Hitzewelle erfasst Europa – Behörden warnen vor Temperaturen bis 44 Grad
Bordeaux, 25 Juni 2026
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Kurzfassung
Eine extreme Hitzewelle hat weite Teile Europas im Griff. In Frankreich, Spanien, Großbritannien und Deutschland wurden teils Rekordtemperaturen gemessen, Behörden riefen die höchsten Warnstufen aus und schlossen zahlreiche Schulen.
Bordeaux, 25 Juni 2026
Eine Hitzewelle mit Temperaturen von teils über 40 Grad hat am Wochenende und zu Wochenbeginn weite Teile West- und Südeuropas erfasst und in Frankreich, Spanien, Großbritannien und Deutschland zu umfangreichen Warnungen, Schulschließungen und ersten hitzebedingten Todesfällen geführt.
Frankreich unter Alarmstufe Rot
In Frankreich riefen die Behörden für 54 der 96 Festland-Départements mit insgesamt knapp 39 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern die Alarmstufe Rot aus – die höchste Hitzewarnstufe des Landes. Der nationale Wetterdienst Météo France sprach von einer außergewöhnlichen Belastung für die Bevölkerung. "Die sehr große Hitze setzt sich dauerhaft im Land fest", warnte der Wetterdienst. Der landesweite Mittelwert aus Tages- und Nachttemperaturen lag am Montag nach Angaben von France-Météo bei 29,2 Grad.
Mehrere Städte verzeichneten neue Temperaturrekorde. In Rennes wurden 40,6 Grad gemessen, in Bordeaux 41,9 Grad und in Angers 40,9 Grad – alles Höchstwerte für die jeweiligen Messstandorte. Schon die Nacht zuvor hatte kaum Abkühlung gebracht: In Bordeaux sank das Thermometer nicht unter 25,3 Grad, in Paris nicht unter 24,2 Grad. Nach Angaben des Wetterdienstes war es seit Beginn der Aufzeichnungen in einer Juni-Nacht in Frankreich noch nie so warm gewesen.
Rekordtemperaturen in mehreren Städten
Der heißeste im Laufe eines Tages gemessene Wert lag laut Météo France bei 43,3 Grad in Châteaumeillant im Département Cher. Dieser Wert stellt zwar keinen absoluten Hitzerekord dar, der bisherige Juni-Rekord von 35,6 Grad dürfte mit den aktuellen Messungen jedoch deutlich überschritten werden. Auch in Paris wurde mit 39 Grad ein für die Hauptstadt ungewöhnlich hoher Wert registriert.
Die Behörden reagierten mit weitgehenden Maßnahmen. Mehr als 800 Schulen blieben am Montag nach Angaben des Bildungsministeriums geschlossen. In mehr als 4000 weiteren Schulen endete der Unterricht bereits am Mittag, um Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte zu schützen. Der französische Zivilschutz rief die Bevölkerung auf, ausreichend zu trinken, kühle Räume aufzusuchen und anstrengende körperliche Aktivitäten im Freien zu vermeiden.
Schulschließungen und Todesfälle
Die Hitze forderte erste Todesopfer. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, werden noch die genauen Ursachen geprüft, "aber die Hitzewelle gilt als wahrscheinlichste Erklärung". Bereits am Wochenende waren drei Menschen im Alter zwischen 80 und 95 Jahren in der südwestfranzösischen Region Gironde gestorben. Die Behörden führten die Todesfälle auf die für Juni ungewöhnlich extreme Hitze zurück. Am Wochenende starben zudem nach Angaben des Zivilschutzes 13 Menschen bei Badeunfällen, die im Zusammenhang mit der Hitze stehen.
Besonders dramatisch verlief ein Vorfall im südfranzösischen Département Vaucluse. Die Feuerwehr teilte mit, sie habe "zwei Kinder mit Herz-Kreislauf-Stillstand" entdeckt, nachdem ein Notruf eingegangen sei. Rettungskräfte und Notärzte waren im Einsatz, um die Betroffenen zu versorgen.
Auch Spanien wurde von der Hitzewelle hart getroffen. Der spanische Wetterdienst Aemet warnte bis Mittwoch "vor extrem hohen" Tag- und Nacht-Temperaturen für die Jahreszeit. Am Sonntag waren in Andalusien und Kastilien-La Mancha bereits 42 Grad gemessen worden. Am Montag registrierte Aemet nach übereinstimmenden Medienberichten mit 45,1 Grad in den andalusischen Städten Andújar und Montoro die vorläufigen absoluten Höchsttemperaturen des Jahres. 101 der 828 Aemet-Wetterstationen verzeichneten am Montag mindestens 40 Grad.
