Am Frankfurter Flughafen sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) sechs Menschen an der seltenen Flughafen-Malaria erkrankt, eine infizierte Person ist gestorben.

Was ist Flughafen-Malaria?

Die Infektionen stehen im Zusammenhang mit dem Flughafen Frankfurt, wo laut RKI eine infektiöse Mücke offenbar aus einem Flugzeug oder Gepäck eingeschleppt wurde. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist bei Malaria nicht möglich; die Übertragung erfolgt ausschließlich durch den Stich einer weiblichen Anopheles-Mücke, die den Erreger Plasmodium in sich trägt.

Das RKI spricht in einer Stellungnahme, die auch Hessenschau zitiert, von einer sehr seltenen Sonderform der Malaria. "Die auch laut RKI 'sehr seltene' Sonderform der sogenannten Flughafen-Malaria entstehe, wenn eine infektiöse Mücke im Flugzeug oder Gepäck importiert werde. Die Infektion erfolge dann im Flugzeug, im Flughafen oder in unmittelbarer Umgebung", heißt es in der Erklärung der Behörde.

Bisher sind in Deutschland Infektionen mit Flughafen-Malaria nur sporadisch aufgetreten. Insgesamt sechs bestätigte Fälle, die mit dem Frankfurter Flughafen in Verbindung gebracht werden, stellen nach Einschätzung von Fachleuten eine ungewöhnliche Häufung dar. Eine der erkrankten Personen ist gestorben.

Reaktion von Flughafen und Behörden

Der Flughafenbetreiber Fraport wurde über die Fälle informiert. Welche konkreten Maßnahmen am Flughafen getroffen werden, etwa verstärkte Schädlingsbekämpfung in betroffenen Flugzeugen oder Terminalbereichen, war zunächst unklar. Auch die Frage, aus welchem Land oder welcher Region die infektiösen Mücken stammen könnten, blieb zunächst offen.

Malaria ist in den Tropen und Subtropen weit verbreitet. In Mitteleuropa gilt sie als nicht heimisch, weil die Überträgermücken hier nicht dauerhaft vorkommen. Werden einzelne Mücken jedoch per Flugzeug eingeschleppt, kann es in seltenen Fällen zu einer Infektion kommen, ohne dass die betroffene Person je ein Malaria-Gebiet bereist hat.

Symptome und Behandlung

Die Krankheit äußert sich durch Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen. Unbehandelt kann Malaria, insbesondere die Form Plasmodium falciparum, schwerwiegende Komplikationen verursachen und tödlich verlaufen. Eine rechtzeitige Diagnose und Therapie mit Malariamitteln ist entscheidend.

Nach Angaben des RKI werden nun mögliche weitere Infektionsketten geprüft. Mitarbeitende des Flughafens sowie Reisende, die sich in den vergangenen Wochen in der Nähe des Flughafens aufgehalten haben, werden gebeten, bei entsprechenden Symptomen zeitnah ärztlichen Rat einzuholen.

Eine generelle Impfung gegen Malaria steht nicht zur Verfügung. Reisende in Malaria-Gebiete schützen sich üblicherweise mit Medikamenten zur Prophylaxe sowie mit Mückenschutzmitteln und Moskitonetzen. Für Anwohner rund um den Flughafen ändert sich nach RKI-Angaben nichts an der üblichen Gesundheitslage.

Bisher bekannte Fälle

Das RKI hat angekündigt, die Ermittlungen zum Ausbruch gemeinsam mit dem Gesundheitsamt Frankfurt und dem Flughafenbetreiber fortzusetzen. Ergebnisse sollen zeitnah veröffentlicht werden.

Die Flughafen-Malaria gilt als extrem seltenes Phänomen. In der internationalen Fachliteratur sind nur wenige Dutzend derartige Fälle beschrieben, bei denen eine Mücke per Flugzeug in ein Nicht-Malaria-Land gelangte und dort Menschen infizierte.