mit den Wetterbedingungen der vergangenen Tage, die zu einem deutlichen Anstieg der Temperatur der Garonne geführt hätten. Am Freitag werde der Fluss voraussichtlich 28 Grad erreichen. „Die Wetterbedingungen der vergangenen Tage haben zu einem deutlichen Anstieg der Temperatur der Garonne geführt, die am Freitag voraussichtlich 28 Grad erreichen wird“, erklärte das Unternehmen.

Hintergrund: Warum die 28-Grad-Regel gilt

Hintergrund der Abschaltung ist eine Verordnung aus dem Jahr 2006, die die Temperatur des Wassers nach der Einleitung durch das Kraftwerk auf maximal 28 Grad begrenzt. Die Regelung soll die Flora und Fauna im Fluss schützen. Bei steigenden Flusstemperaturen müssen Atomkraftwerke, die Flusswasser zur Kühlung nutzen, ihre Leistung drosseln oder den Betrieb einstellen, um eine weitere Erwärmung des Gewässers zu vermeiden.

Das Kernkraftwerk Golfech liegt etwa 90 Kilometer von Toulouse entfernt. Nach Angaben von EDF befand sich der zweite Reaktor des Standorts bereits für Wartungsarbeiten außer Betrieb. Damit ist die Anlage derzeit vollständig vom Netz.