SpaceX IPO 2026: Bewertung, Starlink, Stimmrechte im | nachrichten360
Größter Börsengang der Geschichte: SpaceX startet am Freitag an der Börse
New York, 11 Juni 2026
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Kurzfassung
Der Börsengang von SpaceX gilt mit einem Emissionsvolumen von rund 75 Milliarden US-Dollar und einer Zielbewertung von 1,8 Billionen US-Dollar als der größte IPO der Geschichte. Der Handel soll am Freitag starten, während Elon Musk trotz Minderheitsbeteiligung am freien Markt die Kontrolle behält.
New York, 11 Juni 2026
Der US-Raumfahrtkonzern SpaceX steht vor dem nach eigenen Angaben größten Börsengang der Geschichte mit einem erwarteten Emissionsvolumen von rund 75 Milliarden US-Dollar, einer Zielbewertung von 1,8 Billionen US-Dollar und Handelsstart am Freitag.
Die 2002 von Elon Musk gegründete Firma SpaceX steuert auf einen Börsengang zu, der in mehrfacher Hinsicht Rekorde brechen dürfte. Mit Einnahmen von rund 75 Milliarden Dollar bei einem Ausgabepreis von 135 Dollar wird es zudem der größte Börsengang, den es bisher gab. Die angestrebte Bewertung übersteigt den vergangenen Jahresumsatz um mehr als das 90-Fache.
Der Großteil der Erlöse – rund elf Milliarden Dollar – brachte im vergangenen Jahr der Satelliteninternet-Dienst Starlink ein. SpaceX brachte dafür rund 9.600 Satelliten in die Umlaufbahn. Ende März kam Starlink auf gut zehn Millionen Kunden.
Rekordwerte bei Umsatz und Bewertung
Gleichzeitig steckt das Unternehmen finanziell in den roten Zahlen: Im vergangenen Jahr machte SpaceX weniger als 19 Milliarden Dollar Umsatz. Dennoch sehen Investoren offenbar großes Potenzial. Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg kamen von ihnen bereits Order im Volumen von 70 Milliarden Dollar. Dabei sei die Aktie mehrfach überzeichnet – so ein Bank-Experte.
Dabei sei die Aktie mehrfach überzeichnet – so ein Bank-Experte. Ein solches Maß an Überzeichnung unterstreicht die außergewöhnliche Nachfrage institutioneller und privater Anleger.
Ungewöhnlich hohe Privataktionärsquote
Beim Börsengang von SpaceX soll ihnen voraussichtlich rund ein Fünftel der knapp 555,6 Millionen Aktien vorbehalten bleiben, wie das „Wall Street Journal" berichtete. Üblicherweise liegt der Anteil bei fünf bis sieben Prozent. Damit fällt die Privataktionärsquote beim SpaceX-IPO ungewöhnlich hoch aus.
Musk behält auch nach dem Börsengang die volle Kontrolle über SpaceX mit einem Stimmrechtsanteil von mehr als 80 Prozent. Basis dafür sind Aktien mit mehr Stimmrechten. Diese Konstruktion ist ein zentrales Merkmal des IPOs und unterscheidet SpaceX von vielen anderen börsennotierten Tech-Unternehmen.
Bewertung über Branchenvergleich
Die Bewertung, die SpaceX anstrebt, liegt deutlich über den aktuellen Vergleichswerten großer Tech-Konzerne. Beim derzeit wertvollsten Unternehmen, dem knapp fünf Billionen Dollar teuren Chipkonzern Nvidia liegt dieser Wert bei etwa 20, bei Apple bei rund 10. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis von SpaceX wäre demnach ein Vielfaches.
Laut Börsenprospekt sieht das Unternehmen allein für Satelliten-Konnektivität einen Gesamtmarkt von 1,6 Billionen Dollar – für alle Anbieter allerdings. SpaceX will sich ein Stück des Geschäfts mit KI-Anwendungen für Unternehmen sichern, das insgesamt auf mehr als 22 Billionen Dollar geschätzt wird.
Wettbewerb und strategische Bedeutung
Amazon baut einen Konkurrenzdienst auf, hat aber noch deutlich weniger Satelliten. Damit bleibt SpaceX im Bereich Satelliteninternet vorerst klar marktführend, auch wenn Wettbewerber wie Amazon in den kommenden Jahren aufschließen könnten.