Spanien: 45 Grad in Andalusien
Am Dienstag gab Aemet für Teile Zentralspaniens die zweithöchste Warnstufe Orange aus. Die höchste Warnstufe Rot wurde unter anderem für Gebiete um Córdoba im Süden sowie für Bilbao und Teile Kantabriens im Norden ausgerufen. Die Aemet erklärte, die Warnstufe Rot warnt vor 'unusual danger' aufgrund hoher Temperaturen. Insgesamt wurde in 28 spanischen Provinzen die 40-Grad-Marke erreicht, die meisten davon am Dienstag. Im kantabrischen Dorf Tama wurden 43,7 Grad gemessen – der höchste je registrierte Wert in dieser autonomen Region.
Im spanischen Baskenland wurde am Montag ebenfalls die Alarmstufe Rot ausgerufen, als das Thermometer die 40-Grad-Marke überschritt. An der Küste von Almería in Andalusien lagen die Temperaturen in der dritten aufeinanderfolgenden Nacht auch nach Sonnenuntergang noch über 30 Grad. Die spanischen Behörden riefen Einwohner und Touristen auf, regelmäßig Wasser zu trinken, sich in kühlen Räumen aufzuhalten und körperliche Anstrengungen im Freien während der heißesten Stunden zu vermeiden. Besonders ältere und gesundheitlich gefährdete Menschen sollten geschützt werden.
Hitzewellen haben in Spanien in den letzten Jahren an Häufigkeit und Intensität zugenommen. Im vergangenen Jahr erlebte das Land mit einer Durchschnittstemperatur von 24,2 Grad seinen heißesten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen. Klimawissenschaftler zählen Spanien nach übereinstimmender Einschätzung zu den europäischen Ländern, die am stärksten vom fortschreitenden globalen Wandel betroffen sind. Auch die Ferieninsel Mallorca war von der Hitzewelle mit ungewöhnlich hohen Temperaturen betroffen.
Auch Großbritannien und die Niederlande betroffen
In Großbritannien warnten die Behörden vor "außergewöhnlich heißem und schwülem Wetter". Für London, Birmingham, Bath und andere Städte wurden Spitzenwerte von bis zu 40 Grad erwartet. An etwa 30 Messstationen sanken die Temperaturen in der Nacht zum Dienstag nicht unter 25 Grad. Damit erlebte auch Großbritannien eine der intensivsten Hitzewellen seit langem.
In den Niederlanden rechneten die Behörden Ende der Woche mit Temperaturen von bis zu 37 Grad – für das Land ein ungewöhnlich hoher Wert. Auch in Deutschland stellten sich die Menschen auf Gluthitze ein: Im Südwesten herrschte am Montag "starke, gebietsweise extreme Wärmebelastung". In 1.800 Schulen endete der Unterricht schon mittags. In Richtung Wochenende soll es in Deutschland noch heißer werden, am Samstag könnten örtlich 38 Grad erreicht werden.
Ausblick: Bis zu 44 Grad erwartet
In den kommenden acht bis zehn Tagen erwarteten Meteorologen vielerorts Höchstwerte von bis zu 40 Grad Celsius, in einigen Regionen sogar bis zu 44 Grad. Montag und Dienstag lagen im spanischen Durchschnitt bei über 28 Grad – rund 7 Grad wärmer als alle anderen Junitage der letzten Jahrzehnte. Die Hitzewelle in Spanien, die am vorherigen Sonntag begonnen hatte, sollte mindestens bis Donnerstag andauern.
Die Lage bleibt angespannt. Behörden und Hilfsorganisationen in mehreren Ländern appellierten an die Bevölkerung, auf ältere Nachbarn und Bekannte zu achten. In Großbritannien und Deutschland galten flächendeckende Warnungen, zahlreiche Schulen schlossen vorzeitig. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die ergriffenen Schutzmaßnahmen ausreichen, um weitere hitzebedingte Notfälle zu verhindern.
Insgesamt zeigt die Hitzewelle nach Einschätzung von Klimaexperten erneut, dass sich extreme Wetterereignisse in Europa häufen. Spanien, Frankreich und Großbritannien verzeichneten innerhalb weniger Tage zahlreiche neue Temperaturrekorde. Die Behörden kündigten an, ihre Warnungen und Schutzmaßnahmen je nach Entwicklung der Lage anzupassen.
Fragen & Antworten
Welche Länder sind von der aktuellen Hitzewelle besonders betroffen?
Besonders betroffen sind Frankreich, Spanien, Großbritannien und Deutschland. In Frankreich galten 54 Départements in der höchsten Warnstufe Rot, in Spanien wurden unter anderem in Andalusien 45,1 Grad gemessen.
Warum blieben in Frankreich so viele Schulen geschlossen?
Mehr als 800 Schulen blieben am Montag vollständig geschlossen, in über 4000 weiteren endete der Unterricht bereits mittags. Damit sollten Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte vor der extremen Hitze geschützt werden.
Welche Temperaturen werden in den kommenden Tagen erwartet?
Meteorologen erwarten in den nächsten acht bis zehn Tagen vielerorts Höchstwerte von bis zu 40 Grad Celsius, in einigen Regionen sogar bis zu 44 Grad. Die Hitzewelle in Spanien soll mindestens bis Donnerstag andauern.
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