Die Index-Anbieter Nasdaq und FTSE Russell änderten dafür ihre Vorgaben kurzfristig, MSCI verwies im Mai auf 2007 eingeführte Regeln für große Börsengänge. S&P Dow Jones unterdessen hält dagegen und bleibt dabei, dass die Aktie erst nach zwölf Monaten auf dem Markt in den Auswahlindex S&P 500 einziehen kann. Damit ist die Indexaufnahme bei S&P 500 frühestens Mitte 2027 möglich.
Indexaufnahme und S&P-500-Regel
Insbesondere seit der Einstellung des Space-Shuttle-Programms ist SpaceX aktuell praktisch unverzichtbar für die US-Raumfahrt und das Militär. Der Konzern ist damit nicht nur ein Wirtschafts-, sondern auch ein strategischer Akteur für die Vereinigten Staaten.
Doch SpaceX gelang es, günstigere Raketen zu bauen – und sie auch noch wiederverwendbar zu machen, was die Kosten noch einmal senkte. Der Plan des Tech-Milliardärs war, die Kosten von Raketenstarts drastisch zu senken und irgendwann eine Kolonie auf dem Mars aufzubauen.
Musk plant unter anderem Rechenzentren in der Umlaufbahn – wobei bisher offen ist, ob das technisch funktioniert. Bei dem ebenfalls von ihm geführten Elektroauto-Hersteller Tesla etwa funktioniert das autonome Fahren immer noch nicht so wie von ihm im Laufe der vergangenen zehn Jahre versprochen. Musk ist oft zu optimistisch bei seinen Ankündigungen, die manchmal erst Jahre nach von ihm genannten Fristen erfüllt werden.
Zweifel an Musks Zeitplänen
Vor einigen Monaten ließ Musk zudem SpaceX seine KI-Firma xAI übernehmen, in der zuvor auch die Online-Plattform X aufging. Durch diese Verschmelzung erweitert SpaceX sein Geschäftsmodell um KI- und Social-Media-Komponenten.
Aktuell schätzt etwa Bloomberg sein Vermögen auf rund 700 Milliarden Dollar. Er dürfte auch zum ersten Menschen mit einem Vermögen von mehr als einer Billion Dollar werden. Börsenstammtisch-Gründerin Juliane Zielonka fiebert mit.
Frühe Investoren in SpaceX dürften laut Einschätzung von Marktbeobachtern zu den größten Buchgewinnen zählen, die es im Wagniskapital jemals gegeben hat. Der SpaceX-Börsengang bleibt dennoch eine Wette mit ungewissem Ausgang.
Insgesamt zeichnet sich ab, dass der Börsengang trotz der enormen Bewertung auf enormes Interesse stößt – sowohl bei institutionellen Investoren als auch bei Privatpersonen. Die Kombination aus Weltraumgeschäft, Satelliteninternet und KI-Anwendungen macht SpaceX zu einem ungewöhnlichen Börsenkandidaten.
Die endgültige Bewertung wird sich erst am Freitag zeigen, wenn die ersten Kurse festgestellt werden. Beobachter rechnen mit hoher Volatilität in den ersten Handelswochen.
Die Frage, ob die hohe Bewertung am Markt Bestand haben wird, hängt unter anderem davon ab, wie schnell SpaceX seine ambitionierten Pläne umsetzen kann – von Mars-Missionen bis zu orbitalen Rechenzentren.
Fragen & Antworten
Wie hoch ist die Zielbewertung von SpaceX beim IPO?
SpaceX strebt beim Börsengang eine Bewertung von rund 1,8 Billionen US-Dollar an, was laut Berichten das 90-Fache des vergangenen Jahresumsatzes wäre.
Wie viel Kontrolle behält Elon Musk nach dem Börsengang?
Elon Musk wird laut Börsenprospekt auch nach dem IPO mit einem Stimmrechtsanteil von mehr als 80 Prozent die volle Kontrolle über SpaceX behalten, gestützt auf Aktien mit Mehrstimmrechten.
Wann kann die SpaceX-Aktie in den S&P 500 aufgenommen werden?
S&P Dow Jones hält an der Regel fest, dass eine Aktie mindestens zwölf Monate am Markt gehandelt sein muss, sodass eine Aufnahme in den S&P 500 frühestens Mitte 2027 möglich wäre.